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Information zum Binnenkanal-Hochwasserschutzprojekt

Information zum Binnenkanal-Hochwasserschutzprojekt

Beschreibung

Am 18. August startet das Mitwirkungsverfahren des Hochwasserschutzprojekts am Rheintaler Binnenkanal. Das vorliegende Projekt ist das Ergebnis von intensiven Verhandlungen mit den verschiedenen Interessensgruppen. Nun hat die Bevölkerung vor der Vernehmlassung durch Bund und Kanton die Gelegenheit zur Bestvariante Stellung zu nehmen.   

Die Häufigkeit der Hochwasserereignisse am Rheintaler Binnenkanal haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im Mittelrheintal kam es in den vergangenen Jahren mehrmals zu Schäden in Millionenhöhe. Massnahmen zum Schutz der Siedlungsgebiete und der Industrie sind dringend notwendig und unbestritten. Der Verwaltungsrat des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanal hat deshalb bereits vor zehn Jahren das Projekt Hochwasserschutz in Angriff genommen. In der Zwischenzeit wurden verschiedene Varianten geprüft, unzählige Gespräche geführt und mit Betroffenen und Beteiligten eine optimale Variante erarbeitet. Diese kam nur dank der Konsensbereitschaft aller Interessensgruppen zustande. «Heute dürfen wir mit gutem Gewissen behaupten, dass die nun vorliegende Lösung die Bestvariante ist», freut sich Roland Wälter, Präsident des Verwaltungsrats Zweckverband Rheintaler Binnenkanal. Mit dem Start des Mitwirkungsverfahrens am 18. August erreicht das Projekt den nächsten Meilenstein. Bis am 30. September können Interessierte ihre Inputs zur Bestvariante einreichen. Sobald die im Mitwirkungsverfahren eingegangenen Feedbacks geprüft und beurteilt wurden, werden diese im Mitwirkungsbericht verarbeitet. Danach wird das Projekt beim Bund und Kanton zur Vernehmlassung eingereicht. Parallel zum Mitwirkungsverfahren zum Hochwasserschutzprojekt führt der Kanton St.Gallen das Mitwirkungsverfahren für die Anpassung der Rietstrasse im Bereich des Hochwasserschutzdamms durch.

Drosselbauwerk und Rückhalteraum als Lösung

Das Herzstück des Hochwasserschutzprojekts ist das Drosselbauwerk mit Rückhalteraum bei den «Drei Brücken» in Balgach. Bei einem Hochwasser soll künftig ein Teil des Wassers in einem Rückhalteraum gespeichert werden. Dazu wird die natürliche Topografie genutzt. Der Rückhalteraum wird südlich der Verbindungsstrasse Balgach-Diepoldsau erstellt. Das Drosselbauwerk reguliert die Abflussmenge, damit unterhalb des Rückhalteraums kein Wasser über die Ufer tritt. Das Drosselbauwerk wird automatisch gesteuert. Ein Schwemmholzrechen sorgt zusätzlich dafür, dass es im weiteren Kanalverlauf zu keinen Verklausungen und damit zu Rückstauungen kommt. Das Bauvorhaben wurde nicht nur mittels Berechnungen geprüft, sondern bei der Versuchsanstalt der Technischen Universität München in Obernach 1:40 nachgebaut. Die verschiedenen Versuche lieferten wichtige Erkenntnisse, welche die Projektverantwortlichen in die Planung aufgenommen haben. Dank dem Modell können Hochwasserereignisse simuliert werden. So kann der Einstau- und Entwässerungsprozess live erlebt werden. Interessierte haben die Möglichkeit, die Modellversuchs-halle am 12. oder 13. September in Obernach zu besuchen. Bei grossem Interesse werden zusätzliche Fahrten nach Deutschland organisiert.

Bevölkerung wird breit informiert

Nebst den öffentlichen Exkursionen nach Obernach führt der Zweckverband Rheintaler Binnenkanal zwei Informationsveranstaltungen durch. Diese finden am 16. August in der OMR-Aula in Heerbrugg und am 17. August im Feuerwehrdepot in Oberriet statt. Beginn der Infoveranstaltung ist an beiden Orten um 18:30 Uhr. Den Interessierten wird am Anlass das Projekt aus erster Hand vorgestellt und aufgezeigt, wie man sich beim Mitwirkungsverfahren einbringen kann. Während des ganzen Prozesses war und ist es dem Verwaltungsrat des Zweckverband Rheintaler Binnenkanal wichtig, die Bevölkerung möglichst offen und umfassend zu informieren. Nur so kann sie die geplanten Massnahmen nachvollziehen und erhält die Möglichkeit Fragen zu stellen oder sich einzubringen. Zusätzlich zu den Exkursionen und Informationsveranstaltungen können die wichtigsten Unterlagen auf der Homepage www.binnenkanal.ch eingesehen werden. Am 5. August werden zudem alle Haushalte im Einzugsgebiet der zwölf Verbandsgemeinden mit der Sonderzeitung zum Hochwasserschutzprojekt bedient. Diese beinhaltet interessante Informationen und Visualisierungen. Der sportliche Zeitplan sieht vor, dass das Auflageverfahren im April 2023 erfolgen wird. Der Baustart ist auf das Jahr 2025 vorgesehen. Bis zur Inbetriebnahme der Hochwasserschutz-infrastruktur wird es weitere zwei bis drei Jahre dauern. Das Projekt würde im besten Fall im Jahr 2027 in Betrieb genommen. Vorausgesetzt, es kommt zu keinen unerwarteten Verzögerungen durch Einsprachen oder Rechtsmittelverfahren. «Wir haben versucht die Schutzbedürfnisse der Bevölkerung und der Industrie, die Anliegen der Landwirtschaft, der Ökologie, der Fischerei und der Erholungssuchenden in einer frühen Phase bestmöglich aufeinander abzustimmen», sagt Roland Wälter. Dennoch ist die sorgfältige Vorarbeit unter Einbezug der verschiedenen Interessensgruppen keine Garantie dafür, dass es zu keinen Verzögerungen kommen wird. «Der Weg bis hierher war anspruchsvoll. Wir dürfen jetzt zuversichtlich sein, dass die Bevölkerung und die Ämter unsere intensive Arbeit würdigen und es zu keinen Rückschlägen kommt», ist Roland Wälter zuversichtlich. Denn das Hochwasserschutzprojekt steht im Einklang mit der Landwirtschaft, der Ökologie, der Fischerei und dem Schutzbedürfnis der Bevölkerung und der Industrie.

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