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Video: Aloha aus Diepoldsau

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Einen langen Flug nach Hawaii können sich Surf-Fans sparen. Surfen gelingt auch auf dem Rhein.

Mittwochnachmittag, das Thermometer zeigt 30 Grad. Unter der Schrägseilbrücke in Diepoldsau strömt das Wasser des Rheins. Wir lernen schon als Kinder: Baden ist hier nicht möglich. Aber surfen? Das funktioniert. Den Beweis liefern Taina Giezendanner, Andrea Bürki und Jonas Bürgi. Sie bereiten sich am Rheinufer auf das Bungee­surfen vor.  

Rein in die Strömung des Rheins 
Während diese Sportart in anderen Regionen der Schweiz bereits verbreitet ist, kennen sie im Rheintal nur wenige, obwohl der Rhein ideale Voraussetzungen bietet. «Ich habe noch nie erlebt, dass der Rhein zu wenig Wasser gehabt hätte», sagt Jonas Bürgi aus St. Gallen. «Die Strömung ist immer stark genug.» Jonas stammt aus Bern und leitet Bungeesurf-Kurse. Er hat auch die Marke Bungeemonkey gegründet, die Produkte für Bungeesurfen vertreibt. Surfbrett, Notfallmesser und Gummiseil bilden das Zubehör für den Sport. Das Gummiseil ist einem Bungeejumping-Seil ähnlich und wird im Idealfall an einer Brücke befestigt. Danach paddelt der Surfer oder die Surferin auf einem Surfbrett bis zum Ende des Seils und hält sich daran fest. Nun folgt der schwierigste Teil: Das Brett muss quer zur Strömung gestellt werden, um Spannung aufzubauen. Dabei dehnt sich das Seil auf das Drei- bis Vierfache der Originallänge aus. Nun stellen sich die Surfbegeisterten auf das Brett und reiten mit Hilfe des Seilzugs auf dem Brett flussaufwärts. Fortgeschrittene legen dabei ein paar Tricks ein. 

Taina und Andrea besuchten vergangenes Jahr mit dem Academic Surfclub den Bungeesurf-Kurs auf der Aare in Bern. Anschliessend kam es für die beiden zur Surf-Premiere auf dem Rhein. Ihre Nervosität steigt. Die Rheintalerinnen kennen den Rhein und wissen, dass die Strömung sehr stark ist. Deshalb haben sie wie bei jedem Bungee­surfnachmittag Sicherheitsmassnahmen getroffen. Während eine Person surft, stehen die anderen zwei mit einem Notfallmesser in der Hand bereit. Eine Person am Ufer, die andere oben auf der Brücke. So kann im Notfall das Seil getrennt und Hilfe geleistet werden. Wer die Vorkehrungen befolgt, hält das Unfallrisiko sehr tief. «Wir haben Sicherheitswesten und Messer bei uns, deshalb fühle ich mich sicher», sagt Andrea, die bereits im Ausland Surferfahrungen gesammelt hat. 

Es ist schwieriger als es aussieht  
Bungeesurfen ist durchaus anspruchsvoll. Das beweisen die gescheiterten Versuche, sich gegen die Strömung zu stellen und gleichzeitig das Seil festzuhalten. Ab einem gewissen Punkt schaffen es die Surfenden nicht mehr aufzustehen und müssen an Land paddeln. Dann startet ein neuer Versuch. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Surfnachmittag», so Tainas Fazit. «Ich war mir nicht sicher, ob ich es schaffe, aufzustehen. Doch es hat geklappt.» Auch die Diepoldsauerin surfte schon im Ausland. Mit klassischem Surfen kann der Sport aber nicht verglichen werden. Bungeesurfen sei eher wie Wakeboarden, sagt Jonas. Mit dem Unterschied, dass mit der Strömung eine Naturgewalt mitspiele. «In der Schweiz kommen wir mit Bungeesurfen dem Surfen auf dem Meer am nächsten.» Wer den Sport ausprobieren will, sollte dies nie allein tun, sagt Jonas. Zudem sollten die Personen vertraut mit fliessenden Gewässern und körperlich in Form sein. Es wird empfohlen, vor dem ersten Versuch einen Kurs zu belegen. 

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