Präsident trat nach zehn Jahren zurück – Bernhard Schneider wird höchster Riettüfel Triber | Der Rheintaler

Altstätten 15.05.2023

Präsident trat nach zehn Jahren zurück – Bernhard Schneider wird höchster Riettüfel Triber

An der 17. Hauptversammlung des Vereins Riet­tüfel Triber Altstätten hat es einen Wechsel an der Vereinsspitze gegeben: Die Mitglieder haben Bernhard Schneider zum neuen Präsidenten gewählt.

Von pd
aktualisiert am 15.05.2023

An ihrer HV hielten die Riettüfel Triber Rückschau auf das vergangene Vereinsjahr. Bei den verschiedenen Auftritten in der Schweiz und dem angrenzenden Ausland gelang es ihnen immer wieder, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Der absolute Höhepunkt war die Rückkehr in die Heimat mit der Teilnahme am «Tschätteri» und am Fasnachtssonntagsumzug in Altstätten.

Philippe Sinz stellte sich an der Hauptversammlung nicht mehr zur Wiederwahl als Präsident der Riettüfel Triber zu Verfügung, und er trat auch als Vorstandsmitglied zurück.

Bisheriger Vize folgt auf langjährigen Präsidenten

Philippe Sinz ist einer von vier Gründungsmitgliedern, er hatte das Amt des Präsidenten während zehn Jahren inne. Er übergibt die Chefposition an den bisherigen Vizepräsidenten Bernhard Schneider. An der Haupt­versammlung in der Gaststube Fernsicht in Lüchingen wurde Bernhard Schneider einstimmig zum neuen Präsidenten der Riettüfel Triber und Andreas Dietsche zum neuen Vorstandsmitglied gewählt.

Weiter trat ein letztjähriger «Aaafänger» als Vollmitglied in den Verein über. Die erste Schweizer Perchtengruppe zählt aktuell 29 Mitglieder. Als teuflisch-schöne Perchten und Mönche verbreiten die Riettüfel Triber aus Altstätten mystische Stimmung, gepaart mit althergeholtem Brauchtum.

Der Allmendplatz wird zum Hotspot

Am 1./2. September ist es wieder so weit: «Auf Teufel komm raus». Der Sommeranlass der Riettüfel Triber, der alle zwei Jahre auf der Allmend stattfindet, verspricht wieder ein magisches Fest zu werden. Im mystischen Dorf mit diversen Attraktionen und Auftritten wird der Allmendplatz wieder zum, im wahrsten Sinne des Wortes, «Hotspot» im Rheintal.

Brauchtumsgruppe mit Ursprung

Riettuefel In Altstaetten

Festlichkeiten und Traditionen unseres Landes sind tief in der Geschichte und Mythologie der westlichen, ja sogar der asiatischen Welt verwurzelt. Überlieferungen aus heidnischer Zeit wurden von der christlichen Kirche in abgewandelter Form anerkannt und übernommen. Die Feiern aus der Vorzeit schützten Menschen vor den Anfechtungen des Jenseits und versöhnten sie mit den Urgewalten. Die rituellen Zeremonien bildeten eine Art «Schutzbündnis» mit der Natur. Das Bewusstsein mit der Erde, den Gestirnen und den Jahreszeiten in Einklang zu stehen, begünstigte und förderte die Aktivität der Menschen, das wirtschaftliche Gedeihen und knüpfte die soziale Bande enger.

Im Jahr 2006 wurde in Altstätten mit den Riettüfel Triber die erste Perchtengruppe der Schweiz gegründet. Für die Schweiz ist dieses Brauchtum an sich nichts Neues. So wird es bei uns in vielen Regionen in ähnlicher Art und Weise gefeiert, jedoch anders benannt. Beispielsweise am 2. Januar die «Harder Potschete» in Interlaken oder am letzten Wochentag vor dem 31. Dezember der «Übersitz» in Meiringen. Mit Trommeln, schrägen Masken und rhythmischem «Trychleklang» werden in Meiringen die bösen Geister vertrieben. Nicht zu vergessen sind die Silversterkläuse in Urnäsch, die mit «Schönen, Wüeschten und Schöwüeschten» das kommende Jahr segnen. Ebenso das «Achetringele», der Laupener Silvesterbrauch, die Wiler-Tüüfel, die seit 1595 die Fasnacht auf den Strassen zelebrierten. Zudem gibt’s die «Tschäggättä» vom Lötschental, die «Pschourri» in Splügen und viele mehr.

Diese Aufzählung ist bei weitem nicht abschliessend, aber alle diese Gruppen haben einen ähnlichen Sinn. Nämlich Gutes für das kommende Jahr zu bringen und die bösen Geister zu vertreiben. Heute sind der Sinn und der symbolische Gehalt bestimmter Überlieferungen verloren gegangen. Wenn es jedoch die Schweiz verstanden hat, ihre Bräuche und Feste in Ehren zu halten, dann nur, weil sie der Bevölkerung heute wie damals am Herzen liegen. Feste und Bräuche überleben nicht nur als Überbleibsel einer fernen Vergangenheit, sondern als greifbare Wirklichkeit pulsierenden Lebens.