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Interessante Erläuterungen im Wald der Forstgemeinschaft Rebstein-Marbach.
Interessante Erläuterungen im Wald der Forstgemeinschaft Rebstein-Marbach. (Bild: Max Pflüger)

Vom Baum zum Designermöbel

Max Pflüger Kommentare

Die Forstbetriebe Rheintal, die Sägerei Fenkholz AG, Hinterforst, und die Frei Holzbau AG, Kriessern, luden die Bevölkerung am Samstag zu interessanten Begegnungen mit dem Thema «Holz» ein.

Max Pflüger

Vom Baum im Wald bis zum fertigen Holzhaus, Dachstuhl oder kunstvoll gestalteten und verarbeiteten Möbelstück ist es ein weiter Weg. Aber auch als Energielieferant ist Holz ein wertvoller, nachwachsender und öko­logisch sinnvoller Rohstoff. Mit schweizweiten Aktionen boten Holzverarbeitungsbetriebe am Samstag Einblicke in die Wertschöpfungskette Schweizer Holz.

Die drei Produktionsstand­orte rund um Altstätten, «Wald» im Forst der Gemeinden Marbach und Rebstein, «Sägerei» in Hinterforst und «Schreinerei-Zimmerei» in Kriessern waren mit einem Gratis-Shuttledienst der RTB verbunden.

Im 20-Minuten-Takt fuhren die Busse die interessierten Gäste ab Station Altstätten Stadt zu den Besichtigungen. An allen drei Standorten boten zudem kleine Festwirtschaften Verpflegungen und Erfrischungen an.

Vielfältige Funktionen, vielfältige Arbeiten

Wie vielfältig die Funktionen des Waldes sind und wie viel Arbeit seine Pflege gibt, wurde den Gästen an mehreren Punkten auf einer kurzen Waldbegehung oberhalb von Marbach und Rebstein vor Augen geführt: Der Wald als Schutzwald vor Erd­rutschen und Steinschlägen, der Wald als Trinkwasserspeicher, der Wald als Hort der Biodiver­sität und Lebensraum von Fauna und Flora. Der Wald ist Arbeitsplatz für verschiedene Berufe wie Forstwart oder Förster. Rund 8000 Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Kanton St. Gallen im Wald: die Forstwirtschaft ist also ein wichtiger Arbeitgeber.

Mit übersichtlichen und informativen Orientierungstafeln, aber auch mit interessanten Kurzreferaten und Einblicken in die praktische Arbeit orientierten die Vertreter der Forstgemeinschaften von Altstätten, Rebstein-Marbach und Balgach sowie der Rhode Lüchingen die vielen Besucher im Wald.

In Hinterforst konnte man sehen, wie die im Wald gefällten Stämme weiterverarbeitet werden. Die Sägerei Fenkholz AG verarbeitet jährlich 3500 bis 4000 Kubik- oder Festmeter zu Brettern und Balken. Die Stämme kommen alle aus der näheren Region, dem Rheintal oder dem Appenzellerland und auch die Produkte werden vorwiegend in den Schreinereien und Zim­mereien der Region weiterverarbeitet. Als Sägerei ist die Fenkholz AG ein mittlerer Familien­betrieb. Die drei Fenk-Brüder Ruedi, Ueli und Walter sowie die Söhne von Ruedi, Patrick und Marco, werden im Betrieb unterstützt von einem angestellten Vollzeitmitarbeiter und im Büro von Ruedis Gattin Doris.

Eine Nussschale als Dach für die Talstation

In Kriessern konnten die Besucher dann die Verarbeitung des Holzes zum fertigen Produkt verfolgen. Die Frei Holzbau AG führt zu einem wesentlichen Teil ihres Auftragsvolumens Zimmerei-Arbeiten durch. Von Dachstühlen über Holzfassaden bis hin zu immensen Holzträgerkonstruktionen werden alle Zimmermannsarbeiten mit höchster Genauigkeit ausgeführt.

Ein besonderes Highlight ist gegenwärtig in Arbeit: Die detailgetreue Vergrösserung einer Nussschale wird als Dach über den Bau der Seilbahntalstation der neuen Staubern-Bahn gelegt. Die bisher entstandenen Pläne und Modelle sind vielversprechend, man darf gespannt sein.

Ausserdem ist die Frei Holzbau auch im Möbelbau tätig. Vor allem für die Ausführung von Spezialaufträgen, etwa beim Bau und der Möblierung des Jansen-Campus, ist der Betrieb bekannt. In Kriessern entstehen aus Schweizer Holz Designermöbel nach eigenen Entwürfen und Ideen der Auftraggeber.