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Dieses Kennzeichen war einem Bieter viel Geld wert.
Dieses Kennzeichen war einem Bieter viel Geld wert. (Archiv)

Viele wollten die Nummer eins sein

Damian Neuländner Kommentare

Lange musste das Strassenverkehrsamt Appenzell Ausserrhoden auf einen Bieter für die Nummer AR 1 warten. Doch dann wollten plötzlich gleich mehrere das prestigeträchtige Kennzeichen.

AUSSERRHODEN. Während fast zwei Wochen lief die Versteigerungsaktion der Autokennzeichen im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Am Samstag, 7. Mai, kurz vor Mitternacht und 24 Stunden vor Auktionsschluss, wurde das erste Gebot für die Autonummer «AR 1» abgegeben. Der Startpreis lag bei 50 000 Franken, wobei sich mit jedem neuen Gebot der Preis um 1000 Franken erhöhte. Vermutlich aus taktischen Gründen warteten die Bieter so lange bis zum ersten Gebot.

Preis schnellt in die Höhe

Eben dieser erste Bieter mit dem Pseudonym «Hollister» überbot sich danach gleich mehrfach selbst und liess den Preis so innerhalb von knapp elf Minuten um 11 000 Franken auf 61 000 Schweizer Franken hochschnellen. Womöglich wollte der Bieter die Attraktivität der Nummer eins für andere Interessenten senken. Er oder sie hielt sich dann auch lange an der Spitze. Gebote eins bis acht gehörten ohne einen anderen Zwischenbieter dem oder der «Hollister».

Mehr als neun Stunden hielt sich «Hollister» insgesamt an der Spitze. Am 8. Mai um 9.39,49 Uhr wurde der bis zu jenem Zeitpunkt alleinige Bieter von «lauda» überboten. Etwas nach neun Uhr morgens wurde die Gebots-Serie von «Hollister» gebrochen.

Für den F1-Boliden?

Tatsächlich wurde «lauda», der die Nummer wohl für seinen Formel-1-Boliden gebraucht hätte, spätabends noch von mehreren Bietern übertrumpft. Nach dem zehnten Bieter lag der Preis bereits bei über 65 000 Franken.

Neues Auto oder neue Nummer?

Der Preis stieg trotzdem noch weiter an. Schliesslich konnte sich der Höchstbietende mit seinem Gebot über seine neue Autonummer freuen: 69 000 Franken gab er oder sie dafür aus. Für diese Summe könnte man sich – ob sinnvoll oder nicht – 4,2 Smart-Modelle, Mercedes-Modelle der A-, B-, C- und V-Klasse, Audi-Modelle vom A1 bis zum Audi RS oder auch alle BMW der 1er-, 2er-, 3er- und 4er-Serie kaufen. Selbst ein BMW M2 Coupé, ein X5 oder ein 5er Gran Turismo lägen drin.

Seit dem Start der Versteigerungsaktion im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist die Nummer eins bereits das dritte einstellige Kennzeichen, das erfolgreich versteigert wurde. Die Nummern vier und sieben wurden jeweils für 20 750 Franken versteigert. Der Startpreis lag bei diesen Nummern bei 20 000 Franken. Der Erlös aus den Auktionen wird in die Staatskasse gelegt, wie Georg Amstutz, Leiter des Kommunikationsdienstes AR, sagt. «Das Geld hat keinen festen Verwendungszweck», ergänzt er.

Je tiefer die Nummern seien, desto beliebter seien sie, sagt er. In der gleichen Runde wie «AR 1» wurde unter anderem auch die Nummer «AR 1951» versteigert. «Ich vermute, dass dort vor allem Leute mit Jahrgang 1951 geboten haben», sagt Amstutz.

Selbst entscheiden

Wenn «AR 1» nicht versteigert worden wäre, hätte man die Nummer einfach in der Auktion gelassen, teilt Amstutz mit. Wieso manche Leute so viel für eine Autonummer ausgeben, kann Amstutz nicht sagen. «Ob die Preise überrissen sind oder nicht, muss jeder selbst entscheiden», sagt er.

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