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Video: Eine Zeitkapsel für das Jahr 2051

Hildegard Bickel Kommentare

Die Oberstufe des Schulhauses Wiesental bereitete einen einmaligen Moment für die Zukunft vor.

Rund 200 Schülerinnen und Schüler strömten am Donnerstagvormittag auf den Sportplatz, mit Schirmen und über den Kopf gezogenen Kapuzen. Gemeinsam sahen sie zu, wie Hauswart Harald Dietsche einen Metallbehälter in einen Schacht unter der Erde versenkte. Die Zeitkapsel, äusserlich eher ein unscheinbares Gebilde, bewahrt einen umso interessanteren Inhalt auf.

Es handelt sich um typische Gegenstände und Dokumente aus dem Jahr 2021. Nicht fehlen dürfen Zeugen der Pandemie wie Schutzmaske, Desinfektionsmittel und ein leerer Impfstoffbehälter. Aber auch ein Etui fand Platz, Pokemonkarten, Abstimmungsunterlagen, eine aktuelle Zeitungsausgabe sowie ein Bericht der Schüler, in welchem sie beschreiben, wie sie sich die Umwelt im Jahr 2051 vorstellen. Düstere Prognosen notierten sie, etwa verstärkte Verschmutzung durch Plastik und mehr Massentierhaltung. Es ist ihnen aber auch wichtig, dass Leserinnen und Leser in der Zukunft erkennen, was schief läuft, damit das Blatt zum Besseren gewendet werden kann.

Was die Menschen beschäftigt

«Wir haben mit 2020 und 2021 spezielle Jahre erlebt, die in Erinnerung bleiben», sagt Lehrer Manuel Waibel, verantwortlich für die Idee und Umsetzung der Zeitkapsel. «Mit der Kapsel wollen wir ein Bewusstsein für diese Zeit schaffen.» Die Schülerinnen und Schüler haben im Unterricht erfahren, was Zeitgeschichte bedeutet, und sie lernten, die Pandemie aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Sie überlegten sich, welche Gegenstände für die momentane Zeit stehen. Umgekehrt erkennen sie in der Vergangenheit typische Gegenstände des Zeitgeschehens. «Wir schreiben im Grunde mit dieser Kapsel Geschichte in der Gegenwart und bereiten einen einmaligen Moment für die Zukunft vor», sagt Manuel Waibel.

30 Jahre soll die Zeitkapsel nun im Schacht auf dem Schulgelände ruhen, bis der Tag des 3. November 2051 kommen wird. Bei einer Zusammenkunft sollen die heutigen Schülerinnen und Schüler und die künftigen, die dann im Wiesental zur Schule gehen werden, gemeinsam mit Lehrkräften die Zeitkapsel öffnen, zurückblicken und staunen. Er selber sei dann bereits pensioniert, sagt Manuel Waibel. Damit das Ereignis nicht vergessen geht, erinnert eine metallene Plakette an den Tag.

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