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Zwiebeln kann man übrigens auch säen. Dazu legt man je vier Samen in einen Anzuchttopf und pflanzt die Vierlinge später zusammen aus.
Zwiebeln kann man übrigens auch säen. Dazu legt man je vier Samen in einen Anzuchttopf und pflanzt die Vierlinge später zusammen aus. (Bild: Eveline Dudda)

Was ist die Ernte wert?

Eveline Dudda Kommentare

Mitunter steht man als Gemüsegärtnerin ja im Verdacht, mehr Geld für den Garten auszugeben, als die Ernte wert ist. Deshalb habe ich zwei Jahre lang konsequent alles was vom Garten in die Küche wanderte gewogen, mit den aktuellen Marktpreisen der Bauernzeitung versehen und den Ausgaben für Saatgut, Vlies, Saatschalen oder Anzuchterde gegenübergestellt.

Die Bilanz war erfreulich: Auf 100 Quadratmetern Garten erwirtschaftete ich mit Gemüse, Kräutern und Beeren ein Plus von 1800 Franken in der Haushaltskasse. Gemessen an den Stunden, die ich gefühltermassen im Garten verbracht habe, mag das wenig sein, doch andere Hobbys kosten ebenfalls Zeit – und Geld.

Nicht alles lohnt sich gleichermassen. Zwiebeln sind zum Beispiel das ganze Jahr über günstig in guter Qualität zu haben. Der Unterschied zwischen frischen Zwiebeln aus dem Garten und denen vom Laden ist ohnehin nur der, dass einen die frischen noch mehr zu Tränen rühren.

Anders sieht es bei Schalot­-ten aus, die sind auch im Han­- del nicht gerade billig, die eige­- ne Ernte ist folglich mehr wert. Beim Kopfsalat ist eine Erhöhung der Wertschöpfung schwieriger: Kauft man ein Setzlingsset mit sechs oder gar zwölf Stück werden sie garantiert dann reif, wenn Kopfsalat gerade in Aktion ist. Damit schmilzt der Spareffekt durch den Eigenanbau dahin. Das kann man umgehen, in dem man selbst sät und nur wenige Setzlinge aufs Mal pflanzt. Schnittsalat, Nüssli, Radicchio oder Spezialsalate wie Winterportulak, Hirschhornsalat usw. können auch von Profigärtnern nicht viel günstiger produziert werden, der Eigenanbau dieser Spezialitäten «lohnt» sich praktisch immer.

Beeren und Kräuter sind ebenfalls rentabel, zumal hier der Frischefaktor zum Tragen kommt: Reife Erdbeeren vom Beet direkt in den Mund sind einfach köstlich, sonnengereifte Tomaten vom Stock ebenso. Ohnehin scheinen Gurken, Radiesli und Kohlrabi besser zu schmecken, wenn noch ein wenig Gartenerde dran klebt. Wenn man auch noch die Freude über die Ernte des selbst gezogenen Gemüses in die Waagschale wirft, lohnt sich sogar der Anbau ganz normaler Speisezwiebeln.

Eveline Dudda

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