Das Interesse war gross und der Widebaumsaal füllte sich. Es herrschte eine drückende Wärme. Kühler wurde es nicht, aber auch nicht hitziger, weder bei den Temperaturen noch der Stimmung im Saal. Werner Barmettler, Roger Meier und Bruno Seelos umschrieben ihre Absichten mit ähnlichen Worten. Sie nahmen Bezug auf Argumente ihrer Mitbewerber, aber nicht etwa um sie zu kontern, sondern um sie zu unterstreichen und zu ergänzen. «Wählen heisst auswählen», sagte Moderator Hanspeter Trütsch, ehemaliger SRF-Bundeshauskorrespondent. Er machte das Podium zu einer Show, die er mit Inhalt und humorvollen Seitenhieben bereicherte. Die Kandidaten liess er in einem guten Licht erscheinen, doch kritisierte er die Gemeinde und ihre Rahmenbedingungen - etwa mangelhafte Raumplanung. Die Lacher hatte er auf seiner Seite. «Beste Unterhaltung», lautete das Urteil vieler Gäste.
Das Podium diente vielen als Entscheidungshilfe, wer am 25. September zum Nachfolger der Gemeindepräsidentin Christa Köppel gewählt werden soll. Manche fühlten sich hingegen unsicherer als zuvor und sagten, sie wollen die Ausgangslage nochmal überdenken. Keiner der Kandidaten sei mit seinem Auftritt den anderen unterlegen gewesen, lautete eine Meinung. Moderator Hanspeter Trütsch rechnet mit einem offenen Wahlausgang. Er bezweifelt, dass bereits im September ein neuer Gemeindepräsident feststehen wird und prophezeite einen zweiten Wahlgang.