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Zwischennutzung Gärtnerei: Das Containerquartier blüht auf

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Kreative Köpfe haben sich dazu entschieden, einem brachliegenden Stück Land in Altstätten auf unkonventionelle Art neues Leben einzuhauchen. Astrid erzählt, wie die Idee entstanden ist und was derzeit auf dem Gelände läuft.

Name: Astrid Alter: 30 Wohnort: Altstätten Beruf: Grafikerin

Was ist das Prinzip der Zwischennutzung?
Zum einen geht es darum, einen Ort für alternative Lebensformen, Kleinwohnformen sowie Ateliers und Gastronomie zu bieten. Es gibt sogar eine Velowerkstatt. Zudem soll hier möglichst nachhaltig gelebt werden. Alles was gebaut wird, muss wieder mitgenommen werden können. Deshalb befinden sich die meisten Wohnformen in Containern oder auf Rädern. Biodiversität ist auch sehr wichtig, weshalb Grünflächen zwischen den bebauten Arealen freigelassen worden sind. Zudem gibt es einen grossen Arealgarten, der gemeinsam gepflegt wird.

Wie kam es zur Idee der Zwischennutzung?
Das war vor gut zweieinhalb Jahren. Der Arbeitsweg von Roger, Mitgründer der Zwischennutzung, führte jeden Tag über das leerstehende Gelände der Gärtnerei Müller. Er dachte sich, wie schade es sei, dass diese Fläche nicht genutzt wird. Etwas später wurden wir auf einen Wettbewerb aufmerksam, bei dem ein Standort für ein Containerdorf gesucht wurde und so erschufen wir ein Konzept für das Gelände in Altstätten. Leider haben wir nicht gewonnen. Da das Konzept aber geschrieben war, entschieden wir uns gemeinsam mit dem Vorstand, der entstanden war, das Projekt trotzdem umzusetzen.

Wie seid ihr vorgegangen?
Als erstes haben wir uns mit der Familie Müller in Kontakt gesetzt. Sie möchte auf dem Gelände vorerst nichts bauen und abwarten, wie sich das Quartier entwickelt. Sie gaben uns das Ok, das Gelände für 5 Jahre zwischenzunutzen. Als nächstes stellten wir unser Projekt der Stadt Altstätten und weiteren Sponsoren vor, darunter der Kulturförderung. Von unserer Idee waren viele begeistert und so erhielten wir Startgeld, um die Idee ins Rollen zu bringen.

Das gesamte Gelände musste geräumt werden, da es sehr verwuchert war. Im ersten Jahr passierte eher wenig. Dann konnten erstmals Container der Klausgesellschaft St.Margrethen gemietet und genutzt werden. Fiona ist als erste eingezogen und mit ihrem Engagement begann ein Café zu entstehen. Dann ging alles ziemlich schnell und es ist sehr viel neues entstanden.

Wie kommt man zu einem Platz auf der Zwischennutzung?
Momentan ist das Areal voll besetzt, da wir die Grünflächen bestehen lassen wollen. Die einzige Option ist es, in die Höhe zu bauen. Wer hier wohnt, einen Laden oder ein Café betreibt, bezahlt Miete pro Quadratmeter. Die ganze Infrastruktur mit Wasser, Strom, WC und Dusche stellen wir zur Verfügung. Es gibt auch öffentliche Flächen, auf denen Events stattfinden können.

Was plant ihr für die Zukunft?
Wir sind etwa in der Halbzeit der Zwischennutzung angelangt. Bisher befanden wir uns im Aufbau, jetzt geht es darum, hier leben zu können und Events stattfinden zu lassen. 

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