Das Evangelium, welches an diesem Sonntag in den katholischen Gottesdiensten gelesen wird, hat im ersten Moment etwas Verstörendes: Der Evangelist Lukas berichtet im 13. Kapitel seines Evangeliums von einem Gespräch Jesu mit Menschen, die ihm von einem Mord an mehreren Menschen beim Opfer im Tempel berichten. Offenbar stellen sich die Menschen die Frage, wie Gott so etwas zulassen kann.
Statt einer Antwort erzählt Jesus von einem weiteren Unglücksfall, bei dem Menschen unter den Trümmern eines Turmes umgekommen sind. Jesus prophezeit allen Menschen ein ähnlich schreckliches Ende, die nicht nach einem Neuanfang mit Gott suchen.
Vom Baum, der keine Früchte trägt
Und Jesus gibt einen Hinweis in einem Gleichnis, wie die Beziehung zwischen Gott und Menschen gelingen kann. Und zwar geht es in seiner Erzählung um einen Baum, der keine Früchte bringt. Der Besitzer des Baumes möchte ihn fällen, aber dann setzt sich ein Gärtner für den Baum ein. Vielleicht braucht der Baum einfach nur neuen Boden und Dünger, um Früchte hervorzubringen.
Die Fastenzeit lädt ein, sich wieder einmal klar zu machen, dass ein Leben aus dem Glauben kein Selbstzweck ist. Meine persönliche Beziehung zu Gott soll den Boden bereiten für meine Beziehung zu meinem Nächsten. Die christliche Tradition kennt hierzu den Dreischritt von Fasten – Beten – Almosen. In dem ich auf Dinge verzichte, die mir im Alltag den Weg zum Wesentlichen verstellen, wird der Weg frei für Gott.
Hoffnung in der Düsternis
In Beziehung zu Gott leben, heisst, ein Leben in Fülle führen. Wenn genug da ist, dann kann ich auch abgeben.
So drohend und Düster das heutige Sonntagsevangelium daherkommt, so sehr lädt es doch ein, sich auf die Lebenskunst des Glaubens einzulassen.
Wie uns der Glaube zu einem erfüllten Leben führt