Der gebürtige Rheintaler Silvan Köppel macht seit über 35 Jahren Kunst aus Metallschrott; sie ist fast immer gesellschaftskritisch und lädt zum Nachdenken ein. Im Industriegebiet in Au hat er eine neue, lokale Plattform für seine Kreativität gefunden. Er zieht mit seinen Eisenplastiken aus Altstätten und seiner Kulturbühne vom Gemeindeplatz in Widnau an die Feldstrasse in Au.
«Ich habe sehr viele Ideen», sagt der Widnauer Schrottbuur, wie er sich selbst gerne nennt. Nicht viel reden, sondern machen, ist deshalb seine Devise. «Ich bin offen für alles.» Es ist geplant, dass die Bühne vielseitig genutzt wird. Jedes Genre soll dort seinen Platz finden. Ob Alphorn oder Schlager, Rock, Pop, Klassik, Jazz oder sogar Strassenmusik – jeder soll seine Vision auf der Bühne ausleben können. Die Koordination hat die Gorilla-Beiz übernommen.
Ein Schild mit langer Geschichte
Bereits bei der Einfahrt zum Parkplatz stechen die kopflosen Frauenfiguren und das «Achtung Kunst»-Schild mit Helvetia ins Auge. Bei manchen weckt dieses Schild Erinnerungen an die Aktion «Progredienter Verlauf» vor 35 Jahren an der neuen Diepoldsauer Rheinbrücke. «Ich habe dieses Schild bis heute aufbewahrt», sagt Köppel.
Fussspuren auf dem Boden führen die Besucherinnen und Besucher zum Skulpturenweg und dem Kulturplatz, wo auch die grosse Kulturbühne steht. Dort zeigt der Künstler seine Arbeiten aus den letzten 35 Jahren. «Es ist keine fixe Ausstellung», sagt er. Geplant sei ein Wechsel mit neuen Arbeiten, aber auch durch Kunst seiner Künstlerkollegen.
Jede der Plastiken hat eine Seele
Im Gebäude hat Silvan Köppel ein Atelier eingerichtet. Auch hier findet man Projekte, die provozieren, aber auch zum Nachdenken anregen. So zum Beispiel das Erotikzimmer mit seinem selbst entworfenen Metallbett «Voyeur» und weiterem erotischem Schrott. Köppel schmunzelt:
Wer möchte, kann hier erotische Selfies machen.
Im nächsten Raum fand der Plastikwolfskäfer einen Platz. Das Ziel sei, den Käfer im Plastikmüll zu verschütten. «Dafür können Leute, die mich besuchen, Plastikabfall, wie altes Kinderspielzeug, bringen und den Plastikabfallberg wachsen lassen.»
In der Galerie werden weitere Arbeiten aus den letzten 35 Jahren Platz finden. Silvan Köppel sagt:
Jede meiner Plastiken hat eine Seele und erzählt eine Geschichte.
Für ihn ist die Kunst der Spiegel der Zeit, der sich immer wieder verändert und ihn zum neuen Arbeiten motiviert. «Meine Kunst soll ehrlich, offen, klar und wahr sein», sagt er. Die Eisenplastiken haben eines gemeinsam: Sie sind aus Schrott, authentisch und unmissverständlich in der Aussage und klar in ihrem bewegenden Ausdruck. «Ich schaffe Dinge, die einen Namen haben», sagt er.
Am Samstag, 5. April ab 16 Uhr und am Sonntag, 6. April ab 14 Uhr können sich Kunstinteressierte einen Eindruck vom Silvan Köppels Kulturplatz machen. Die Ausstellung kann anschliessend am Samstag, 12. April ab 16 Uhr, Sonntag, 13. April ab 14 Uhr und fortlaufend samstags ab 16 Uhr oder nach telefonischer Anmeldung (079 755 54 17) besucht werden.
Der «Schrottbuur» zieht um: Neuer Standort für Silvan Köppels Kunst