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Leserbeiträge

Verkehr im St. Galler Rheintal

Bernadette Anliker Kommentare

Betr. Leserbrief «Nicht letzten Trumpf verspielen» von Hans Zäch Ausgabe vom 21. Februar <br/>Betr. Leserbrief «CVP sucht Rettungsanker» von Werner Heule Ausgabe vom 21. Februar

Ich stimme Hans Zäch voll und ganz zu: Im Oktober 2011 befürchtete man – wohl zu Recht – eine massive Zunahme des Verkehrs, insbesondere auch des Schwerverkehrs, über den Schmitter Zoll im Zuge eines Vollanschlusses Dornbirn Süd. Das Dorf würde in der Tat auch auf dieser Achse zweigeteilt. Ausserdem ist die Rheinstrasse/Schmitterstrasse in keiner Weise als Durchgangskorridor geeignet, ist dies doch die Zufahrt zu einem Erholungsgebiet, Erschliessung für das dortige Wohngebiet sowie Schulweg in einem. Gilt diese Befürchtung nun plötzlich nicht mehr, dass Dornbirn Süd uns erneut eine nicht tolerierbare Mehrverkehrs- und Luftbelastung bringen wird? Es kann doch nicht sein, dass wir solches einfach tatenlos hinnehmen und hilflos die Schultern zucken, nach dem Motto «da kann man halt nichts machen». Auch der Grossankündigung der «H»-Lösung für das Rheintal muss mit aller Skepsis begegnet werden: Sollten die Verbindung der Rheintalautobahnen dies- und jenseits des Rheins tatsächlich einmal in fernster Zukunft realisiert werden (!), dann könnte man den übrigen geplanten Lösungen vielleicht zustimmen, aber Fakt ist nun mal, dass wohl alles andere zuerst kommt: nämlich die Entlastung der Entenbad-Kreuzung mit Führung des entsprechenden Verkehrs über die Balgacher Rietstrasse zum Zwetschgenkreisel in Widnau, der schon heute zu gewissen Zeiten völlig überlastet ist. Dazu würde auch die geplante, verlängerte Espenstrasse Mehrverkehr über den Zwetschgenkreisel führen, mit dem Resultat, dass dort der Kollaps eintritt. Schon heute staut der Verkehr regelmässig bereits weit vor der Autobahnausfahrt auf dem Pannenstreifen, wo die Lastwagen einen Meter neben einem vorbeidonnern. Wenn hier der Verkehr nicht abfliessen kann, wird’s noch gefährlicher und ungemütlicher. Vor Kurzem wurde ja auch berichtet, dass laufend mehr Lastwagen aus Osteuropa durch Diepoldsau fahren. Dies kann man täglich selbst erleben. Man müsste hier auch mal kontrollieren, ob diese LKWs alle mit dem Ad blue fahren oder ob sie, wie z. B. in Chiasso in einer Versuchsstudie schon festgestellt werden musste, diese Norm mit einer Software umgehen und weiterhin Stickoxidschleudern sind. Gesamtverkehrsplanungen sind grundsätzlich positiv, aber nur, wenn man diese richtig priorisiert und keine Trümpfe einfach so aus der Hand gibt, wie Hans Zäch richtig sagt. Alles, was uns auf und rund um die Rheininsel noch mehr Verkehrsbelastung bringt, ist deshalb abzulehnen. Wir leiden schon genug.

Bernadette Anliker

Diepoldsau

SVP mit grosser Axt

Beim Lesen der Stellungnahme des SVP-Präsidenten Werner Heule zum Wahlverhalten der CVP sah ich unwillkürlich das Leitbild des grossen Vorbilds Christof Blocher vor mir: «Der Holzfäller» von F. Hodler. Nur wurden hier wuchtige Rundumschläge verteilt, ohne zu überlegen, wo es trifft und wie es trifft. Hauptsache, es «chlöpft»! Herr Heule redet den Kandidaten Richard Dünser bereits als Schulpräsidenten an. So weit sind wir jedoch noch nicht. Sollte er aber gewählt werden, kann ich ihm ehrlich gratulieren, er wird einen guten Job machen. Am Fasnachtskränzli sagten wir Lehrer ja: «Beidi hend eri Stärchene. Ich glaube, es chämt mit beidne guet use.» Zu Werner Heules Kraftaussage: «Was man von Widnauer Pädagogen halten soll, die am Fasnachtskränzli im Metropol über ihren Schulratspräsidenten herfallen, weil er nicht einer von ihnen ist, ist mir suspekt», habe ich Folgendes zu sagen. Auch mir wäre ein solches Vorgehen suspekt. In meiner ganzen langen Zeit, in der ich mit Freude als Lehrer an der Widnauer Schule arbeiten durfte, kann ich mich nicht erinnern, dass aktive oder auch pensionierte Lehrer über einen Präsidenten hergefallen wären. Man hat immer im respektvollen Gespräch faire Lösungen gesucht und gefunden. Darum ist mir die Aussage über uns kabarettelnde Lehrer suspekt. Ich bin überzeugt, dass jedem neuen Schulratspräsidenten, egal welcher politischen Couleur, von der ganzen Lehrerschaft Solidarität, Loyalität, Vertrauen und Zusammenarbeit gilt. Erlaubt sei eine Frage: War Herr Heule an diesem Nachmittag persönlich im «Metropol»? Haben er oder die Zuträger überhaupt richtig zugehört? Ist ihm bewusst, dass es zum Verständnis von Kabaretttexten zwei Dinge braucht? Die Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen sowie die Gabe der Unterscheidung. Blinde Wut und Scheuklappenverhalten haben noch nie Licht gebracht. Mit seiner Aussage unterstellt Werner Heule den Kabarettisten doch wahrlich, sie seien alle Mitglieder der CVP, heisst es doch: «weil er (Richard Dünser, Anm. d. Red.) keiner von ihnen ist». Ich selber bin parteilos, wozu Herr Heules Partei auch ihren Teil beigetragen hat, und somit ist Richard Dünser ja auch einer von mir. Was sollen denn solche blinden Hauruckübungen für diese Sache? Hat Herr Heule denn so grosse Freude am Spiel- und Freudeverderben und am Verbreiten von Unzufriedenheit über alles und jeden? Etwas wird nicht automatisch besser, nur weil man alles andere lautstark schlecht macht. Ich verlange nur: zuverlässige Information über Zugetragenes, Wahrhaftigkeit und eine weniger grobe Axt. Und warum dürfen wir in Widnau nicht zwei gute Kandidaten für dieses wichtige Amt haben? Beiden und uns vom Kabarett wünsche ich, nicht so tief zu sinken, dass sie auch noch von dem Kakao trinken, durch den man sie gerade zieht. Und der «Neue» wird es sicher schaffen, die hoch gegangenen Wogen des Rheins wieder zu glätten.

Alex Rebholz

Widnau