Seitenblick: «Dä hät scho Gääl!» | Der Rheintaler

09.04.2018

Seitenblick: «Dä hät scho Gääl!»

Der Regionalfussball hat sich endlich aus der viel zu langen Winterpause zurückgemeldet. Gibt es etwas Schöneres, als den Teams aus Widnau, Rebstein oder Montlingen beim Kampf um Punkte zuzusehen, wobei das Wort Kampf in so vielen Hinsichten stimmt? Ja. Gibt es. Nämlich das Publikum.

Von Remo Zollinger
aktualisiert am 03.11.2022
Bei Rheintaler Derbys hat es mehr Zuschauer als bei manch einem Spiel in der zweithöchsten Schweizer Liga. Widnau gegen Au-Berneck wollten 750 sehen. Ihre Spielbesuche ähneln sich: Junge und Junggebliebene – oder sind es Alte und Altgewordene? – treffen sich auf dem Sportplatz, holen ein Bier und eine Wurst, schauen und diskutieren das Spiel, gehen mehr oder weniger zufrieden heim.Was erstaunt, ist das Herzblut, mit dem viele an ihren Vereinen hängen. Während hektischen Spielen können die besonnensten Herren und Damen zu wild gestikulierenden Ultras werden. Im Fadenkreuz haben sie oft den Schiedsrichter. «Immer de Gliich!», heisst es, wenn es ein Foul gibt – ganz egal, ob der Foulende Wiederholungstäter ist oder nicht. Bei gröberen Fouls heisst es jeweils «Dä hät scho Gääl!»: Eine Aufforderung, den Foulenden des Feldes zu verweisen – ganz egal, ob er schon Gelb hatte oder nicht.Auch beim Cupderby zwischen Widnau und St. Margrethen fiel der Spruch öfters. Nur: Diesmal hatte er eine Bedeutung. Kurz vor der Pause foulte ein Spieler des Gästeteams, der Schiedsrichter bestrafte ihn mit Gelb. Erst nach mehrfachen Hinweisen aus dem Publikum merkte der Unparteiische: Dä hät scho Gääl. Und weil zweimal Gääl Rot heisst, musste der St. Margrether vom Feld.