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  • Ein Messgerät des Kantons am Äächeli in Au.
    Ein Messgerät des Kantons am Äächeli in Au. (Bild: Kanton St.Gallen/Mike Hauser)
  • Ein Messgerät des Kantons am Äächeli in Au.
    Ein Messgerät des Kantons am Äächeli in Au. (Bild: Kanton St.Gallen/Mike Hauser)
  • Ein Messgerät des Kantons am Äächeli in Au.
  • Ein Messgerät des Kantons am Äächeli in Au.

Zu viele Pestizide im Äächelibach

Adrian Lemmenmeier Kommentare

Die Qualitätskriterien für Pestizide, Rückstände von Medikamenten oder Industriechemikalien werden in St.Galler Bächen zum Teil deutlich überschritten. Das zeigt die jüngste Messkampagne des Amtes für Wasser und Energie. Untersucht wurden fünf Bäche, unter anderem der Äächelibach bei Au.

Seit 2011 hat das Amt für Wasser und Energie 78 kleine Bäche im Kanton mit unterschiedlicher Nutzung im Einzugsgebiet auf deren biologischen Zustand geprüft. Bei zwei Dritteln seien die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt, schreibt das kantonale Baudepartement in einer Medienmitteilung. Bei der aktuellen Messkampagne untersuchten Fachleute des Kantons fünf Bäche in den Regionen Zürich-Obersee und Rheintal vertieft auf Spurenstoffe wie Pestizide, Medikamente oder Industriechemikalien.

Weiter heisst es: «An allen Bächen wurden die Qualitätskriterien für die problematischen Stoffe über fast die ganze Beobachtungsdauer überschritten. Im extremsten Fall um den Faktor 160.»

Zu den untersuchten Bächen gehören der Lattenbach und der Wagnerbach in Rapperswil-Jona, der Nebengraben in Benken, der Tankgraben in Benken (Einzugsgebiet zum grössten Teil im Kanton Schwyz) und das Äächeli in Au. Die fünf Bäche hatte das Amt für Wasser und Energie nach einer Voruntersuchung an 13 Bächen ausgewählt. Die ausgewählten Bäche zeigten bereits in der Voruntersuchung eine auffällige Belastung. In der aktuellen Messkampagne wurden von April bis Ende Oktober 2018 ununterbrochen Proben entnommen. Im Vergleich mit den jeweiligen langjährigen Monatsmitteln waren die Monate April bis Oktober mit Ausnahme August trocken bis sehr trocken.

Mehrheitlich Pestizide für ungenügende Wasserqualität verantwortlich

74 von 109 untersuchten Stoffen gehören zur Gruppe der Pestizide. Für die ungenügende Wasserqualität sind mehrheitlich Pestizide aber auch Rückstände von Medikamenten oder Industriechemikalien verantwortlich. So beispielsweise das perfluorierte Tensid PFOS. Der Stoff ist seit 2011 weitgehend verboten, für gewisse Anwendungen aber noch erlaubt. Die Ergebnisse widerspiegeln die Belastung der Gewässer durch die landwirtschaftliche Nutzung und die Siedlungen in den Einzugsgebieten, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Stoffe gelangen durch Abschwemmung, unsachgemässe Handhabung, Fehlanschlüsse oder Entlastungen aus der Kanalisation bei Starkregen und mit gereinigtem Abwasser in die Gewässer.

Bereits kleinste Mengen sind schädlich

Im Umgang mit Pestiziden oder anderen schädlichen Stoffen sei besonders grosse Sorgfalt nötig, heisst es in der Mitteilung weiter. «Bei Insektiziden können bereits kleinste Mengen für die Lebewesen im Bach giftig oder sogar tödlich sein.»

Die kleinen Bäche machen 75 Prozent des kantonalen Fliessgewässernetzes aus. Davon liegt etwa die Hälfte in genutzten Gebieten. Ihr Schutz sei von grosser Bedeutung für die Gewässer und die biologische Vielfalt.

Landwirte und Hobbygärtner in der Pflicht

Das Amt für Wasser und Energie ist gemäss Mitteilung bestrebt, in den Fällen mit hohen Belastungen die Ursachen zu finden und zu beheben. Die Fachleute stünden mit dem kantonalen Bauernverband, dem landwirtschaftlichen Zentrum in Salez, mit einzelnen Landwirten und mit dem Amt für Umwelt in Kontakt. Dank gezielter Information und Zusammenarbeit soll die Qualität der Bäche verbessert werden. 

Neben der Landwirtschaft seien auch private und professionelle Gärtner in der Pflicht. In der Nähe von Gewässern sind Spritzmittel mit besonders grosser Sorgfalt zu verwenden. Zudem dürfen Reste von Spritzmitteln nie in einen Ausguss oder Schacht gegossen werden.

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