Heiden 02.11.2022

Dunant-Denkmal wird 60 Jahre alt – dank eines Schreiners, der Grosses bewirkte

Das von Verehrenden aus aller Welt besuchte Henry-Dunant-Denkmal in Heiden ist 60 Jahre alt. Zu verdanken ist die Gedenkstätte dem bescheidenen Schreiner Jakob Haug-Beerli, der im Blumenfeldquartier wohnte.

Von Peter Eggenberger
aktualisiert am 02.11.2022
Heiden 02.11.2022

Dunant-Denkmal wird 60 Jahre alt – dank eines Schreiners, der Grosses bewirkte

Das von Verehrenden aus aller Welt besuchte Henry-Dunant-Denkmal in Heiden ist 60 Jahre alt. Zu verdanken ist die Gedenkstätte dem bescheidenen Schreiner Jakob Haug-Beerli, der im Blumenfeldquartier wohnte.

Von Peter Eggenberger
aktualisiert am 02.11.2022

Der 1899 geborene Jakob Haug interessierte sich bereits in jungen Jahren für geschichtliche Belange. Deshalb wurde ihm 1952 das Präsidium des Historisch-Antiquarischen Vereins anvertraut. Hier stiess er auf stiefmütterlich behandelte Un­terlagen über Rotkreuzgründer Henry Dunant, der von 1887 bis zu seinem Tod (1910) in Heiden lebte, und wo er 1901 mit dem ersten Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war. Eine Sensation, die fast in Vergessenheit geraten war. Jakob Haug-Beerli sagte sich:

An diese Persönlichkeit muss sichtbar erinnert werden.

 Jakob Haug begann mit Gleichgesinnten den Plan eines Denkmals zu verwirklichen.

Rappenspende der Kantone

Die Finanzierung erwies sich als mühsam und lief schleppend. Dann wurden Haug zwei grössere Beiträge in Aussicht gestellt, und ab Mitte der 1950er-Jahre stiess das Vorhaben dank der Hartnäckigkeit des Initianten und seiner Freunde vom Antiquarisch-Historischen Verein auf eine breitere Resonanz. Schliesslich sicherten die Finanzdirektoren der Schweizer Kantone einen Rappen pro Einwohner zu, was 45000 Franken ergab. Der Bundesrat beteiligte sich mit zusätzlichen 15000 Franken, so dass genug Geld zur Verfügung stand.

Wettbewerb mit acht Kunstschaffenden

Am Denkmal-Wettbewerb beteiligten sich acht Kunstschaffende, die ihre Pläne bis zum 1. Mai 1957 einzureichen hatten. Die Zürcher Bildhauerin Charlotte Germann-Jahn siegte. Aus einem 7,5 Tonnen schweren Bündner Granitklotz entstand das Denkmal. Es zeigt eine typische Samari­terszene, wie sie Dunant am 24. Juni 1859 in der Schlacht von Solferino wohl dutzendfach erlebt hatte. Als idealer Standort erweist sich der Weitblick gewährende Platz an der Seeallee, wo die Gedenkstätte am 28. Oktober 1962 eingeweiht wurde.

Jakob Haug, der Dunant-Förderer

An geschichtlichen Belangen interessiert, präsidierte Jakob Haug den Historisch-Antiquarischen Verein von 1952 bis 1972. Es gelang ihm, das 1962 eingeweihte Dunant-Denkmal zu realisieren, auch das am 8. Mai 1969 eröffnete Dunant-Museum im alten Bezirkskrankenhaus. Haug wurde vom Verein mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Anlässlich des 80. Geburtstages ehrte das Bayrische Rote Kreuz Jakob Haug mit der goldenen Ehrennadel, die Sektion Ausserrhoden des Schweizerischen Roten Kreuzes ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Sein Wohnhaus im Blumenfeld vermachte er dem heutigen Dunant-Haus in Heiden, um mit dem Erlös eine Erweiterung des Museums zu ermöglichen. Derzeit wird das Museum umfassend erneuert. Damit besteht auch künftig Gelegenheit, an die Verdienste Jakob Haugs zu erinnern. Er starb am 6. Januar 1987. (egb)