Simon Baumann ist mehrfacher Schweizer Meister Motocross. Da überrascht es kaum, gewann er auf seiner GasGas MC 450F das Qualifying. Auch dass er dann in der Königsklasse Masters Open auf den dritten Rang fuhr, ist keine Sensation. Überraschend ist aber, wie dieser zustande gekommen ist: Im Februar wurde Baumann wegen einer Schleimbeutelentzündung am rechten Ellbogen noch operiert. Zufrieden stellte er nach dem Rennen in Agasul fest: «Mein Gas-Arm funktioniert wieder.»
Baumanns Leistung ist hoch einzuschätzen, ist er im Zirkus doch bereits ein alter Hase – seine Gegner auf dem Podest sind mit 16 und 18 Jahren nicht einmal halb so alt wie er. Die weiteren Rheintaler reihten sich weiter hinten ein. Der Auer Luca Wirth fuhr auf KTM auf den 16. Rang, der Widnauer Samuel Blank belegte den 28. Platz. In der Kategorie MX Open B fuhr der Diepoldsauer Stefan Walter auf Rang zehn.
Eine Aufholjagd und ein konstanter Lauf
Vor dem Rennen wurde gemunkelt, ob Baumann im kleinen Weiler Agasul, der zwischen Illnau-Effretikon und Weisslingen liegt, wirklich an den Start gehen würde. Er tat es und war im Zeittraining der Schnellste. Damit beeindruckte die Rheintaler Cross-Legende die Szene. Auch dass er im ersten Durchgang Vierter und im zweiten Lauf Dritter wurde, war eindrücklich. Als Tagesdritter erreichte er das Podest.
Zuvor war Baumann aus der Pole-Position gestartet. Er erwischte im ersten Lauf aber einen schlechten Start und fiel auf Rang zehn zurück. Dank einer beherzten Aufholjagd reichte es dann doch noch auf den vierten Platz. Besser verlief der Start in den zweiten Durchgang. Lange fuhr Baumann an zweiter Stelle, ehe ihn der 18-jährige Kimi Isler noch überholte, doch mit Rang drei durfte der Rheintaler zufrieden sein. Beide Rennen gewann der 16-jährige Lokalmatador Noryn Polsini aus Fischenthal ZH.
Baumann peilt den Sieg in der Rheintaler Heimat an
Simon Baumann plant nicht, die ganze Motocross-Meisterschaft zu fahren. «Das wäre zu viel», sagt er. Aber startet er am 10. und 11. Mai am traditionellen Motocross in Oberriet? «Wahrscheinlich schon. Ich werde das kurz vorher entscheiden.»
Wichtiger ist ihm ohnehin die Schweizer Supermoto-Meisterschaft, die am 5. und 6. April in Villars-sous-Écot (F) beginnt. «Da möchte ich angreifen und um den Titel mitfahren», sagt Baumann. Die Meisterschaft umfasst fünf Rennen. Auf den Saisonauftakt folgt eines am Flughafen in Ambrì TI, eines in Lignières NE sowie eines in Frauenfeld. Am 6./7. September ist der Supermoto-Zirkus dann zum Saisonabschluss in Altstätten zu Gast. Baumann will angreifen: «Ein Sieg vor heimischem Publikum würde mir besonders schmecken.»
Simon Baumann fährt kurz nach einer Operation auf das Podest