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Berneck

Christoph Rohner freut sich über das Interesse an seinem Buch zur Rheintaler Pressegeschichte.
Christoph Rohner freut sich über das Interesse an seinem Buch zur Rheintaler Pressegeschichte. (Bild: Max Tinner)

«Zeitungen sind nötiger denn je»

Max Tinner Kommentare

Das Buch «Offen und frei wird seine Stimme sein» zum 175-Jahr-Jubiläum des «Rheintalers» wurde feierlich getauft.

Wer glaubt, es sei schwierig, mit einem Rheintaler oder einer Rheintalerin ein Streitgespräch in Anstand zu führen, der sollte im Buch «Offen und frei wird seine Stimme sein» nachlesen, wie hier in früheren Zeiten politisiert wurde, selbst in der Zeitung. Nämlich «mit dem verbalen Zweihänder», wie Werner Ritter als Präsident des Vereins für die Geschichte des Rheintals gestern an der Buchtaufe auf Schloss Weinstein ob Marbach feststellte. Der Verein ist Herausgeber des Buchs, in dem Christoph Rohner aus Anlass des 175-Jahr- Jubiläums des «Rheintalers» die Pressegeschichte der Region aufgearbeitet hat.

«Die Rheintaler waren nicht grad die Friedlichsten», stellt auch Gottlieb F. Höpli, der frühere Chefredaktor des «St. Galler Tagblatts», nach dem Studium des Buches fest. Von einer philosophischen Seite gesehen, habe die rheintalische Streitbarkeit auch ihr Gutes. Höpli zitierte und interpretierte Heraklit, der den Krieg als Vater aller Dinge sah: «Ohne Streit bewegt sich nichts – ohne Auseinandersetzung kommt man zu keiner Lösung.»

Die Demokratie braucht Zeitungen

Die Auseinandersetzung ist im politischen Prozess auch heute unabdingbar, stellte Bundesrätin Karin Keller-Sutter in einer Videobotschaft fest. Die Demokratie sei dabei auf unabhängige Medien angewiesen.

Diese Ansicht teilt Werner Ritter. Gerade heute seien Zeitungen «etwas sehr Nötiges». Eine absolute Wahrheit gebe es zwar nicht. Angesichts der unzähligen über soziale Medien verbreiteten Verschwörungstheorien und falschen Fakten helfe einem die Zeitung aber, die Flut an Informationen einzuordnen und sich selbst eine Meinung zu bilden. 

Buchautor Christoph Rohner zitierte dazu den österreichischen Journalisten und Schriftsteller Egon Friedell: «Dass die Dinge geschehen, ist Nichts – dass sie gewusst werden, ist alles.» Auch als langjähriger Verwaltungsratspräsident (und nach wie vor Verwaltungsrat) des Rheintaler Medienhauses liegt ihm viel an einem aufklärerischen Geist in der Zeitung, deren Geschichte er mit seinem Buch akribisch erforscht hat. Doch es nur auf die Geschichte des «Rheintalers» zu beschränken, hätte er als verpasste Chance gesehen. Ergebnis des Mehraufwands, den er sich selbst auferlegt hat, ist ein 360 Seiten starkes umfassendes Werk über die Geschichte der Rheintaler Presse.

Dies wurde gestern auch von Regierungsrätin Laura Bucher gewürdigt. Rohners Buch schliesse eine Forschungslücke in der regionalen und kantonalen Geschichte. Das Buch war dem Kanton auch einen namhaften Beitrag aus dem Lotteriefonds wert. Rohners Arbeit verknüpfe die Gegenwart mit der Vergangenheit. Das sei wichtig, betonte Bucher, denn das Wissen über die eigene Geschichte und Vergangenheit biete Orientierung, trage zur Identitätsbildung bei und präge unser gegenwärtiges Denken und Handeln.

Die St. Margretherin fühlt sich dem «Rheintaler» persönlich verbunden. Als Oberstufenschülerin schnupperte sie eine Woche lang auf der Redaktion, und als Kantischülerin und auch noch als Studentin schrieb sie regelmässig für den «Rheintaler». Sie erinnere sich noch heute gerne an diese Zeit, die ihr spannende Begegnungen mit vielen Menschen ermöglichte. Auch wenn sie noch verschiedene weitere Zeitungen lese – den «Rheintaler» betrachte sie nach wie vor als ihre Heimatzeitung, die sie täglich lese.

Hinweis: Christoph Rohners Buch «Offen und frei wird seine Stimme sein» zur Pressegeschichte des Rheintals kann hier online bestellt werden.

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