Heerbrugg 20.11.2022

Von Italien nach Afrika - (fast) alles rosarot beim Musikverein

Eine Reise auf drei Kontinente in nur zwei Stunden inklusive eines Abstechers bot der Musikverein Heerbrugg den über 200 Besuchern am Samstagabend. Das Jahreskonzert unter dem Motto "Ab in den Süden" war eine gelungene musikalische Reise.

Von Johannes Thoma
aktualisiert am 20.11.2022
Heerbrugg 20.11.2022

Von Italien nach Afrika - (fast) alles rosarot beim Musikverein

Eine Reise auf drei Kontinente in nur zwei Stunden inklusive eines Abstechers bot der Musikverein Heerbrugg den über 200 Besuchern am Samstagabend. Das Jahreskonzert unter dem Motto "Ab in den Süden" war eine gelungene musikalische Reise.

Von Johannes Thoma
aktualisiert am 20.11.2022

Start des musikalischen Abenteuers war in Mexiko mit dem schneidig intonierten Marsch "Zacatecas". Verdi geht immer, dachten sich Dirigent Thomas Wieser und seine Musiker. So setzten sie ihren Trip gen Süden in Italien fort: mit einem elfminütigen Potpourri bekannter Opernmelodien des Meisters. Spätestens da hatte der Musikverein die Herzen seines Publikums gewonnen.

Ein musikalischer, wenn nicht der musikalische Höhepunkt war der Ausflug nach Afrika. "Baba Yetu" (Vater unser auf Suaheli) zeigte wie exakt das Orchester aufeinander abgestimmt ist. Die Bläser waren mal dominant, mal angenehm zurückhaltend, je nachdem, was angebracht war.

Nach einem Abstecher auf Gran Canaria verliess der Musikverein seine Reiseroute, wurde seinem Motto "Ab in den Süden" untreu, gleichwohl bescherte er seinem Publikum mit dem Abstecher nach Liverpool einen weiteren Höhepunkt: "Penny Lane" von den Beatles in einem speziellen Arrangement. Die üppigen Bläser ersetzte Fabian Jin mit seiner Piccolo-Flöte – ein Genuss und ein völlig neues Hörerlebnis.

Solist Fabian Jin an der Piccolo-Flöte.
Solist Fabian Jin an der Piccolo-Flöte.
Bild: Johannes Thoma

Aufruf für einen neuen Dirigenten

Ein Genuss war auch die Dekoration des Singsaals in der OMR Heerbrugg: Hunderte rosaroter Plastik-Flamingos sorgten für südliches Flair. Rosarot wäre auch die Zukunft des Musikvereins, wenn es nicht ein Problem gäbe: Die Jugendmusik Au-Berneck-Heerbrugg sucht dringend einen Dirigenten; einen mutigen Aufruf ans Publikum starteten deshalb die beiden Jungmusikerinnen Annika Schnetzer und Sina Forrer.

Sollte sich ein Dirigent finden, kann der auf ein funktionierendes Ensemble zurückgreifen. Das zeigte sich zu Beginn des Jahreskonzertes, als die Jungmusiker unter Leitung ihres Aushilfsdirigenten Matthias Hasler den Abend unter anderem mit Filmmelodien aus "Mission Impossible", "Indiana Jones" und "Pirates of the Carribean". eröffneten.

Das Jahreskonzert bot auch die Möglichkeit, verdiente Musiker und engagierte Mitglieder zu ehren: Moderator Michael Vögele wurde für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft von Präsident Gunnar Wild ebenso ausgezeichnet wie die langjährige OK-Präsidentin Petra Sieber, die in Andrea Kellenberger ihre Nachfolgerin gefunden hat.

Geschenke gab es auch für Dirigent Thomas Wieser und Hans-Werner Bösch, der den Vereinsausflug nach Siena in diesem Jahr organisiert hatte. Und die Fahrt in die Toskana hat nicht nur bleibende Eindrücke hinterlassen, sie inspirierte den Musikverein auch zum Motto des Abends.