Walzenhausen 02.04.2026

Offener Dialog: Die Bevölkerung stellt kritische Fragen, der Gemeinderat liefert Antworten

«Gemeinderat Walzenhausen gibt Auskunft»: Das Interesse der Bevölkerung an der Veranstaltung war beachtlich, die Vielfalt der Themen ebenfalls.

Von Lukas Pfiffner
aktualisiert am 02.04.2026

Zum dritten Mal war die Bevölkerung Walzenhausens zu diesem Anlass eingeladen. «Nutzen Sie die Gelegenheit. Stellen Sie Fragen. Seien Sie kritisch, aber konstruktiv und respektvoll», sagte Hans-Ulrich Sturzenegger, Präsident der Lesegesellschaft Lachen-Walzenhausen, bei der Begrüssung im Singsaal. Knapp 50 Personen waren erschienen – und sie hielten sich an den Wunsch des Moderators.

Während zwei Stunden beantworteten Gemeindepräsident Michael Litscher, Karin Steingruber (Ressort Hoch- und Tiefbau), Michel Bawidamann (Sicherheit und Umwelt), André Kouwenhoven (Bildung und Jugend) sowie Alexander Betriche (Gesundheit und Soziales) Fragen.

Der Moderator nannte die Zonenplanrevision mit der Auszonung von 4,4 Hektaren Bauland einen «Dauerbrenner», der Gemeindepräsident eine «Herkulesaufgabe». Man hoffe, das Verfahren nun beschleunigen zu können. «Ich habe Hunderte Gespräche mit Einsprechenden geführt, mit zehn hat man sich nicht einigen können», sagte Litscher. Es gelte nun, Fragen durch den Regierungsrat und allenfalls weitere Instanzen zu klären. Michel Bawidamann erklärte, warum die Feuerwehr Walzenhausen nun zur Regionalen Feuerwehr Vorderland gehöre.

Unsere Leute arbeiten nicht mehr hier. Es ist nicht machbar, eine Feuerwehr ausschliesslich mit Walzenhauser Mannschaft und Offizieren zu betreiben.

 Zudem sei es für eine Gemeinde allein ein riesiger finanzieller «Lupf», den Fahrzeugpark aufrechtzuerhalten.

Mit vier Schulhäusern «eher grosszügig unterwegs»

Ist die Schule Walzenhausen eine teure Schule? Ja, wenn man die Kosten pro Schülerin und Schüler nehme, die höher liegen als im kantonalen Durchschnitt, sagte Litscher. Dies habe mit der im Vergleich geringen Zahl an Lernenden zu tun.

Wir brauchen Bauland für Familien, um attraktiv zu bleiben und Familien zu bewegen, hierher zu ziehen.

Mit den vier Schulhäusern Dorf, Güetli, Wilen und Bild sei man eher grosszügig unterwegs, sagte André Kouwenhoven. Bei Letzterem erfolge eine Abklärung des Sanierungsbedarfs.

Alexander Betriche war gefragt zum Thema Alterswohnheim Almendsberg: «Wir konzentrieren uns auf die Weiterführung des bestehenden Betriebes.» Für einen Ausbau Richtung Betreutes Wohnen gäbe das Areal Möglichkeiten her, aber die Ideen würden hier den Finanzen gegenüberstehen. Eine Integration des Betreuten Wohnens im bestehenden Gebäude sei schwierig zu realisieren. Seit Kurzem ist bekannt, dass Walzenhausen und Wolfhalden die gemeinsame Finanzverwaltung nicht fortführen. Litscher sagt: «Wir suchen nach wie vor geeignete Lösungen mit umliegenden Gemeinden für eine Zusammenarbeit, weil wir Vorteile darin sehen.» Andere Kooperationen würden gut funktionieren. Aus dem Scheitern der gemeinsamen Finanzverwaltung habe man gelernt, die Abläufe, die Kultur, die Angleichung sorgfältiger zu prüfen und nicht unter Zeitdruck zu handeln.

Ladestationen und Strassenbeleuchtung

Auch Elektro-Ladestationen kamen zur Sprache. Das Konzept sehe weitere Standorte vor, das Bedürfnis sei aber nicht riesig. Eine weitere Wortmeldung aus dem Publikum betraf die Strassenbeleuchtung, die sehr früh ausgeschaltet werde. Da würden die Meinungen auseinandergehen, die Gemeinde wäge immer wieder ab. Zur Weihnachtsbeleuchtung konnte Karin Steingruber mitteilen, dass neu total 65 Sternebögen vorgesehen sind. Parkplätze, ÖV-Konzept, Mobilfunkantennen, Schwankungen in der Einwohnerzahl, Kita, Häufung von Rücktritten aus Kommissionen: Breit war die Palette an weiteren Themen, die diskutiert wurden. 

Wertschätzung und Apéro

Als Auflockerung zog Hans-Ulrich Sturzenegger Zettelchen aus einem Beutel mit speziellen Fragen, deren Antworten nicht zwingend mit der politischen Arbeit des Gemeinderates zu tun hatten. Beispiele: «Wo finden Sie Ruhe?» «Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?» «Welchen Ratschlag geben Sie sich selber?» Vor dem abschliessenden Apéro, der Gelegenheit zum vertieften Austausch im persönlichen Gespräch gab, dankte der Moderator den fünf Personen am Tisch für ihre Offenheit und ihre Arbeit:

Der Gemeinderat leistet sehr viel für die Gemeinde.

Auch aus dem Publikum gab es Äusserungen der Wertschätzung.