Faustball vor 5 Stunden

U18-Frauennati: Von Walzenhausen zur WM-Bronzemedaille

Letzte Woche hatte sich das Schweizer U18-Nationalteam der Frauen in Walzenhausen auf die Heim-WM vorbereitet. An dieser feierten die Schweizerinnen in Reiden mit der Bronzemedaille einen schönen Erfolg.

Von Fabio Baranzini
aktualisiert vor 5 Stunden

Das Bronzespiel der Frauen gegen Brasilien endete unglaublich dramatisch. Die Schweiz hatte einen 0:2-Satzrückstand aufgeholt, dann aber bei 10:9 im Entscheidungssatz den ersten Matchball vergeben. Im folgenden Ballwechsel verletzte sich Angreiferin Lina Berther und musste ausgewechselt werden.

Die Schweizerinnen schafften es, den Fokus wieder auf das Spiel zu lenken. Die eingewechselte Lena Frei wehrte dann Brasiliens Matchball mit einem Ass ab. Kurz später – nach einem zweiten abgewehrten Matchball – hatten die Schweizerinnen ihre zweite Gelegenheit, das Spiel für sich zu entscheiden. Diesmal verwerteten sie diese. Der Jubel war grenzenlos, es flossen Freudetränen.

Man durfte nicht mit einer Medaille rechnen

Die Schweizerinnen hatten sich in der letzten Woche in Walzenhausen auf die WM vorbereitet, was ihnen offenbar Glück gebracht hat. Im Aufgebot standen mit Lena Frei, Elena Sieber und Cellina Walt auch drei Faustballerinnen aus der Region.

Dennoch kam die Bronzemedaille unerwartet. Nach einem grossen Umbruch im Team nach dem letzten grossen Turnier – es übernahm ein neues Trainerduo und alle vier Angreiferinnen wurden ausgewechselt – durfte man nicht damit rechnen. Auch die Vorrunde, in der die Schweiz couragiert auftrat, aber keine Topnation besiegte, deutete nicht darauf hin. Die Schweizerinnen starteten nicht favorisiert ins Bronzespiel.

«Es ist absolut crazy, dass wir Bronze gewonnen haben. Wir hatten immer Vertrauen, dass wir die Partie noch drehen können. Dank den Fans im Rücken und allen zehn Spielerinnen haben wir das geschafft», sagte Trainer Andri Kaiser. Und: «Wir haben einen super Staff, der den Spielerinnen viel Empathie und Vertrauen entgegenbringt, in den richtigen Situationen aber auch hart sein kann. So haben wir in den letzten Monaten sehr intensiv gearbeitet und konnten nun diesen Erfolg feiern.»

Undankbarer vierter Rang für die Männer

Die U18-Männer starteten ambitioniert in die Heim-WM – nichts weniger als der Final war ihr grosses Ziel. In der Vorrunde erledigten die Schweizer ihre Pflichtaufgaben souverän, besiegten Namibia, Neuseeland und Chile. Sie mussten sich den drei grossen Gegnern aber auch geschlagen geben. Immerhin: Gegen Deutschland (1:3), Österreich (1:3) und Brasilien (2:3) sicherten sich die Schweizer immer mindestens einen Satz.

Nach Rang vier in der Gruppe wartete im Halbfinal Deutschland. Zwei Sätze lang forderten die Schweizer den Favoriten, verloren die Sätze aber doch. Wenig später setzten sich die Deutschen mit 3:0 durch. Der Finaltraum war geplatzt, die Enttäuschung riesig. Es bestand aber noch die Chance, mit einem Sieg gegen Brasilien Bronze zu holen. Die Schweizer U18-Männer haben seit 14 Jahren keine WM-Medaille mehr gewonnen – das änderte sich nicht. Sie fanden nie zu ihrem Spiel und verloren in drei Sätzen klar. So blieb am Ende einmal mehr nur der undankbare vierte Rang.

WM U18-Frauen
Vorrunde: Schweiz – Brasilien 1:3 (11:8, 5:11, 9:11, 8:11), Schweiz – Österreich 0:3 (5:11, 5:11, 9:11), Schweiz – Deutschland 0:3 (5:11, 6:11, 2:11).
Viertelfinal: Schweiz – Chile 3:1 (7:11, 11:8, 13:11, 14:12).
Halbfinal: Deutschland – Schweiz 3:0 (11:4, 11:9, 11:4).
Bronzespiel: Schweiz – Brasilien 3:2 (7:11, 9:11, 11:7, 11:5, 14:12).

WM U18-Männer
Vorrunde:
Schweiz – Namibia 3:1 (7:11, 11:3, 11:8, 13:11), Schweiz – Neuseeland 3:0 (12:10, 11:4, 11:5), Schweiz – Deutschland 1:3 (9:11, 7:11, 11:8, 7:11), Schweiz – Brasilien 2:3 (11:9, 4:11, 11:6, 5:11, 9:11), Schweiz – Chile 3:0 (11:6, 11:4, 11:8), Schweiz – Österreich 1:3 (8:11, 7:11, 14:12, 6:11).
Halbfinal: Deutschland – Schweiz 3:0 (12:10, 11:9, 11:7).
Bronzespiel: Brasilien – Schweiz 3:0 (11:8, 11:3, 11:5).