14.09.2022

Pfarreisaal ist fürs ganze Dorf

«Wir Auer sagen: ‹Die Balger haben, die Widnauer haben› – nur wir haben nichts, doch jetzt lässt es sich ändern»: Dieses Statement Baptist Sondereggers am Dienstagabend betrifft das neue Pfarreiheim, das ein Bau für alle wäre.

Von Gert Bruderer
aktualisiert am 02.11.2022
14.09.2022

Pfarreisaal ist fürs ganze Dorf

«Wir Auer sagen: ‹Die Balger haben, die Widnauer haben› – nur wir haben nichts, doch jetzt lässt es sich ändern»: Dieses Statement Baptist Sondereggers am Dienstagabend betrifft das neue Pfarreiheim, das ein Bau für alle wäre.

Von Gert Bruderer
aktualisiert am 02.11.2022
In der Mehrzweckhalle bekam die Öffentlichkeit das neue Pfarreiheim vorgestellt – erst als Strukturmodell, als einen ersten Entwurf. Die Vorstellung ist es, für grob geschätzte 6 Millionen Franken neben dem heutigen Pfarreiheim einen Saal für 300 Personen (bei Reihenbestuhlung) im Parterre zu bauen, mit einem Pfarreisekretariat, einem Seelsorgerbüro und einer «gegenüber heute dreimal so grossen Küche», alles ebenfalls im Erdgeschoss.Im Obergeschoss sollen vielfältig nutzbare Räume entstehen, für grössere und kleinere Sitzungen, Religionsunterricht und alles Mögliche. Das bestehende Pfarreiheim würde saniert und bliebe dem Blauring erhalten.Politisch Au zu einem Drittel an Kosten beteiligtDer Kirchenverwaltungsrat geht davon aus, dass die Kirche zwei Drittel der Kosten trägt, die politische Gemeinde den Rest. Der Gemeinderat hält die Beteiligung für sinnvoll.Es bestehe klar Bedarf, sagte Gemeindepräsident Christian Sepin. Raum, wie er geplant sei, fehle in Au und das Zusammenspannen mit der Kirchgemeinde diene allen. Das Nutzungsrecht würde im Grundbuch eingetragen.   Eine Million Franken habe zudem der katholische Konfessionsteil zugesichert, sagte Kirchenpräsidentin Monika Bürki-Büchel, und die Baureserve der katholischen Kirchgemeinde betrage ebenfalls eine Million.Für die Bürgerversammlungen der politischen Gemeinde und der Kirchgemeinde im Frühjahr ist die Vorlage des Planungskredits zu erwarten, von Mai bis August soll die Bearbeitung des Vorprojekts erfolgen und ungefähr im September 2023 das ausgereifte Projekt vorgestellt werden, ehe die Bürgerschaft sowohl der Kirchgemeinde als auch der politischen Gemeinde an der Urne über ein neues Pfarreiheim abstimmen kann.[caption_left: Etwa so könnte das neue Auer Pfarreiheim aussehen, das sich in unmittelbarer Nähe der Kirche befände.  Bild: pd]Fast zwanzig Leute wollten das MikrofonAn der Veranstaltung vom Dienstag wurde eifrig diskutiert. Fast zwanzig Anwesende wollten das Mikrofon. Ortsverwaltungsrat Urs Lenz erkundigte sich nach dem «Bedürfnisnachweis für so grosse Räume», erinnerte daran, dass es im nahen Restaurant Engel ebenfalls einen stattlichen Saal gebe und erwähnte das frühere Pfarrhaus, das die katholische Kirchgemeinde ja auch noch besitze. Provokativ fragte er, ob man ein «Luxusproblem» habe. (Urs Lenz legt Wert auf die Feststellung, dass er sich als Privatperson geäussert habe, Anm. der Red.)   Mesmer Fredy Sprenger meinte: «Es gibt kaum einen Verein, der den Saal nicht braucht, er wäre für die Allgemeinheit, nicht vor allem für die Kirche.» Mehrere Stimmen pflichteten dem Mesmer bei, ein Vereinsvertreter warnte vor untauglichem Flickwerk bei einem Verzicht. Regula Zoller, die der Geschäftsprüfungskommission sowohl der katholischen Kirchgemeinde als auch der Ortsgemeinde angehört, wunderte sich: «Alle brauchen den Saal, doch man spricht nicht miteinander.» Diesen Eindruck habe sie gewonnen. An Urs Lenz gerichtet meinte sie: «Es fragt sich, ob die Ortsgemeinde sich nicht stärker einbeziehen lassen will.» Regula Zollers Plädoyer für «gemeinsames grosszügiges Denken» wurde mit Applaus quittiert.Grösse und Lage der Küche umstrittenAm meisten gab die Küche zu reden. Architektin Ana Sophia Gonçalves sprach von einer (verglichen mit heute) «dreimal so grossen Küche», was mehrere Wortmeldungen nach sich zog. «Seid so gut und macht sie noch etwas grösser», meinte die Landfrauen-Vertreterin. Zur HV kämen jeweils 90 Frauen, und die beliebten Kochkurse erforderten entsprechenden Platz. Auch von anderer Seite wurde eine dreimal so grosse Küche als zu klein befunden. Die Kirchenpräsidentin wandte ein, heute sei das Catering im Trend, der Plan sei zudem provisorisch und entschieden sei noch nichts. Die Architektin kritisierte die eigene Aussage und meinte, die Küche sei «wirklich sehr grosszügig und professionell».Auch die Lage dieses Raumes gab zu reden, bis Mesmer Sprenger abschliessend erklärte: «Bei einer Küche direkt neben dem Saal regt sich doch jeder (und jede) auf, dann heisst es dauernd ‹Töör zue, Töör zue, Töör zue, viel meh säg i nöd›.» [caption_left: Etwa siebzig Interessierte waren zur Informationsveranstaltung gekommen.]

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