rheintaler.ch

Muhi fand auf einer Reise zum Yoga.
Muhi fand auf einer Reise zum Yoga.

Vom Profifussballer zum Yogi

Mp Kommentare

Auf einer gemeinsamen Reise fanden die ehemaligen Fussballer Muhi und Gian-Luca zum Yoga. Vom Vorurteil, Yoga sei ein Frauensport, verabschiedeten sie sich schnell. Nun haben die zwei Männer in Au ihr eigenes Yogastudio eröffnet.

Name: Muhi Alter: 32 Wohnort: Au Beruf: Werbetechniker / Yogalehrer in Ausbildung
Name: Gian-Luca Alter: 28 Wohnort: Au Beruf: Yogalehrer

Was bedeutet euch Yoga?
Yoga ist eine Lebenseinstellung. Ob auf der Matte oder nicht, wir versuchen unsere Blockaden zu lösen und uns freier zu machen. Körper und Seele sollen sich verbinden. Viele Menschen haben Vorurteile Yoga gegenüber: «Das machen nur Frauen» oder «Die Übungen sind doch gar nicht streng». Aber diesen Personen fehlt die Erfahrung und die Auseinandersetzung damit. Etwas Neues und Unbekanntes zu probieren bringt Wachstum und macht Spass. Viele denken auch, Yoga können nur bewegliche Leute praktizieren, was nicht wahr ist. Der Körper ist nur Mittel zum Zweck. Es ist zwar schön in einem beweglichen Körper zu leben. Ziel ist es aber, den Körper so zu nutzen, damit der Geist trainiert wird.

Wie habt ihr zum Yoga gefunden?
Gian-Luca:
Ich habe als Profifussballer in Deutschland gearbeitet. Durch die Rehabilitation nach einem Kreuzbandriss habe ich festgestellt, wie ich jeden Tag besser gehen konnte und Bewegungen wieder neu gelernt habe. Ich wollte mein Bewegungsspektrum erweitern, begann zu Jonglieren und lernte den Handstand. Irgendwann habe ich angefangen zu meditieren, um auch meinen Geist zu trainieren. Durch das Meditieren wurde mir bewusst, dass ich mein Leben ändern und einen anderen Weg gehen will. Nach meiner Verletzung konnte ich nicht mehr mit derselben Intensität Fussball spielen. Ich habe mich vom Fussball abgewendet und bin mit Muhi auf Reisen gegangen.

Muhi: Auch ich musste wegen einem Kreuzbandriss auf das Fussballspielen verzichten und über ein Jahr pausieren. Währenddessen wurde mir bewusst, wie viel Zeit ich in diesen Sport investiert habe. Das hat sich nicht mehr richtig angefühlt. Trotzdem habe ich wieder angefangen zu spielen und nebenbei gearbeitet. Zeit für mich blieb kaum. Mein Denken war auf Erfolg ausgerichtet. Kaum hatte ich ein Ziel erreicht, brauchte ich ein neues. Ich habe gemerkt, dass mir etwas fehlt und ich unzufrieden war. Also habe ich meinen Job gekündigt, aufgehört Fussball zu spielen und reiste 2018 mit Gian-Luca durch die Türkei, den Iran, Indien, Sri Lanka, Thailand und Vietnam. In Indien habe ich mich das erste Mal mit Yoga befasst und seither ist es ein Teil von mir.

Auf welche Weise inspiriert euch Yoga?
Gian-Luca:
Unsere Gedanken gestalten unsere Welt. Yoga ist die Wissenschaft, die Energie im Körper und Geist zu kultivieren, um Energien und Gedanken so zu lenken, wie ich es will. Wir haben die Möglichkeit unsere Realität so zu schaffen, wie wir sie wollen.

Muhi: Mich inspiriert die Selbstreflexion. Man lernt, das Ego auf die Seite zu stellen, Blockaden im Geist und im Körper zu begegnen und sie zu lösen. Man lernt, wie man sich mit sich selbst wohl fühlt. Das tut mir und meinem Umfeld gut.

Welche Vorteile zieht ihr aus Yoga?
Gian-Luca:
Das Wort Yoga bedeutet Einheit. Union zwischen dem individuellen Selbst und dem kosmischen Selbst. Wir haben alle das Potenzial, das zu erreichen was wir wollen. Yoga hilft mir, meine Ängste und meine Scham abzulegen. Ich kann mein volles Potenzial ausschöpfen. Meine Beziehungen zu anderen und zu mir selbst sind enger und intimer geworden. Mein Köpergefühl hat sich geändert und meine Konzentration ist besser geworden.

Muhi: Der grösste Vorteil für mich ist, dass ich mich komplett neu kennenlernen durfte. Es hilft mir, meine Blockaden zu lösen und meine Vergangenheit zu akzeptieren. Meine Beziehungen sind viel erfüllter.

Was sind eure Ziele?
Das Erfolgsdenken in zweiter Linie zu sehen. Die Yogalehre bringt so viel Leichtigkeit und Freude ins Leben. Wir wünschen uns, diese Erfahrung weiterzugeben. Mit unserem Yogastudio «Connectingmovement» wollen wir vielen Menschen zu einem entspannten und freudigen Leben verhelfen. Es ist unser Herzensprojekt. Deswegen ist es uns egal, ob wir Erfolg haben werden oder zusätzlich in einem Zweitjob tätig sind. Wir sind froh, dass wir es bis hierhin geschafft haben.

Mit welcher Motivation sollten Yoga-Neulinge beginnen?
Gian-Luca:
Wenn jemand Yoga praktiziert, tut er das zum Wohl aller. Das Ziel, sich um alle zu kümmern, sollte im Fokus stehen. Wenn es mir gut geht, geht es auch den Menschen um mich herum gut.

Muhi: Yoga bringt so viele Vorteile mit sich. Man sollte sich nicht nur darauf fokussieren, wie stark man wird und wie gut es einem tut. Dann führt es am eigentlichen Ziel vorbei. Es sollte nicht nur um dich gehen, sondern um das grosse Ganze.

Folge uns: