Wenn’s nicht läuft, läuft’s nicht: Montlingen unterliegt Mels 0:1 | Der Rheintaler

Fussball 15.10.2023

Wenn’s nicht läuft, läuft’s nicht: Montlingen unterliegt Mels 0:1

Montlingen verliert das Heimspiel gegen Mels durch einen Penalty in der achten Minute der Nachspielzeit mit 0:1. Es war die sechste Niederlage in Folge für den FCM, der in der Rangliste immer weiter abrutscht.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert am 15.10.2023

Statt die Melser in der Tabelle mit einem Heimsieg um einen Punkt zu überholen, beträgt der Rückstand zu den Blau-Gelben nach der Direktbegegnung nun fünf Punkte. Montlingen hatte genügend Möglichkeiten, gegen den bescheidenen Gegner aus dem Sarganserland zu Toren und den dringend benötigten Punkten zu kommen. «So ein Spiel muss man 4:0 gewinnen», sagte Montlingen-Trainer Thomas Koller nach dem Spiel. Doch tief in der Nachspielzeit kam es knüppeldick.

Menderes Caglar musste verletzt ausscheiden

Für beide Teams stand aufgrund der ungemütlichen Tabellenlage viel auf dem Spiel. Sie begannen dementsprechend vorsichtig. Montlingens erste gute Möglichkeit war ein Schuss von Furkan Sarac in der 24. Minute, der einen Querpass von Menderes Caglar übernahm. Kurz darauf stiess Caglar bei einem Luftduell mit Tim Büsser zusammen und konnte nicht mehr weiterspielen. Für ihn kam Noah Frick. Der 20-fache Internationale spielte einige gute Pässe in die Spitze. Doch nach wie vor blieb vieles Stückwerk.

In der 43.Minute stand Sarac nach einem Frick-Pass alleine vor Dosch. Aus gut zehn Metern schob der Montlinger Stürmer den Ball aber am rechten Pfosten vorbei. In der fünften Minute der Nachspielzeit setzte sich Mauro Malacrida gegen seinen Bewacher durch und brachte das Leder an Dosch vorbei. Allerdings verhinderte der linke Pfosten die Führung der Montlinger, die mittlerweile verdient gewesen wäre. Den Abpraller versuchte Fitim Ramadani im Ziel unterzubringen, Büsser rettete für seinen geschlagenen Torhüter.

Bitteres Ende für den FCM in der 98. Minute

Nach einer Stunde wurde das Wetter garstig. Einige Zuschauer verliessen den Kolbenstein. Ein paar kehrten mit einem Regenschirm zurück, andere zogen für den Rest des Nachmittages die warme Stube dem Sportplatz vor. Es wurde innert weniger Tage Herbst im Tal. Während man am letzten Wochenende noch im T-Shirt schwitzte, waren nun eine dicke Jacke und eine Wollmütze begehrte Utensilien.

In der 64. Minute setzte sich Frick gegen Thomas Starcevic durch und konnte nur noch mit einem Foul gebremst werden. Valdet Istrefi setzte den Ball aber links neben den Pfosten vorbei. Montlingen versuchte nach wie vor alles, mangelnden Einsatz konnte man dem Team nun wahrlich nicht vorwerfen. Torhüter Fabian Lüchinger blieb in der ganzen zweiten Halbzeit eigentlich ohne grosse Beschäftigung. Mels war mit dem Punkt sichtlich zufrieden und stellte die Offensive praktisch ein.

Tief in der Nachspielzeit – in der 96.Minute – ertönte ein Pfiff, der Montlinger Spieler und Anhänger wie ein Blitz traf: Captain Manuel Bont, der eine hervorragende Partie zeigte, war der Ball an die Hand geprallt. Es heisst ja: «Wenn es nicht läuft, kommt auch noch Pech dazu.» Der Melser Captain Manuel Willi bezwang den Montlinger Torhüter sicher. Zwei Sekunden später war das Spiel zu Ende.

Mittlerweile ist ein knappes Drittel der Saison gespielt. Montlingen hat genug Potenzial, um von der unbequemen Tabellenlage wegzukommen und sich über den Strich zu spielen. Die Montlinger Tugenden Kampf und Teamgeist werden wichtige Faktoren sein. Am nächsten Sonntag haben die Montlinger die Gelegenheit, die Scharte vor dem eigenen Publikum auszuwetzen. Gegner ist dann der FC Ems. Gegen die Bündner dürfte die Marschrichtung klar sein.

No referee, no game

Am Wochenende am Spielfeldrand stehen, den Amateurkickerinnen und -kickern zusehen, dabei ein der Saison angepasstes Getränk und eine Bratwurst geniessen: Viele Fans lieben es. Manch einer hat sich schon über eine fragwürdige Schiedsrichterentscheidung geärgert. Dabei geht vergessen, dass die Spielleiter einen schwierigen Job machen. Sie müssen innert Sekundenbruchteilen entscheiden und haben nicht den Luxus, wie die Profis von einem VAR unterstützt zu werden, der ein Spiel aus vielen Kameraperspektiven analysieren und den Entscheid revidieren kann.

Deshalb läuft noch bis am 22.Oktober die vom OFV lancierte «Week of the referee», eine Aktionswoche für den Respekt gegenüber Unparteiischen. Das Spiel zwischen Montlingen und Mels hat Domenik Duhanaj aus Oberuzwil geleitet. Er sagt: «Ich finde es gut und wichtig, dass man mal wieder an den Stellenwert des Schiedsrichters erinnert wird.» Auch seine Assistenten Fabio Pasetto und Thomas Rudolf sehen es so und fügen an: «Die Kollegialität, die Liebe zum Fussball und die Leidenschaft motivieren uns Woche für Woche.»

Bei allen Emotionen während des Spiels darf nicht vergessen werden: Ohne Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter gibt es kein Spiel!