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Verrückte Busreisen in Südamerika: Je weniger Asphalt, desto mehr Abenteuer

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#livingfact: Über waghalsige Busfahrten in Südamerika könnte Barbara alias Travel Barbie ein ganzes Buch schreiben. Was du bei einer Reise mit dem Bus beachten musst, erzählt sie dir hier:

Auf Busreisen in Südamerika erlebst du ein richtiges Abenteuer. Nicht alle Wege sind asphaltiert und einige Busfahrer waren in ihrem früheren Leben vermutlich Rennfahrer. Das Vaterunser wurde oft rauf und runter gebetet und es gab viele «Das sagen wir unseren Mamas besser nicht»-Momente. Doch auch viele lustige und irre Geschichten, die ich meiner Familie und Freunden gerne erzähle, denn sie bringen mich rückblickend immer wieder zum Schmunzeln.

Aufgrund der grossen Distanzen in Südamerika stehen Busfahrten von sechs oder mehr Stunden an der Tagesordnung. In meinen drei Monaten in Südamerika verbrachte ich 170 Stunden im Bus (ja, ich habe alle Strecken in meinem Reisetagebuch festgehalten).

Vorteile Busfahren in Südamerika:

  • Günstigere Preise als via Flugzeug
  • Gut ausgebaute Verbindungen
  • Kurzfristige Buchungen möglich
  • Keine langwierigen Gepäckkontrollen
  • Du siehst viel von der Landschaft und Kultur

Generelle Informationen:
Nachtbusse:

Um nicht allzu viel Reisezeit im Bus zu verlieren und eine Übernachtung zu sparen, bietet sich die Benutzung von Nachtbussen an. Diese sind in der Regel ziemlich komfortabel und die Chancen stehen gut, dass du am Folgetag relativ ausgeruht am Zielort ankommst. In jedem Reiseführer wird aus Sicherheitsgründen vom Nachtbus abgeraten – nur befolgt wohl kaum ein Backpacker in Südamerika diesen Ratschlag. Nachtbusse gibt es mit normalen Sitzplätzen «economico», komfortablen Schlafsitzen, deren Rückenlehne sich deutlich zurückstellen lassen («semi-cama») und richtigen Liegesitzen, die sich mit einer Neigung von 160 bis 180 Grad in nahezu flache Betten umwandeln lassen («cama»). Der Preisunterschied zwischen semi-cama und cama beträgt je nach Land und Busgesellschaft ca. 15 Franken. Für mich war jeweils die «semi-cama»-Variante vollkommen ausreichend.

Ticketkauf:
Oft musst du nur am Busbahnhof herumschlendern und dein Ziel einem der vielen nervösen Ticketverkäufer mitteilen - schon nehmen sie dich mit zum passenden Bus. Dabei kann es ganz schön hektisch werden und die Ticketverkäufer schreien ihre Destinationen oft wild durcheinander. Erkundige dich, wie lange die Fahrt dauert. Es dauert sowieso immer länger, als angegeben. Und frage, ob es Toiletten gibt. Obwohl du diese lieber nicht benutzen möchtest, aber leider Gottes doch irgendwann musst.

Meine persönlichen Insidertipps:
Nimm genügend Essen und Getränke mit:

Wasser, Müsli-Riegel, eine Frucht und Kräcker habe ich immer im Rucksack.

Achte im Bus auf deine Sachen:
Das gilt nicht nur für die Wertsachen, sondern auch Dinge wie Schuhe, Jacke etc. Wenn du schläfst, trag deine Wertsachen direkt an dir und verstau den Rucksack zwischen deinen Beinen, am besten mit einem Bein durch die Träger. Vielleicht findest du, ich übertreibe, aber ich bin lieber vorsichtig und erspare mir dadurch einen Diebstahl oder brenzlige Situationen.

Entertainment:
In vielen Bussen gibt es Fernseher, die amerikanische Blockbuster (sehr beliebt sind Actionknüller) in Spanisch zeigen. In anderen ist das Radio übermässig laut aufgedreht. Die Busunternehmen in Südamerika werben immer wieder für einen Wifi-Service an Bord. Vertraue nicht darauf. Zu 99% entpuppt sich das als Marketing-Gag und das Wifi funktioniert nicht oder nur sehr langsam. Damit dir nicht zu langweilig wird: Schau, dass deine Akkus voll sind und nimm eine Powerbank mit. Oft nutzten mein Freund und ich die Zeit, um weitere Etappen unserer Reise zu planen oder uns ein paar Netflix-Folgen anzuschauen - vorher mit gutem Wifi offline herunterladen.

Schlaftools - Für süsse Träume:

  • Nackenkissen
  • Ohrstöpsel
  • Augenmaske

Warme und kalte Anziehsachen
Manchmal ist es im Bus zu Beginn der Reise eiskalt und später wird es richtig warm. Sei immer auf beides eingestellt. Viele werden später krank, weil der Bus so stark klimatisiert war.

Reisetablette:
Wenn du das Busfahren nicht gut verträgst (teilweise viele Kurven, Schlaglöcher), dann nimm besser frühzeitig eine Reisetablette ein.

Klopapier nicht vergessen
Bring dein eigenes Klopapier und Desinfektionsmittel mit. Häufig gibt es unterwegs weder Wasser noch Seife. Ich gehe jetzt besser auf keine Details ein. Nur so viel: Der Gang zur Bustoilette war jedes Mal aufs Neue eine Mutprobe.

An einer Busfahrt in Südamerika führt kein Weg vorbei - nimm es gelassen und mit Humor, denn es ist definitiv eine bleibende Erfahrung!

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