Widnau hat Heimspiel gegen unberechenbares «Zwei» | Der Rheintaler

Fussball 30.03.2023

Widnau hat Heimspiel gegen unberechenbares «Zwei»

Es gilt wieder die Sommerzeit. Am letzten Wochenende wurden die Uhren um eine Stunde vorgestellt – auch die Widnauer Fussball-Uhr. Aber nur um eine halbe Stunde: Die Heimspiele beginnen wieder um 14 Uhr, nicht wie in der Winterzeit um 13.30 Uhr. Zu Gast auf der Aegeten sind am Sonntag die Reserven des FC Rapperswil-Jona.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert am 01.04.2023

Die Rosenstädter liegen aktuell mit 15 Punkten auf dem 13. Platz und damit unter dem Strich. Auf den Zwölften Adliswil fehlen fünf Zähler. Als einziges Team der Gruppe haben die Rapperswiler diese Saison noch nicht ein einziges Mal unentschieden gespielt. Fünf Siegen stehen zwölf Niederlagen gegenüber.

Das Team ist die U20 des Vereins und besteht vor allem aus Spielern, die mindestens einen Teil ihrer Juniorenzeit in der Rapperswiler Talentschmiede verbrachten. Der älteste Spieler, Torhüter Janis Truniger, feierte Anfang Februar den 22. Geburtstag. Widnau, das wohl leicht favorisiert ist, ist sich bewusst, dass die drei Punkte auch gegen ein Team aus der Abstiegszone nur mit voller Konzentration zu gewinnen sind. Auch weil man nie genau weiss, ob sich eine zweite Mannschaft nicht doch mit dem einen oder anderen Spieler des Fanionteams verstärkt.

Rappi hatte schon einen Trainerwechsel

Rapperswil-Jona II stieg im letzten Sommer souverän in die 2. Liga interregional auf. Sechs Punkte betrug der Vorsprung auf Verfolger Bronschhofen. In neuer Umgebung hatte Rapperswil II Mühe. Die ersten drei Spiele endeten mit Niederlagen. Nach dem Sieg gegen Widnau folgte ein 1:6 gegen Balzers und ein 0:5 gegen Bazenheid. Diese Niederlage wurde allerdings einen Tag später in einen 3:0-Forfaitsieg umgewandelt. Bazenheid hatte einen Spieler eingesetzt, der nicht auf dem Matchblatt figurierte. Erst gegen Schlusslicht Amriswil in Spiel neun gewann Rappi wieder (3:0). Eine Woche später lieferte es einen erstaunlichen 5:0-Sieg gegen Rorschach-Goldach.

Mitte Vorrunde musste der ehemalige GC- und Sion-Profi Veroljub Salatic den Trainerstuhl Pascal Studer abgeben. In der Rückrunde ist das Team, das mit Silvan Schiess auch einen Natispieler in den Reihen hat (sieben U-21-Spiele für Liechtenstein), bislang ohne Punkt. Allerdings trügt der Eindruck, denn beim 0:3 gegen Thalwil spielten die Rapperswiler sehr gut mit und erarbeiteten sich einige Torchancen. Die Präzision im Abschluss habe gefehlt, sagte Trainer Studer danach. Die zwei Gegentore nach Eckbällen und ein Eigentor entsprachen nicht dem Spielverlauf. Ardit Rexhepi führt die interne Torschützenliste mit vier Toren an. Einen eigentlichen Toptorschützen hat das Team nicht, aber Toreschiessen kann bestimmt jeder Kaderspieler.

Der FCW erlebte in Chur einen Dämpfer

Widnau ist in der Rückrunde gut aus den Startlöchern gekommen. Im ersten Spiel gegen den überlegenen Leader Balzers erkämpften sich die Rheintaler mit Noah Thönigs spätem Tor auf schwierigem Geläuf ein 1:1. Erstaunlich souverän war der 3:0-Sieg gegen Bazenheid, das als Tabellenzweiter auf die Aegeten gekommen war, wobei man gegen die Untertoggenburger am Anfang den einen oder anderen bangen Moment überstehen musste.

Einen Dämpfer gab es am letzten Samstag im Auswärtsspiel in Chur, das torlos endete. Widnaus Co-Trainer Daniel Lüchinger sprach von einem Leistungsabfall gegenüber der ersten beiden Spiele, von einem glücklichen Unentschieden und dass Torhüter Ilija Kovacic den Punkt mit sehenswerten Paraden rettete.

Im Hinspiel hat der FCW nicht geglänzt

Lüchinger kann sich noch gut an das Hinspiel im September auf dem Rapperswiler Grünfeld erinnern. Der FC Rapperswil-Jona, der heuer 95 Jahre alt wird, fügte Widnau in der vierten Runde nach drei Siegen die erste Niederlage zu (1:2). Für Rappi war dieses Spiel der erste Saisonsieg nach drei Niederlagen in Folge. Manassé Bambana und Karwan Khoshekdaman, der in der Winterpause ins Greyerzerland zum FC Bulle wechselte, erzielten die Rapperswiler Treffer in der ersten Halbzeit. Lars Ivanusa, der nicht mehr bei Widnau spielt (er ist im Winter zum Stammverein Steinach zurückgekehrt), verkürzte kurz nach dem Tee auf 1:2. «Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Wir hatten keinen Stich und hätten auch fünf Gegentore kassieren können», sagt Lüchinger. Allerdings hat Widnau in diesem Spiel anfangs verschiedene Stammspieler geschont, weil das Spiel gegen Balzers, das Widnau drei Tage zuvor 4:3 gewann, enorm viel Kraft gekostet hatte. Weil beim Gegner auch Spieler aus dem Kader der Promotion-League-Mannschaft dabei waren, war der Unterschied ersichtlich.

«Es kommt beim Spiel gegen Reservemannschaften immer auf die Verstärkungen aus der ersten Mannschaft an», sagt Lüchinger. Fehlen wird am Sonntag sicher Noah Massari, der gesperrt ist. Samuel Thönig ist wegen Knöchelproblemen fraglich. «Wer von Anfang an spielt, wird sich zeigen», sagt Lüchinger. «Wir haben ein grosses Kader, von dem alle von Beginn weg spielen können.» Eigentlich ist es für ein Trainerteam eine hervorragende Situation, wenn man die Qual der Wahl hat. «Mit Stefano D’Amico kommt sicher ein starker Feldspieler zurück ins Team. Wir warten vorerst einmal die Trainingswoche ab und stellen dann je nach Form die erste Elf auf», erklärt Lüchinger, der mit Nachdruck sagt, dass es gegenüber dem Chur-Spiel eine klare Steigerung geben muss. «Am letzten Samstag hatten zu viele einen schwachen Tag.»

2. Liga interregional, Gruppe 5
Samstag: Frauenfeld – Lachen/Alt., Thalwil – Dardania SG, Balzers – Chur, Uster – Rorschach-Goldach (16.00), Schaffhausen – Adliswil (18.00).
Sonntag: Widnau – Rappi-Jona II (14.00), Wil II – Amriswil (15.00).
Rangliste: 1. Balzers 16/37, 2. Uster 17/31, 3. Widnau 17/29, 4. Schaffhausen 17/27, 5. Thalwil 17/27, 6. Bazenheid 17/26, 7. Dardania SG 17/26, 8. Rorschach-G. 17/25, 9. Wil II 17/24, 10. Chur 17/24, 11. Lachen/Alt. 16/23, 12. Adliswil 15/20, 13. Rappi-Jona II 17/15, 14. Frauenfeld 16/13, 15. Amriswil 17/3.