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Video: Rheintaler verfilmt seinen Sprachaufenthalt

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Wer Zeit im Ausland verbringt, sammelt Erfahrungen fürs Leben. Abdulsamed Brahovic hält in Bild und Ton fest, was er in Südfrankreich erlebte.

In Altstätten drehten vergangenes Wochenende junge Schauspielerinnen und Schauspieler den Kurzfilm «un séjour à Montpellier». Der Film erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, der nach Montpellier reist, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Beim Französisch lernen bleibt es aber nicht. Der junge Mann erlebt so einiges in der Stadt in Südfrankreich. Er knüpft neue Freundschaften, scheitert bei Flirtversuchen und gerät in eine Verfolgungsjagd.

Die Geschichte basiert auf den Erfahrungen des Hauptdarstellers Abdulsamed. Der 19-Jährige verbrachte letztes Jahr zwei Monate in Montpellier. Diese Zeit faszinierte ihn so sehr, dass er sie verfilmen wollte. Der FMS-Schüler schwärmt für die Filmbranche und träumt davon, sein Geld künftig mit der Schauspielerei zu verdienen.

Auf die Idee, seinen Sprachaufenthalt zu verfilmen, brachte ihn ein Freund. Während der Weihnachtsferien schrieb Abdulsamed ein Skript. Dieses kam in seinem Umfeld gut an und er begann mit der Umsetzung der weiteren Arbeitsschritte. Der Film sollte eigentlich ein kleines Projekt werden, wuchs aber ziemlich schnell zu etwas Grösserem.

Stadt Altstätten unterstützt den Kurzfilm
Die letzten zwei Monate beschreibt der Rheintaler als sehr stressig. Vieles musste organisiert werden: Eine Filmcrew, Schauspieler und Schauspielerinnen, diverse Locations, Statisten und Statistinnen, das ganze Equipment, ein Drehplan, Mahlzeiten – alles plante Abdulsamed bis ins Detail. Als Drehort wählte er seine Wohngemeinde Altstätten. Bars wie die Breite, die Rathaus Bar oder die Spanische Weinhalle stellten ihre Räume zur Verfügung. Ausserdem erhielt Abdulsamed finanzielle Unterstützung der Stadt Altstätten. Die restlichen Kosten deckte er mit seinem Ersparten.

Die zusammengestellte Crew reiste aus der ganzen Schweiz an, darunter Talia Kunszt aus Winterthur. «Ich kannte Altstätten im Kanton St.Gallen vorher nicht. Es ist ein sehr schönes Städtli, etwas leerer als Altstetten in Zürich», sagt sie. Wie die meisten der Filmcrew ist die angehende Schauspielerin durch einen Online-Aufruf auf das Kurzfilm-Projekt aufmerksam geworden. Die drei Drehtage im Städtli gefielen ihr sehr. Vor allem die Textimprovisationen und die Interaktion mit den anderen Schauspielern und Schauspielerinnen machten ihr Spass.

80 Prozent Wahrheit
Eine Szene in der Rathaus Bar zeigt einen Flirtversuch von Abdulsamed. Er steckt einer jungen Frau seine Visitenkarte zu. Die Karte bekommt er kurze Zeit später zurück. Die Begründung lautet: «I have a boyfriend». Auf die Frage, ob sich das wirklich so zugetragen habe, lacht Abdulsamed. «Ja, das ist genau so passiert.» 80 Prozent des Filmes zeigen seine Erlebnisse. Der Rest sei erfunden, damit die Handlungen besser zusammenpassten.

Ganz ohne Probleme verlief der Dreh nicht. Am ersten Tag machte die Tontechnik dem Team zu schaffen. «Irgendetwas ist schiefgelaufen und wir müssen den ganzen Ton neu einsprechen und synchronisieren. Das ist mühsame Arbeit für uns Schauspielende und den Schnitt», sagt Abdulsamed. Der zusätzliche Aufwand verzögert die Veröffentlichung des 15- bis 20-minütigen Films. Statt im Mai soll die Premiere im Diogenes Theater Altstätten Anfang Juni stattfinden.

Nach den drei Drehtagen war Abdulsamed erleichtert, das Filmmaterial im Kasten zu haben. Er verfolgt ein ehrgeiziges Ziel. «Wir wollen den Film richtig pushen, um auch international Erfolg zu erzielen.» Er möchte das Projekt als Sprungbrett für seine Schauspielkarriere nutzen. «Mir ist schon klar, dass ich mit dem Kurzfilm nicht berühmt werde, aber ich möchte mir damit einen Namen machen.»

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