Walzenhausen 28.10.2022

Walzenhausen wird wieder zum Weindorf

Im Almendsberg ist ein Rebberg entstanden – es ist bereits der zweite in kurzer Zeit, nachdem der Weinbau auf der Vorderländer Sonnenterrasse während 100 Jahren ausgestorben war.

Von Peter Eggenberger
aktualisiert am 07.11.2022
Walzenhausen 28.10.2022

Walzenhausen wird wieder zum Weindorf

Im Almendsberg ist ein Rebberg entstanden – es ist bereits der zweite in kurzer Zeit, nachdem der Weinbau auf der Vorderländer Sonnenterrasse während 100 Jahren ausgestorben war.

Von Peter Eggenberger
aktualisiert am 07.11.2022

Im Walzenhauser Weiler Almendsberg ist oberhalb des Alterswohnheims ein neuer Rebberg entstanden. Der nach Süden geneigte Hang verspricht das Gedeihen eines guten Tropfens.

Im 19. Jahrhundert waren im Appenzellerland mit Heiden, Wolfhalden, Lutzenberg, Reute und Walzenhausen fünf Weinbaugemeinden nachgewiesen. So wurden zum Beispiel im Jahr 1833 total 953,5 Hektoliter Rebensaft produziert, wobei der Walzenhauser Anteil 140,5 Hektoliter ausmachte.

1904 betrug die Gesamtproduktion nur noch 203,1 Hektoliter, Walzenhausen trug noch bescheidene 5,6 Hektoliter dazu bei. Dann führten Krankheiten, Missernten und Importe von Billigweinen zum Verschwinden der Vorderländer Rebberge.

Renaissance am Gupfen, wo bis 1912 ein Rebberg war

Der letzte Walzenhauser Rebberg verschwand um das Jahr 1912 am Südhang der Erhebung Gupfen im Leuchen. Hier wurde 2004 mit einer Reben-Neubepflanzung eine erfolgreiche Renaissance des Weinbaus realisiert.Auch an den Südhängen im Almendsberg gab es früher Rebstöcke, die aber ebenfalls vor über hundert Jahren der Graswirtschaft zu weichen hatten.

Erfreulicherweise erfolgt jetzt auch hier eine Wiederbelebung des Weinbaus, hat doch das Familienunternehmen WeinWerk Wienacht AG vom Ehepaar Walter und Verena Künzler-Messmer eine der einstigen Rebflächen gepachtet.

Damit ist Walzenhausen endgültig wieder ein Weindorf geworden. Erste Ernte wird in zwei Jahren erwartetWeinWerk bewirtschaftet bereits verschiedene Rebberge in der Region Vorderland – Un­terrheintal. Massgeblich beteiligt am Unternehmen ist der Önologe Jens Junkert.

Er freut sich über den neuen Rebberg: «Wir haben rund 45 Aren mit den Traubensorten Muscaris und Sauvignac bestockt. Mit der ersten kleinen Ernte dürfen wir 2024 rechnen. Wir sind überzeugt, dass im Almendsberg Weine von bester Qualität he­ranreifen werden.»