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Walzenhausen

Das Freibad in der Ledi wurde 1934 eröffnet und erfreut sich heute grosser Beliebtheit.
Das Freibad in der Ledi wurde 1934 eröffnet und erfreut sich heute grosser Beliebtheit. (Tobias Hug)

Walzenhausen hat die attraktivste Badi

Ramona Koller Kommentare

Die Appenzellerinnen und Appenzeller haben über die Badi-Attraktivität abgestimmt.

Die Freude im Schwimmbad Ledi ist gross. Vor einer Woche veröffentlichte die «Appenzeller Zeitung» einen Baditest. Alle acht Freibäder im Appenzellerland wurden darin in fünf Kategorien bewertet. Aus den drei Favoriten der Redaktion konnte die Leserschaft schliesslich ihren Gewinner wählen, und entschied sich für das Freibad Ledi in Walzenhausen.

«Damit haben wir nicht gerechnet. Aber es freut uns natürlich sehr», sagt Jogy Nagel, Kioskleiter in der Badi Walzenhausen, als er vom Sieg erfährt. Zehn Stimmen mehr als die zweitplatzierte Badi Sonnenberg in Herisau konnte sich das Freibad sichern. 43 Leserinnen und Leser finden Walzenhausen die attraktivste Badi im Appenzellerland. Gais konnte sich 19 Stimmen sichern.

Hilfskoch arbeitete vorher im «Bären» in Widnau

Das Freibad Ledi verfügt über ein 33-m-Schwimmbecken mit abgetrenntem Nichtschwimmerbereich und ein Kinderplanschbecken. Für Action stehen eine 1- und 3-m-Sprungturmanlage und eine 35-Meter-Wasserrutschbahn bereit.

Besonders das kulinarische Angebot weis zu überzeugen. Tatar, Bowls und vegane Lasagne waren am Testtag auf der Karte zu finden. Montags bis freitags gibt es jeweils auch ein Mittagsmenü. In der Küche steht neben Jogy Nagel auch Hilfskoch Andreas Eugster, der früher im «Bären» in Widnau wirtete. «Mir gefällt es hier», sagt er. Die Gäste seien immer nett und freundlich. 

Viele Abstimmenden schätzen auch die Ruhe in der Ledi, einer schreibt:  «Klein, aber fein. Kein Riesenrummel, kein ohrenbetäubender Lärm, top Gastronomie und Personal.» Eine Walzenhauserin schreibt: «Da passt einfach alles. Wann immer möglich bin ich zum Schwimmen und im Restaurant in der Badi.» Als «Geheimtipp» bezeichnet sie ein anderer Leser: «Selten überfüllt, super Essen, vor allem die Bowls und die selber gemachten Chicken-Nuggets.» 

Zwei Bademeisterinnen ergänzen das Team um die Gastronomen. Am Eingang der Badi liegt eine Telefonliste mit vielen Nummern, die zeigt: Die Badi Ledi ist ein Gemeinschaftswerk mit einigen Beteiligten. Wahlkampf für die Abstimmung habe man nicht gross betrieben. Zwei Mal habe man den Wettbewerb auf Facebook gezeigt. «Wir sind dankbar für jede Stimme, die für uns eingegangen ist. Das ehrt uns natürlich sehr», sagt Nagel.

Seit 1934 wird in der Ledi gebadet

Die Schwimmbadanlage besteht seit 1934.  Ende der 1920er-Jahre begannen sich fortschrittliche Kreise in Walzenhausen mit der Verwirklichung einer Badeanstalt zu befassen, von der nicht zuletzt ein touristischer Aufschwung erhofft wurde. Schon bald konkretisierte sich die Schwimmbad-Idee, zumal in Heiden bereits 1932 eine Badi eröffnet worden war. 1933 waren die Vorarbeiten abgeschlossen und der Wasserbezug aus dem nahen Ledibach (Griffelbach) war gesichert.

Das Bauvorhaben ermöglichte die Beschäftigung vieler Erwerbsloser, die als Folge der anhaltenden Stickereikrise ihre Arbeit verloren hatten. Im Sommer 1934 nahm die idyllisch gelegene Anlage den Betrieb auf. 1988 wurde die Badi umfassend erneuert, und dank einer Spende erhielt sie 2007 eine Rutschbahn.

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