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  • Überlebenstraining in den Walliser Alpen
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  • Beni ist Pilotenschüler im Militär
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Zum ersten Mal in einem Schneesturm übernachtet

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Ja, wir wissen es: 2020 war anders. Nichtsdestotrotz erlebten wir viele Sachen zum ersten Mal. Etwa ein riesiges Wattestäbchen in der Nase zu haben oder eine Maske zu tragen. Benedikt hat dieses Jahr das erste Mal in einem Schneesturm übernachtet.

Name: Benedikt Alter: 25 Wohnort: Widnau Beruf: Pilotenschüler im Militär

Beni, du hast auf unseren Instagram-Aufruf «Was hast du 2020 zum ersten Mal gemacht?» geantwortet. Du hättest in einem Schneesturm übernachtet. Wie kam es dazu?
Zurzeit mache ich die Ausbildung zum Militärpiloten. Dazu gehört ein Überlebenstraining. Die Auszubildenden müssen lernen, wie sie in verschiedenen Extremsituationen überleben können. Deshalb probten wir Ende Januar während mehreren Tagen den Ernstfall auf dem Gemmipass in den Walliser Alpen.

Wo hast du mit deiner Gruppe übernachtet?
Wir mussten Übernachtungsmöglichkeiten aufbauen - ein Zelt, ein Iglu oder eine Schneehöhle. Ich übernachtete im Zelt und in der Schneehöhle. Der Aufbau war ziemlich unangenehm: Da die Pilotenkleidung nicht wasserfest ist, waren wir durch Schnee und Regen schnell klatschnass. Da wir aber immer in Bewegung waren, froren wir nicht.

Wie war die Übernachtung?
Unter der Zeltblache war es sehr laut, da sie im Wind flatterte. Das war auch die kälteste Unterkunft. Wegen dem Wind betrug die Temperatur draussen gefühlte minus 15 Grad. Gegen halb fünf wurde ich von Schnee im Gesicht geweckt. In der Schneehöhle habe ich wiederum wunderbar geschlafen. Im Schlafsack war es angenehm warm, sodass ich nur Unterhose und T-Shirt trug. Die Kleider für den nächsten Tag haben wir in den Schlafsack genommen, so blieben sie warm. Das unangenehmste war, als wir am Morgen in die kalten Schuhe steigen mussten.

Was habt ihr gegessen?
Unsere Ausrüstung enthält Überlebensrationen, die wir mit heissem Wasser mischten. Es gab Chicken-Teryiaki oder Pork Sweet and Sour – das war recht lecker. Zur Überlebensration gehören ausserdem Kaffeepulver und Proteinriegel.

Wie lange dauerte das Überlebenstraining?
Insgesamt eine Woche. Jedoch konnten wir nicht die ganze Woche draussen übernachten, weil sich das stürmische Wetter in die Länge zog.

Bist du an deine Grenzen gekommen?
Ja, vor allem an einem Punkt, als wir in Einerkolonne zurück zu unserer Hütte laufen mussten. Schnee, Sturmböen und meine eingefrorene Skibrille erschwerten die Sicht. Kurzzeitig sah ich nicht einmal mehr die Person vor mir. Da dachte ich mir: «Wenn ich jetzt die Gruppe verliere, bin ich am Arsch».

Was hat dir diese Erfahrung gezeigt?
In den Bergen kann es sehr gefährlich sein, wenn man sich nicht auskennt und keine geeignete Ausrüstung dabeihat. Das gilt auch fürs Skifahren. Man sollte sich sicher sein, bei dem was man tut.

Gibt es etwas, das du 2021 das erste Mal machen willst?
Es gibt viele Dinge, die ich machen will: Skydiving, die Königstour im Alpstein und endlich wieder einmal in die Ferien verreisen.

Was hast du 2020 zum ersten Mal gemacht? Schreib es in die Kommentare.

 

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