Oberegg | Heiden 30.12.2022

Schneefrei ins neue Jahr – ganz anders als etwa noch 1969/70

Wieder einmal fehlt in den Weihnachts- und Neujahrstagen der Schnee. Darunter leiden die Vorderländer Skilifte in Oberegg, Heiden und Grub. Total anders präsentierte sich der Winter 1969/70, als Rekordwerte erzielt wurden.

Von Peter Eggenberger
aktualisiert am 30.12.2022
Oberegg | Heiden 30.12.2022

Schneefrei ins neue Jahr – ganz anders als etwa noch 1969/70

Wieder einmal fehlt in den Weihnachts- und Neujahrstagen der Schnee. Darunter leiden die Vorderländer Skilifte in Oberegg, Heiden und Grub. Total anders präsentierte sich der Winter 1969/70, als Rekordwerte erzielt wurden.

Von Peter Eggenberger
aktualisiert am 30.12.2022

Der von Heiden aus auf den Bischofsberg führende Skilift verzeichnete im Winter 1969/70 mit 254'271 Beförderungen ein Rekordergebnis. Ähnlich sensationelle Werte gab es in Oberegg – St. Anton und Grub – Kaien. Damals herrschten gemäss der Wetterchronik im «Häädler Kalender» traumhafte Schneeverhältnisse.

Dort steht: «Bis zum 25. November 1969 dominierte schönes Herbstwetter. Ganz unvermittelt aber wurde am 26. November der lange und herrliche Altweibersommer vom Winter abgelöst. Ende Monat betrug die Neuschneemenge gemäss der meteorologischen Station Heiden bereits 64 Zentimeter.»

Auch an Heiligabend fiel jede Menge Neuschnee

Wegen grosser Kälte habe sich die Ende November gebildete Schneedecke überdurchschnittlich lang gehalten – zumal es weitere Schneefälle gab. So fiel auch in der Nacht auf den 24. Dezember Schnee. Am Morgen wurde dann die Temperatur von minus 5,4 Grad registriert.

Auch im Winter 1969/70 gab es einen Wärmeeinbruch, wie er in den letzten Jahren immer wieder in der zweiten Dezemberhälfte erfolgte. «Ab dem 10. Januar fegte der Föhn den Schnee innert zwei Tagen weg, und anschliessend schneite es nur noch unbedeutend. Wer aber gehofft hatte, dass sich das ‹ringe› Januarwetter im Februar fortsetze, wurde bös enttäuscht», heisst es in der Chronik.

Im Februar 1970 hatte es an 20 Tagen geschneit. Das führte zur grössten Neuschneemenge des ganzen Winters: 246 Zentimeter fielen vom Himmel. Beinahe durchgehend herrschten Temperaturen von unter minus zehn Grad. Der März folgte mit zwölf Schneefalltagen, bis Mitte Monat waren Minustemperaturen zu verzeichnen, steht in der Wetterchronik. Und:

Wintersportler konnten die Saison schier ins Unermessliche verlängern.

Im Vorderland hatten die Skilifte keine Ruhe. Das spätwinterliche Gepräge setzte sich bis Mitte April fort.

Der Schnee, der den Skiliften diese überdurchschnittlich lange Saison bescherte, hatte aber auch negative Seiten. So erinnert der «Häädler Kalender» an den 24. Februar 1970, als eine in Reckingen im Oberwallis niedergegangene Lawine 30 Menschenleben forderte.


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