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Wer Yacon erntet, sollte die Brutknollen behalten: Sie dienen als Pflanzmaterial fürs nächste Jahr.
Wer Yacon erntet, sollte die Brutknollen behalten: Sie dienen als Pflanzmaterial fürs nächste Jahr. (Bild: Eveline Dudda)

Yacon liefert die Brutknollen

Eveline Dudda Kommentare

In Kolumbien, Ecuador und Peru kommt Yacon wild vor, in der Schweiz werden erst seit ein paar Jahren Setzlinge angeboten. Die Pflanze ist ideal für Gärtnerinnen und Gärtner mit viel Platz und wenig Zeit.

Sie ist pflegeleicht und liefert nahezu garantiert einen Ertrag. Spätestens, wenn der erste Frost das Laub zum Absterben gebracht hat, sollte man die essbaren Wurzeln aus der Erde holen. Dazu braucht es Feingefühl, die Knollen brechen leicht ab. Jede Pflanze hat sowohl Speicherknollen (das ist das, was man in der Küche verwendet) als auch Brutknollen. Sie befinden sich nahe am Stamm. Diese Brutknollen werden nicht gegessen. Wer es doch probiert, wird schnell merken warum.

Ähnlich wie beim Wein bildet sich bei der Yaconknolle das volle Aroma erst nach einer gewissen Lagerung. Lassen Sie die essbaren Knollen deshalb nach der Ernte ein paar Tage an der Sonne liegen. Dabei wird Stärke in Zucker umgewandelt und der Geschmack wird fruchtig und süss, während die Knollen frisch aus der Erde eher fad schmecken. Wenn die Sonne nicht scheint, kann man die Knollen auch mit in die warme Stube nehmen. Spätestens nach einer Woche sollte man sie jedoch einlagern, sonst fangen sie an zu schrumpeln. Yacon wird überwiegend roh verzehrt und geschält wie eine Frucht gegessen. Von der Saftigkeit, der Süsse und dem Biss her lässt sich Yacon am ehesten mit einer Birne vergleichen. Man kann Yacon aber auch wie Süsskartoffeln kochen, braten, frittieren. Doch Vorsicht: Die Darmflora muss sich erst an das schwer verdauliche Inulin (nicht zu verwechseln mit Insulin!) gewöhnen. Man hört und riecht, wenn das noch nicht passiert ist.

Die Brutknollen überwintert man in einem frostfreien Raum, entweder in einem Topf mit Erde oder in einem Plastikbeutel für Wurzelgemüse. Gegen Ende Vorfrühling (etwa Anfang März) kontrolliert man, ob die Brutknollen schon «die Augen offen» haben, also sich erste Sprosse zeigen. Diese Knollen können dann von den anderen gelöst und getopft werden. Die ideale Brutknolle hat vier bis fünf Augen, aber auch aus nur einem Auge kann eine grosse Pflanze werden.

Eveline Dudda, Hinterforst

www.spriessbuerger.ch

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