Diepoldsau 24.01.2023

Düsteren Prognosen zum Trotz: Der Männerchor verstummt (noch) nicht

Die 147. Hauptversammlung des Männerchors Diepoldsau im Restaurant Schiffli stand im Zeichen der Kameradschaft und dem Willen zu einer rosigen Zukunft.

Von hz
aktualisiert am 25.01.2023
Diepoldsau 24.01.2023

Düsteren Prognosen zum Trotz: Der Männerchor verstummt (noch) nicht

Die 147. Hauptversammlung des Männerchors Diepoldsau im Restaurant Schiffli stand im Zeichen der Kameradschaft und dem Willen zu einer rosigen Zukunft.

Von hz
aktualisiert am 25.01.2023

Die Sänger vom Rhein stärkten sich im Willen, trotz vieler in den Medien geäusserten, düsteren Zukunftstendenzen für Chöre, optimistisch und aktiv ins neuen Vereinsjahr zu gehen.

Präsident Marcus Camenisch konnte eine fast vollzählige Sängerschar im Restaurant Schiffli begrüssen. Bevor die Versammlung offiziell eröffnet wurde, gedachten die Sänger ihrem allzu früh verstorbenen Kollegen Pirmin Sieber mit einer Schweigeminute. Er wird im zweiten Bass eine grosse Lücke hinterlassen.

Nach dem Appell und der Wahl der Stimmenzähler, wurde das Protokoll der letzten HV, verfasst vom Aktuar Fredi Kuster, einstimmig angenommen und verdankt.

Was war im letzten Jahr, und wohin soll es gehen?

Die Jahresberichte des Präsidenten und der Dirigentin Birgit Steiner blendeten noch einmal ins vergangene Jahr zurück und zeigten auf, wohin es in naher Zukunft gehen soll.

Im vergangenen Jahr zeigte sich der Verein sehr aktiv und konnte einige Ausrufezeichen setzen. So stellte sich der Chor am Schweizerischen Chorfestival in Gossau mit drei ganz verschiedenen Bewertungsstücken der Jury. Eine Standing Ovation und der Applaus der Juroren war der Lohn für den grossen Probenaufwand der vorangegangenen Wochen. Das Benefizkonzert zugunsten der Ukraine-Hilfe war sowohl vom Publikumsinteresse her als auch finanziell ein bemerkenswerter Erfolg.

Seinen ersten Auftritt dieses Jahres hatte der Männerchor an der Neujahrsbegrüssung in Diepoldsau.
Seinen ersten Auftritt dieses Jahres hatte der Männerchor an der Neujahrsbegrüssung in Diepoldsau.
Bild: ys

Das Weihnachtskonzert in der katholischen Kirche überraschte vor allem die Sänger. Nachdem im Vorfeld einige negative Schlagzeilen über verschiedene Chöre im Rheintal in der Presse erschienen waren, zeigte der grosse Publikumsaufmarsch, dass der Männerchor Diepoldsau in der Bevölkerung nach wie vor grosse Sympathien hat. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, und die erhaltenen Komplimente waren Bestätigung dafür, dass sich der Anlass gelohnt hat. Verschiedene Ständchen im Dorf, Mitgestalten von kirchlichen und weltlichen Anlässen und ein bestens organisierter Vereinsausflug ins Drei-Seen-Land rundeten das Vereinsprogramm ab.

Sänger sollen selbst neue Mitglieder anwerben

Präsident Camenisch forderte die Sänger dazu auf, aktiv und hartnäckig Werbung in eigener Sache zu machen. Es müsse gelingen, jedes Jahr zwei bis drei Neumitglieder anzuwerben. Sollte dies nicht gelingen, würde es dem Chor gleich ergehen, wie dem Männerchor Widnau, der sich aufgelöst hat. Der Präsident betonte auch, dass die Kameradschaft, das gemeinsame Einkehren und Singen nach der Probe, wichtig für den Zusammenhalt im Verein ist und forderte alle auf, sich vermehrt darauf zu besinnen. Er bedankte sich bei Dirigentin Birgit Steiner für das professionelle Dirigat und ihr Engagement für den Verein.

Birgit Steiner zeigte indes auf, wie und wohin der Weg des Männerchors gehen könnte. Sie zitierte Presseberichte, in denen vom «Verstummen der Chöre» geschrieben wurde. Steiner sagte: «Wir sollten uns als Chor auf das besinnen, was uns Freude macht, worin wir unsere Stärken haben, nach denen wir die Prioritäten setzen sollten.» Sie forderte die Männer auf, aktiv mitzumachen, sich zu melden, Ideen und Vorschläge zum Gesangsrepertoire machen. Nur so könne die Freude am gemeinsamen Singen erhalten und gefördert werden.

Eine HV der Ehrungen, Wahlen und Mutationen

Die Jahresrechnung wurde nach kurzer Aufzeichnung der Ein- und Ausgaben durch Kassier Hans Frei ohne Gegenstimme gutgeheissen.

Da dieses Jahr Wahlen auf der Traktandenliste standen, musste der Vorstand neu gewählt, bzw. bestätigt werden. René Zäch wurde einstimmig zum Nachfolger des zurückgetretenen Beisitzers und Reiseorganisators Köbi Spirig gewählt. Alle übrigen Kommissionsmitglieder wurden in globo bestätigt. Auch Präsident Marcus Camenisch stellte sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. Vizepräsident Hans Zäch hob das grosse Engagement und die immense Arbeit des Präsidenten für den Verein hervor und bedankte sich bei ihm im Namen aller Kollegen. In der Musikkommission stellte Carlo Lorenzi sein Amt zur Verfügung. Neu in die Musikkommission wurden Pascal Ehrenbold und Burri Lehnherr gewählt.

Erfreulich ist, dass zwei neue Sänger in den Verein aufgenommen wurden. Mit Applaus hiessen die Sänger Werner Stieger und Sepp Wüst in ihren Reihen willkommen. Diesen zwei neuen Sängern stehen vier Austritte gegenüber, darunter die von Röbi Thurnheer nach 48, Hans Federer nach 58 Jahren und Paul Kuster nach 55 Jahren Mitgliedschaft. Der Verein zählt neu 27 Aktivmitglieder. Bei den Ehrungen durften verschiedene Kollegen ein Geschenk vom Präsidenten entgegennehmen. Ernst Oehy, Walter Winterfeld und Ueli Oehy wurden für 35 Jahre Mitgliedschaft zu Eidgenössischen Veteranen ernannt.


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