Der Gemeinderat habe seinem Gesuch entsprochen, teilt der Gemeindepräsident in einer Medienmitteilung mit. Reto Friedauer geht auch offen auf die Gründe für seinen Entscheid ein: «In Absprache mit meiner Frau Barbara darf ich Sie informieren, dass meine Gattin an der seltenen und leider unheilbaren neuromuskulären Krankheit ALS leidet.»

Er brauche mehr zeitliche Freiheiten, um seiner Frau und seiner Familie beistehen zu können. «Und dies lässt sich auf Dauer nicht mit meinem anspruchsvollen und zeitintensiven Amt als Gemeindepräsident vereinbaren.»
Er habe eine spannende und herausfordernde 16-jährige Reise mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich, teilt er weiter mit. «Ich habe meinen äusserst vielfältigen Job als Gemeindepräsident sehr gern gemacht. Es war mir in all den Jahren eine Ehre, mit meinen Ratskolleginnen und -kollegen und meinem Team dem Wohl der Gemeinde und der Region zu dienen.»
Reto Friedauer ist 62 Jahre alt und wurde letzten Herbst bei den kommunalen Gesamterneuerungswahlen für eine weitere Legislatur als Gemeindepräsident gewählt. Diese wird er nun nicht mehr über die volle Dauer von vier Jahren ausführen.
Was ist ALS?
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine neurodegenerative Erkrankung, die die Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark angreift. Sie führt zu einer fortschreitenden Schwächung der Muskulatur, was sowohl die Bewegung als auch die Atmung beeinträchtigt. Betroffene verlieren zunehmend die Fähigkeit, ihre Muskeln zu kontrollieren, während die geistige Klarheit meist erhalten bleibt. Die genaue Ursache von ALS ist bislang weitgehend unbekannt, es gibt jedoch genetische und Umweltfaktoren, die eine Rolle spielen könnten. Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, können Therapien helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Die Geschwindigkeit, mit der ALS fortschreitet, kann gemäss der Website des Universitätsspitals Zürich stark variieren. In einigen Fällen breitet sich die Krankheit innerhalb weniger Wochen auf weitere Muskelgruppen aus, während es in anderen Fällen Monate dauert. Generell schreitet ALS jedoch meist rasch voran. Mit der Zeit kommt es immer zu einer Ausweitung der Symptome, je nach der betroffenen Muskulatur (z.B. Geh-, Kau- oder Atemstörungen).
Betroffene versterben im Schnitt drei bis fünf Jahre nach Krankheitsausbruch, wie das Universitätsspital Zürich auf seiner Website schreibt. Es gibt aber auch Erkrankte, deren Zustand sich nur langsam verschlechtert und die deshalb länger überleben – in seltenen Fällen sogar mehr als zehn Jahre. (rü)
Reto Friedauer gibt vorzeitigen Rücktritt bekannt - Die Krankheit seiner Frau führt dazu