Lüchingen 14.11.2022

Wie die Lavaria-Gugger ihr Jubiläumsfest erlebt haben und was der Präsident zur Vereinszukunft sagt

Die Guggenmusig Lavaria hat zu ihrem 50-Jahr-Jubiläum ein zweitägiges Fest organisiert. Am Samstag strömten Guggenfans zum Umzug und fürs Feiern in die Festzelte. Für letzteres hatten die Lavaria-Mitglieder selbst wenig Zeit.

Von Yann Lengacher
aktualisiert am 14.11.2022

Samstagnachmittag vor dem Werkhof in Lüchingen. Hunderte Eltern, Kinder und Guggenfans warten bei herbstlichen Temperaturen auf den Start des Fasnachtsumzugs. Als um halb fünf der Guggenumzug in Richtung Schulhaus Roosen losmarschiert, hüpfen einige vor Freude.

Zuerst gehen die Räbschter Burgtätscher los, die als «Crocodile Dundee» unterwegs sind. Es folgen die Städtlichlepfer im Dinosaurierkostüm, die Bazzaschüttler Eichberg als Biester, die Hinterforster Güggigässler im Hirschlook und schliesslich die Räbafäger als Geschenke. Aber die Jubiläumsgugger von der Lavaria – sie fehlen. Sie, die an diesem Wochenende das 50-jährige Bestehen ihres Vereins feiern.Eine Besucherin sagt nachher:

Die Lavaria haben wir schon vermisst 

Die Lavaria-Mitglieder sind während und nach dem Umzug in drei Festzelten auf dem Roosen-Areal beschäftigt. Bei über 1000 Besucherinnen und Besuchern, wie sie OK-Präsident Peter Thür am Freitag schätzte, fällt auch einiges an: Abfalltouren, Bierausschank oder Essensausgabe. Kurz nach Umzugende hat die Lavaria-Küche schon je 400 Portionen Raclette und Pouletschenkel herausgegeben, dazu 250 Hamburger, wie eine Nachfrage bei Festwirt Simon Zai ergibt. «Das Bier haben wir noch nicht gezählt», sagt er.

Arbeit hat sich gelohnt, den Guggenfans gefällt’s

Trotz der vielen Arbeit: Es sind besondere Tage für die Lavaria- Mitglieder. Vereinspräsident Fabian Lenherr sagt: «Das Wochen­ende war speziell für uns, weil wir unser Jubiläum feiern und einen tollen Anlass für Lüchingen austragen durften.» Der Umzug und die Feier gefällt dem Publikum. «Es war ein cooler Umzug mit vielen Leuten. Auch den Kindern hat’s gefallen», sagt Besucher Christof Enk, dessen Bruder in der Lavaria spielt.

Die Mitglieder anderer Guggen sprechen ebenfalls von einem gelungenen Umzug. Etwa Posaunistin Edwina Meli. Sie ist Küken bei den Güggigässlern, also Neumitglied. Wegen der hiesigen Fasnacht zog sie aus dem Bünderland ins Rheintal, wie sie sagt: «Die Rheintaler Fasnacht ist grösser und bekannter als die Bündner. Mein Mann ist von hier. Aber wir haben hauptsächlich wegen der Fasnacht gezügelt.» Ihre Erwartungen sieht sie erfüllt.

Mit ihren 50 Jahren ist die Lavaria die älteste Guggenmusig im Rheintal. Fabian Lenherr ist
optimistisch, dass sie noch an mancher Fasnacht dabei sein wird. Zumal sich jedes Jahr konstant bis zu zehn potenzielle Neumitglieder um eine Aufnahme in die Lavaria bewerben. «Uns ist wichtig, dass die Leute zu uns passen. Die ganze Lavaria soll zudem in einem einzigen Car Platz finden», sagt Lenherr.

Lavaria bleibt wohl ein reiner Männerverein

Die Lavaria möchte auch künftig für gelebte Kameradschaft stehen. Und werde wohl ein reiner Männerverein bleiben, wie Lenherr sagt:

In der Tendenz wird das so beibehalten. Wir wollen das so.

Die Gründung der Lavaria geht auf einen Maskenball der Damenriege im Jahr 1972 zurück. Die Frauen organisierten den Anlass, die Männer steuerten die Musik bei.

Später am Samstagabend wird Vereinspräsident Fabian Lehnherr auf die Bühne im Bierzelt gebeten. Unter anderen gratulieren die Burgtätscher der ältesten Guggenmusik im Rheintal zum Geburtstag. Ein Geschenk haben die Rebschter auch mitgebracht: «Wir schenken euch etwas, was ihr seit 50 Jahren mögt und regelmässig braucht. Ihr erhaltet zu eurem Jubiläum 50 Pack Bier.» Es folgen zwei Stücke für die Lavaria.

Um 21 Uhr kommt dann doch noch der vermisste Auftritt der Lüchinger Gugger. Die Ehrenmitglieder lösen die Aktiven auf ihren Posten ab, damit jene das Zelt zum Kochen bringen können. Die Lavaria-Mitglieder werden diese Saison als Höh­lenmenschen verkleidet unter dem Motto «Back to the Roots» unterwegs sein.


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