Auf dem Rheinblick waren drei Minuten und neun Sekunden gespielt, da nahm Au-Berneck-Captain Mario Zivic von der Seite Anlauf zu einem Freistoss. Und er verwandelte diesen sehenswert zum 1:0 für seine Mannschaft – klar, Joel Eugster im Rüthner Tor war nicht komplett von der Schuld freizusprechen, doch der Schuss war so platziert, dass es übertrieben wäre, das Tor nur dem Goalie zuzuschreiben.
Danach blieben die Gäste, die dringend Punkte gegen den Abstieg brauchen, am Drücker. Rüthi fand noch gar nicht statt und Orhan Ademi schoss nach einer Vorlage von Viktor Pajic nur knapp daneben. Danach nahm Rüthis Captain Guri Bojaxhi das Heft in die Hand. «Come on, alle, jetzt!», rief er über den Platz und erreichte damit seine Teamkollegen. Noch dauerte es, bis der FCR ins Spiel fand, ein Abschluss von Robin Sonderegger fiel zu schwach aus. Doch damit kündigte Rüthi seine Ambitionen an, während Au-Berneck auf unerklärliche Weise komplett den Faden verlor.
In der 27. Minute war es Flamur Bojaxhi, der einen Steilpass mit dem rechten Innenrist ins Tor schob. Bojaxhi ist wie eine Flasche Wein: Je älter er wird, desto besser wird er. Es war sein 14. Saisontor – und er spielte 90 Minuten durch. Rüthi traf kurz später den Pfosten und dann begann die Kevin-Streule-Show: Innert dreier Minuten traf er zum 2:1 und dem 3:1. Zuerst verwertete er einen Pass von Pascal Zäch, danach stand er nach einer Vorbereitung von Sonderegger ganz allein im Sechzehner und traf zum 3:1. Au-Berneck erwachte erst danach wieder, erzielte bis zur Pause aber kein Tor mehr, Orhan Ademi vergab noch eine Chance.
Auch nach der Pause hatte Ademi die erste Chance, doch er blieb erneut hängen. Danach setzte Rüthi zum Doppelschlag an: Zuerst traf Flamur Bojaxhi (Tor 15!) zum 4:1, dann Sonderegger zum 5:1. Damit war das Spiel nach 59 Minuten schon gelaufen. Für den Rest der Partie plätscherte das Spiel vor sich hin, beide Mannschaften versuchten noch etwas, nahmen aber nicht zu viel Risiko. Es war ein faires Derby, in dem es nur zwei gelbe Karten gab (beide gegen Au-Berneck). Und die Gäste trafen in der Schlussphase noch zum 5:2 durch Orhan Ademi, doch mehr als das lag nicht drin.
Für Au-Berneck wird es nun mühsam: Die Mittelrheintaler sind abstiegsgefährdet und gaben auf dem Platz den Eindruck ab, viele gute Fussballer, aber kein Team zu sein. Und Rüthi? Die Gastgeber feierten einen weiteren spektakulären Heimsieg und haben die Serie der Spiele ohne Niederlage auf dem Rheinblick einmal mehr beeindruckend verlängert.
Rüthi nutzt unerklärlichen Au-Berneck-Einbruch und gewinnt 5:2