Eishockey 23.11.2022

SCR-Trainer Moser: «Drei Tage nach dem Einbruch hat mein Team sein wahres Gesicht gezeigt»

Der 39-jährige Bündner Sascha Moser ist seit 2020 Trainer des SC Rheintal, für den er als Spieler mehr als 300 Mal im Einsatz stand. Im Interview redet er über den Aufschwung in dieser Saison und die letzten zwei Spiele.

Von Yves Solenthaler
aktualisiert am 24.11.2022
Eishockey 23.11.2022

SCR-Trainer Moser: «Drei Tage nach dem Einbruch hat mein Team sein wahres Gesicht gezeigt»

Der 39-jährige Bündner Sascha Moser ist seit 2020 Trainer des SC Rheintal, für den er als Spieler mehr als 300 Mal im Einsatz stand. Im Interview redet er über den Aufschwung in dieser Saison und die letzten zwei Spiele.

Von Yves Solenthaler
aktualisiert am 24.11.2022

Sascha Moser, der SC Rheintal hat wechselhafte Tage hinter sich. Wie erklären Sie die 6:8-Niederlage gegen Herisau nach 6:2-Führung?
Sascha Moser: Das habe ich noch nie erlebt. Den Grund kenne ich nicht, es ist auch müssig danach zu suchen. Ich habe den Spielern zwei Dinge gesagt: Ein Eishockeymatch dauert 60 Minuten, und dass der Spielverlauf zeigt, dass man den Glauben an den Sieg nie verlieren darf.

Sascha Moser ist seit 2020 Trainer des SC Rheintal.
Sascha Moser ist seit 2020 Trainer des SC Rheintal.
Bild: pd

Am Dienstag beim 5:1-Sieg gegen die Pikes klappte es.
Das war ein sehr schwieriges Spiel, der Einbruch vom Samstag liess keinen kalt – und das sah man zu Beginn auch. Aber die Spieler haben sich reingekämpft und konsequent unseren Plan befolgt. Für diesen Sieg gebührt dem Team ein grosses Lob, es hat Moral gezeigt.

Die Mannschaft zeigte wieder dasselbe Gesicht wie in den ersten zehn Spielen der Meisterschaft, in der sie das Publikum begeisterte.
Es war wichtig, dass wir uns von der Niederlage in Luzern und dem Erlebnis gegen Herisau nicht runterziehen liessen. Aber die Spieler haben so reagiert, wie ich sie kenne.

Die Negativspirale kennen Sie von letzter Saison. Damals gab’s 14 Niederlagen in Serie. Weshalb läuft es jetzt mit einer nur punktuell veränderten Mannschaft so viel besser?
Ich bin in der dritten Saison Trainer beim SC Rheintal. Die erste Spielzeit wurde wegen Corona abgebrochen, die zweite unterbrochen – das ist die erste volle Saison. Wir haben viele junge Spieler, die entwicklungsfähig sind. Und ich habe als Trainer zum Teil andere Vorstellungen als mein Vorgänger: Bei mir steht immer das Kollektiv im Vordergrund. Wir brauchten einfach Zeit, um uns aneinander zu gewöhnen.

Das tönt abgeklärt, hatten Sie diese Ruhe und Zuversicht auch, als es letzte Saison nicht lief?
Ich war immer überzeugt, dass die Mannschaft das Potenzial hat, um in der 1. Liga die Playoffs zu erreichen, und ich sah, dass die Spieler hart an sich arbeiteten. In der Abstiegsrunde schafften sie souverän den Ligaerhalt. Nach der letzten Saison habe ich ihnen gesagt, dass ich ihnen vertraue, und dass wir mit ihnen unsere Ziele erreichen werden.

«Das Kollektiv steht immer im Vordergrund», sagt Sascha Moser.
«Das Kollektiv steht immer im Vordergrund», sagt Sascha Moser.
Bild: Remo Zollinger

Das Vertrauen des Trainers in die Mannschaft nützt nichts, wenn der Verein dem Trainer nicht vertraut. Dass ein Trainerneuling wie Sie die letzte Saison überstanden hat, ist aussergewöhnlich, nicht?
Es ist entgegen den gängigen Mechanismen im Eishockey – wenn ein Trainer sechs, sieben Mal verliert, ist er schnell weg. Ich bin dem Verein und Sportchef Fabian von Allmen dankbar für das in mich gesetzte Vertrauen. Ich habe schon als Spieler mein Herzblut in den SC Rheintal gesteckt, so bin ich auch als Trainer. Das sehen sie wohl auch im Umfeld des Vereins.

Das Ziel ist die Playoff-Quali. Das sieht gut aus bei über zehn Punkten Vorsprung.
Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Aber gerade das Spiel gegen Herisau hat gezeigt, dass wir weiter hart arbeiten müssen.»