Fussball 02.05.2026

Au-Berneck landet einen sehr überzeugenden Befreiungsschlag

Nachdem er zuletzt enttäuscht hatte, traf der FC Au-Berneck am frühen Samstagabend auf Winkeln. Und zeigte ein ganz anderes Gesicht: Der 5:0-Sieg fiel noch fast zu knapp aus, so überlegen waren die Mittelrheintaler.

Von rez
aktualisiert am 02.05.2026

Beim FC Au-Berneck kehrte auf dieses Spiel hin Amir Dervisevic zurück. Die Nummer 27 sah vor einigen Wochen im Puschlav eine rote Karte und musste vier Spiele lang zuschauen. «Ich habe es vermisst, mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen, es war wirklich hart», sagte er nach dem Spiel. Auf dem Platz war ihm das anzumerken, denn der Vorarlberger war am Samstag der beste Mann seines Teams.

Zuerst gehörte die Bühne aber Captain Mario Zivic. Wie schon beim missglückten Gastspiel in Rüthi, gelang ihm auch in diesem Spiel mit einem Freistoss das 1:0. Nach 19 Minuten nahm er aus 18 Metern Anlauf und versenkte den Ball unwiderstehlich in der linken Ecke zum 1:0. Es war der Lohn für eine starke Anfangsphase, in der es zwar nicht allzu viele Szenen gab, Au-Berneck aber bewies, die Punkte unbedingt zu wollen.

Nach 28 Minuten spielte dann Viktor Pajic einen Ball von der rechten Seite in die Mitte, wo es zu einem grossen Gewurstel kam. In dessen Folge stocherte Dervisevic den Ball zum 2:0 über die Linie. Und eine Viertelstunde später traf der 27er erneut. Garret Eppler lancierte Orhan Ademi, der einen fast schon verlorenen Ball an der Outlinie noch holte, sich durchtankte und in den Rückraum auf Dervisevic spielte, der ins lange Eck das 3:0 erzielte.

Au-Berneck musste sich vor einer Woche in Rüthi vorwerfen lassen, nicht als Team aufgetreten zu sein. Dies sah gegen Winkeln komplett anders aus. «Wir haben uns in die Augen geschaut und gesagt, dass es das nicht sein kann», sagte Trainer Daniele Polverino. Und: «Wir haben eine andere Taktik angewandt und so gespielt wie in der letzten Rückrunde. Es war wichtig, die Abwehr zu stabilisieren, kompakt zu stehen und so nach vorne zu spielen.»

Dies funktionierte ausgezeichnet – auch, weil vom FC Winkeln wirklich gar nichts zu sehen war. Die Gäste hatten im gesamten Spiel keine einzige richtige Torchance. Nur mit der Absenz ihres besten Stürmers, Luca Rölli, lässt sich ein so blutleerer Auftritt nicht erklären. Den Auern war dies natürlich egal, sie drückten weiter nach vorne. 13 Minuten nach der Pause erzielte Eppler nach einem schönen Seitenwechsel von Ademi das 4:0.

«Wir haben heute die richtige Einstellung auf den Platz gebracht. Wir waren immer positiv, wir waren motiviert und haben alles gegeben. Das ist die Mentalität, die wir brauchen», sagte Amir Dervisevic. Und lag damit völlig richtig. In der 65. Minute fiel dann das fünfte Tor für die Gastgeber. Es war ein Eigentor, was irgendwie zum Auftritt der St.Galler passte. Damit war die Partie gelaufen, es gab nicht mehr viele Aufreger.

«Ich mache mir gar keine Sorgen um diese Mannschaft, es werden noch mehr Siege kommen, was auch unser Standard sein sollte», sagte Dervisevic. Polverino ging es etwas vorsichtiger an: «Ich hoffe, dass uns ein solcher Sieg Auftrieb gibt. Aber wir sind noch nicht am Ziel, wir müssen jetzt unbedingt nachdoppeln», sagte der Trainer.