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Kinder tanzen gegen Mobbing

Benjamin Schmid Kommentare

Zwei dritte Klassen vom Schulhaus Schöntal in Altstätten wirken beim internationalen Projekt «SayHi» mit.

Benjamin Schmid

Ob ein verunstaltetes Profilbild eines Mädchens im Klassenchat zur Belustigung herumgeschickt oder ein Bub im Sportunterricht nicht mitjubeln darf und ausgeschlossen wird: Mobbing und Ausgrenzung sind uncool. Bei der internationalen Kampagne «SayHi» geht es genau darum: Sag Hallo zu einem Freund, einer Klassenkameradin, sei für sie da und nimm Rücksicht auf andere. Kern der Kampagne, die vor Jahren in Norwegen ihren Ursprung nahm, ist der Song «Dynamit» und die dazu passende Tanzchoreografie. Alle beteiligten Länder liessen den Song von einheimischen Sängerinnen und Sängern in ihre Landessprachen übersetzen und singen. Miteinander statt gegeneinander ist die Botschaft im Lied, das von Sängerin Stefanie Heinzmann performt wird.

Schulkinder rücken näher zusammen

Eline Fuchs aus Altstätten erfuhr vom Projekt, während sie Kindernews schaute. Obwohl sie die Bedeutung von Mobbing nicht kannte, spürte sie, dass es sich um etwas Wichtiges handelte. Nach Rücksprache mit ihrer Mutter informierte sie ihre Klassenlehrerin Anita Klaiber, mit der Bitte, die Klasse solle doch bei der Kampagne mitwirken. Klaiber indes brauchte nicht lange, um zu erkennen, dass es eine tolle Idee ist, und schaffte im Unterricht Freiräume, um den Tanz zum Lied mit ihren Schülerinnen und Schülern einzustudieren.

Zeigten sich zu Beginn vor allem die Buben kritisch, verflog ihre Skepsis und alle tanzten mit Einsatz und Begeisterung. Mehr noch, als die Schülerinnen und Schüler der Parallelklasse davon erfuhren, wollten sie auch mittanzen. Auf dem eingesandten Video tanzen und singen rund 38 Kinder, verströmen pure Lebensfreude und strahlen um die Wette. Dank der Schritt-für-Schritt-Anleitung konnten die Kids zu Hause üben, zusätzlich wurde mindestens einmal am Tag in der Schule getanzt. «Wir hatten schon immer einen guten Zusammenhalt in der Klasse», sagt Jana Pasina, «doch mit den Proben sind wir noch näher zusammengerückt.»

Mit Freude einem traurigen Thema begegnen

«Was gibt es Schöneres, als die Kinder zum Strahlen zu bringen?», fragt Lehrerin Anita Klaiber. Zudem erlaubte es ihr das Projekt, mit einem wichtigen Thema Abwechslung in den Schulalltag zu bringen. Das sieht die Initiantin Eline Fuchs genauso: «Tanzen ist besser als Mathe.» Der Song rege zum Tanzen an, wenn sich dann aber alle Kinder miteinander bewegten, sei es noch viel lässiger.

Nicht nur die Buben mussten sich am Anfang überwinden, loszutanzen. Jana Pasina ging es gleich. «Ich habe oft zu Hause geübt und den Tanz meinem Mami gezeigt», sagt die Neunjährige. Die Darbietung habe offensichtlich nicht nur ihrer Mutter gefallen, sondern besonders ihrer viel jüngeren Schwester, die fortan auch mittanzen wollte.

«Ich finde es lässig, gegen Mobbing zu tanzen und mit Freude einem traurigen Thema zu begegnen», sagt Jaira Burkhard. Noch cooler sei, dass Kinder aus verschiedenen Ländern mitmachen und ein Zeichen setzen. Die Achtjährige sei kurz vor dem Videodreh doch etwas nervös, ist aber überzeugt, dass sie und ihre Kameradinnen und Kameraden toll performen.

«Es wäre voll cool, wenn es unsere Tanzaufführung ins nationale Video schaffen würde», sagt Eline Fuchs. Aus allen eingesandten Clips schneidet das Schweizer Fernsehen, das die Kampagne in der Schweiz koordiniert, ein neues Video zusammen und veröffentlicht dieses heute Donnerstag online unter www.srf.ch/kids/say-hi.

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