Gartentipp: Unerwartete Ereignisse | Der Rheintaler

06.08.2021

Gartentipp: Unerwartete Ereignisse

Von Bert Stankowski
aktualisiert am 03.11.2022
"Stets findet Überraschung statt, wo man es nicht erwartet hat!" (Wilhelm Busch)Das alte Sprichwort: «Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!», schlägt im Schrebergarten immer wieder zu. Kaum hat man sich an das schöne Wetter gewöhnt, ist es auch schon wieder weg. Den Blumen scheint das aber nicht viel auszumachen. Sie geniessen die Sonnenwärme am Tag, die milden Regengüsse in der Nacht und wachsen und entwickeln sich dadurch umso üppiger.Wer aber darauf zu sehr vertraut, wird manchmal doch auch sehr enttäuscht. Meine Echinaceae, zu Deutsch Sonnenhut, hatten sich ganz herrlich entwickelt. Überraschend viele Blütenstände erschienen dieses Jahr und waren kurz vor der Vollblüte. Ich hatte geplant, reichlich Ernte zu halten und die Erkältungen verhindernden und heilenden Eigenschaften des Echinacins zu nutzen.Doch eines Morgens erschienen mir die Pflanzen irgendwie verändert. Einige der unteren Blätter waren erschlafft. Mehrere der fast offenen Blüten begannen in der Morgensonne zu nicken. Erst einmal deutete ich das als Trockenheit und goss nun reichlich mit handwarmem Regenwasser. Das sollte genügen, dachte ich mir und ging zur Arbeit.Aber wie enttäuscht war ich am Abend, als ich zur Kontrolle in den Garten kam. Meine Sonnenhutpflanzen waren alle total verwelkt und Blätter wie Blüten nahezu vertrocknet. Wie konnte das passieren, nachdem sie den ganzen Frühling über so schön gewachsen waren.Dem oder den Übeltätern kam ich schnell auf die Spur. Die ganzen Pflanzenbüsche liessen sich einfach hochheben. Von Wurzeln im Boden war keine Spur mehr vorhanden.Dafür fanden sich deutli-che Spuren der Pflanzenvernichtungskolonne: Mehrere Mäusegänge zogen sich kreuz und quer durch das Beet. Wie es mir scheint, haben auch andere Nutzniesser die heilende Wirkung des Sonnenhutes erkannt und nachts schamlos ausgenützt.Die Mäuse hat’s gefreut, mich geärgert, denn es blieb wirklich kein Würzelchen übrig. Jedenfalls plane ich, für die Ersatzaktion ein feinmaschiges Gitter in den Boden zu verlegen und die Lästlinge dadurch von ihrem Treiben abzuhalten. Nix war’s mit heilende Blüten ernten. Werde mich doch bei Anzeichen von Grippe in die Drogerie bemühen müssen.Da wünsche ich halt den Mäusen Gesundheit!Bert Stankowski Weisslingenwww.hostako.npage.eu