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Laufsport 24.03.2025

«Ich will das Feld nicht anführen»: Eine Strategie, die aufging

Am 47. Rhylauf in Oberriet wehte ein bisweilen kräftiger Wind. Die Läuferinnen und Läufer liessen sich davon aber nicht beeindrucken und zeigten starke Leistungen. Und auch die Einheimischen schafften es zuoberst aufs Podest.

Von Remo Zollinger
aktualisiert am 24.03.2025

14 Grad Lufttemperatur zeigte das Thermometer im Oberrieter Freibad an. Wenige Meter daneben machten sich die Läuferinnen und Läufer der Hauptkategorien bereit, ihre Strecken im Riet unter die Sohle zu nehmen. Es war am 47. Rhylauf wärmer als gewohnt, die Bedingungen waren aber doch nicht perfekt, denn der Wind blies kräftig und beinahe unablässig.

Am Rhylauf 2025 war es aussergewöhnlich warm war, wie dieses Bild vom Glarner Andrin Manser beweist.
Am Rhylauf 2025 war es aussergewöhnlich warm war, wie dieses Bild vom Glarner Andrin Manser beweist.
Bild: rez

Im Rheintal ist dies bei Laufveranstaltungen jeweils Fluch und Segen gleichzeitig: Als es in Richtung Montlingen ging, wurden die Läuferinnen und Läufer beinahe getragen – in die Gegenrichtung war es jedoch ziemlich anstrengend.

Das bemerkte mit Jan Rüttimann auch einer der Bekanntesten, die an den Start gingen. Der 29-Jährige sagte im Interview mit Moderator Erik Schegg: «Ich will das Feld nicht anführen.» Er startete über die 10-km-Distanz und nahm sich vor, vom Windschatten der Halbmarathonläufer zu profitieren. Die Strategie ging auf: Rüttimann lief die zehn Kilometer in 31 Minuten und sechs Sekunden, das ist nur eine gute halbe Minute unter seiner persönlichen Bestzeit.

Ausdauer bewies auch der zuvor erwähnte Schegg. Er kommentierte das Rennen mit viel Expertise. Der selbst aus dem Laufsport sowie dem KTV Oberriet stammende Schegg gab dem Lauf eine Stimme – und bewies beim Speakern, auch dafür viel Kondition mitzubringen.

Bei den Frauen legte Michelle Eigenmann die zehn Kilometer am schnellsten zurück. Der OK-Präsidentin des Altstätter Städtlilaufs gelang mit 36:48 min eine neue persönliche Bestleistung.

Romina Zaru vom gastgebenden KTV Oberriet erreichte das 10-km-Ziel in 59 Minuten und 44 Sekunden.
Romina Zaru vom gastgebenden KTV Oberriet erreichte das 10-km-Ziel in 59 Minuten und 44 Sekunden.
Bild: rez

Stark war auch die 15-jährige Aino Loher vom STV Oberriet-Eichenwies. Die jüngste Teilnehmerin lief in der Kurzdistanz als Dritte auf das Podest. Einen einheimischen Sieger gab es in der Kurzdistanz der Männer. Und Samuel Künz, ein Vorarlberger, der mit der Oberrieter Laufgruppe trainiert und für den Gastgeberverein an den Start ging, gewann das Rennen nicht nur, er stellte sogar einen neuen Streckenrekord auf.

In der Kategorie Halbmarathon gingen die Siege nach Belgien und in die Ukraine: Soline Braeckman gewann ebenso wie Vitaliy Shafar, der in 1:06:18 h die viertschnellste je am Rhylauf gemessene Halbmarathonzeit lief. Moderator Schegg hatte ihn als Läufer angekündigt, der mit einer Pace von drei Minuten pro Kilometer unterwegs sei und der Ukrainer lieferte. Dass die Halbmarathon-Podeste so international waren, ist für das OK ein schönes Kompliment, zeigt es doch, dass der Lauf weit über die Grenzen bekannt ist. Und dass die Top-Cracks auch kommen, wenn für einmal keine Schweizer Meisterschaft ansteht – im nächsten Jahr findet in Oberriet dann die SM über 10 km statt.

Doch der Rhylauf ist eben auch ein Breitensportevent. Das zeigte sich anhand der Bekleidung der Teilnehmenden – und am Nachmittag, als der Nachwuchs zahlreich startete.

Ranglisten: www.rhylauf.ch

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