Ringen 28.11.2022

Eine Niederlage, die für die RS Kriessern wie ein Sieg ist

In der mit 700 Zuschauern ausverkauften Kriessner Mehrzweckhalle mussten die Gastgeber zwar die zweite
Saisonniederlage einstecken, aber das 15:16 reichte nach dem 17:14-Auswärtssieg für die ersehnte Finalqualifikation.

Von Patrick Dietsche
aktualisiert am 28.11.2022
Ringen 28.11.2022

Eine Niederlage, die für die RS Kriessern wie ein Sieg ist

In der mit 700 Zuschauern ausverkauften Kriessner Mehrzweckhalle mussten die Gastgeber zwar die zweite
Saisonniederlage einstecken, aber das 15:16 reichte nach dem 17:14-Auswärtssieg für die ersehnte Finalqualifikation.

Von Patrick Dietsche
aktualisiert am 28.11.2022

Es war angerichtet für ein Sportfest in der Halle der RS Kriessern. Volle Ränge, zwei frenetische Fanlager, die ihre Teams mit vollem Einsatz unterstützten, und eine Ausgangslage, die spannender nicht hätte sein können.

Die Mannschaften trugen dann ihren Teil zur Party bei, sie lieferten sich ein Duell, das alles enthielt, was das Ringerherz begehrt.

Damian Dietsche mit wegweisendem Sieg

Erstmals in dieser Saison trat Dimitar Sandov bis 57 kg Greco an. Wer gedacht hatte, dass die Gewichtsabnahme von vier Ki­lo («Abkochen») den besten Kriessner Punktelieferanten aufhalten, sah sich getäuscht. In seinem typischen Stil bearbeitete der Kriessner Flurin Meier unablässig und holte mit dem 15:0 den einzigen vorzeitigen Sieg des Abends.

Zweimal schon hatte sich Damian Dietsche bis 130 kg in diesem Jahr an Roman Zurfluh die Zähne ausgebissen, doch im wichtigsten Moment schaffte der Kriessner den Turnaround. Sein 6:3-Punktesieg liess die Halle zum ersten Mal erzittern. Es war augenscheinlich, welche Taktik Christoph Wittenwiler bis 61 kg Freistil gegen Nils Leutert mit auf den Weg bekommen hatte: Aus einer gesicherten Defensive sollte er den Schaden in Grenzen halten, und dies tat der Kriessner bei der 0:8-Punkteniederlage dann auch.

Im Duell zweier Greco-Kaderringer behielt Ramon Betschart bis 97 kg gegen Christian Zemp das bessere Ende für sich. Das 4:0 lebte vor allem von der Spannung, ohne dabei grosse ringerische Highlights zu bieten. Auch bei Dorien Hutter war die Vorgabe klar. Bis 65 kg Greco sollte er dem Freistilspezialisten Nino Leutert den Greco-Stil aufzwingen und damit punkten. Das gelang nicht nach Wunsch, und das 0:10 war ein Dämpfer für die Kriessner vor der Pause.

Dominik Laritz wehrt sich mit Kämpferherz

Nachdem der Kriessner Nachwuchs den Zuschauerinnen und Zuschauern zeigte, was in einem Ringertraining zu erwarten ist, ging es weiter mit dem Kampf bis 86 kg Freistil. Tobias Betschart und Tanguy Darbellay traten zum Revanchekampf der Hinrunde an. Betschart agierte sehr defensiv und erfüllte damit den einen Teil der Vorgabe seines Coaches. Dass ihm beim 0:10 keine Wertung gelang, war der unerfüllte zweite Teil seines Auftritts.

Den sportlichen Höhepunkt des Abends bot die Begegnung bis 70 kg Freistil zwischen Dominik Laritz und Randy Vock. Der Kriessner erkämpfte sich im ersten Umgang eine knappe Führung, doch Vock reagierte im zweiten Umgang mit Beinangriffen, die bei jedem anderen Gegner zum Erfolg geführt hätten. Aber Laritz gab die schon sicher geglaubten Punkte nicht ab – und am Ende holte sich der Kriessner mit einem spektakulären Konter die letzten zwei Punkte zum frenetisch gefeierten 5:0-Punktesieg in diesem spektakulären Duell.

Nichts zu feiern gab es bis 80 kg Greco für Fabio Dietsche. Die Hoffnung, sich gegen Marc Weber durchzusetzen, erfüllte sich nicht. Der unbequeme Freiämter erwies sich beim 0:8 ein weiteres Mal als zu hohe Hürde für den Kriessner.

Damit war vor den zwei letzten Kämpfen bis 75 kg noch alles offen. Zuerst trat David Loher im Greco gegen Pascal Strebel an. Strebel hatte zwar leichte Vorteile, konnte sich aber gegen Loher nie vorentscheidend absetzen, und weil der Kriessner im zweiten Umgang das Tempo forcierte, schaffte er beim 1:7 dank einer Passivität des Freiämters den budgetierten Mannschaftszähler.

Nun war es an Marc Dietsche, im abschliessenden Freistilkampf gegen Joel Meier die fehlenden Punkte zu holen – und Dietsche erfüllte seinen Auftrag mit Unterstützung der Kriessner Anhänger mit Bravour. Er gewann deutlich mit 10:0 und verhalf damit Gelb-Schwarz zum Finaleinzug.

Gegner im Kampf um den Schweizer Meistertitel ist der RC Willisau Lions, der sich gegen Einsiedeln deutlich durchsetzte. Der erste Kampf im Best-of-3-Modus wird am nächsten Samstag in Widnau ausgetragen.

Premium League, Halbfinal
Kriessern – Freiamt 15:16
Gesamtresultat: 32:30.
57 kg Greco: Sandov – F. Meier 15:0 (4:0). 61 kg Freistil: Wittenwiler – Nils Leutert 0:8 (0:3). 65 G: D. Hutter – Nino Leutert 0:10 (0:3). 70 F: Laritz – Vock 5:0 (3:0). 75 G: Loher – Strebel 1:7 (1:3). 75 F: M. Dietsche – J. Meier 10:0 (3:0). 80 G: F. Dietsche – Weber 0:8 (0:3). 86 F: T. Betschart – Darbellay 0:10 (0:3). 97 G: R. Betschart – Zemp 4:0 (2:0). 130 F: D. Dietsche – Zurfluh 6:3 (2:1).


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