14-Jähriger bäckt Guetzli, um Menschen in Not zu unterstützen | Der Rheintaler

Widnau 03.03.2023

14-Jähriger bäckt Guetzli, um Menschen in Not zu unterstützen

Sekundarschüler Nico Franz hat für den guten Zweck Geld gesammelt und Brownies verkauft. Dabei hat er keinen Aufwand gescheut. Seine soziale Ader soll ihm nach der Schule auch in der Lehre zugute kommen.

Von Yann Lengacher
aktualisiert am 03.03.2023

Nico Franz ist 14 Jahre alt, besucht im dritten Jahr die Oberstufe Gässeli in Widnau und hat eine Meinung: «Ich finde es sehr wichtig, bedürftigen Menschen zu helfen. Die Schweiz ist ein reiches Land, und wenn nur ein paar Leute mehr Menschen in Not unterstützen, ist schon viel getan.»

Mit dieser Überzeugung hat sich Nico Franz an seine Projektarbeit gemacht. In der dritten Oberstufe müssen Schülerinnen und Schüler ein Produkt herstellen – das kann eine praktische oder schriftliche Arbeit sein. Nico Franz hat sich dazu entschieden, Geld für das Heks zu sammeln, das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirchen in der Schweiz. Aktuell hilft die Organisation den Erdbebenopfern in der Türkei vor Ort, zudem setzt sie sich mit Projekten für die Ernährungs­sicherheit in afrikanischen Ländern ein.

Fast 20 Kilogramm Guetzli gebacken

Um Spendengelder zu sammeln, hat Nico zuerst Guetzli gebacken. Die Arbeit am Projekt, für das er noch bis im März Zeit hat, ist im Dezember angelaufen. «Da hat es sich perfekt angeboten, Guetzli zu backen», sagt der Schüler. Er schätzt, dass er zwischen 15 und 20 Kilogramm verkaufen konnte. Er bot sie Bekannten und Verwandten an. Alleine dafür habe er wohl 30 Stunden aufgewendet. Doch damit nicht genug:

Ich habe auch Unternehmen angeschrieben und sie darum gebeten, etwas zu spenden.

Er wählte lokale Unternehmen aus. «Ich ging in die Eishalle in Widnau und fotografierte die Sponsorenplakate. So bekam ich eine Idee, welche Unternehmen ich anschreiben könnte.» Ganze 31 Unternehmen kon­taktierte er dann. Die wenigsten haben geantwortet, gespendet haben am Ende drei. Viel Aufwand für wenig Ertrag also?

Nico Franz sieht’s anders: «Drei Firmen sind mehr als genug und mehr als ich erwartet hätte.» Insgesamt hat der Oberstufenschüler im Rahmen seines Projekts 800 Franken gesammelt. Der Schüler ist allen Unternehmen dankbar, die gespendet haben. Neben der «Backstube Widnau» und Elektro Tanner, zählt auch das Fitnesscenter Nöllen zu den Spendern. «Es war wirklich streng, aber es hat sich gelohnt. Er hofft, dass er für sein Projekt eine Note über dem Fünfer erhalten wird. Er sagt:

Wenn’s am Ende nur ein Vierer wird, bin ich auch zufrieden.

Selbst für ein Hilfswerk arbeiten, möchte Nico Franz in Zukunft zwar nicht, wohl aber Menschen helfen. Darum beginnt er Ende Sommer eine Lehre als Fachangestellter Gesundheit im Zentrum im Städtli in Berneck.