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St. Margrethen

Eine Visualisierung der Fahrzeuge von Cargo Sous Terrain.
Eine Visualisierung der Fahrzeuge von Cargo Sous Terrain. (Bild: pd)

Unterirdischen Gütertransport: Tunnelbau von St.Gallen ins Rheintal wird schwierig

Adrian Vögele Kommentare

Im Herbst hat das Bundesparlament grünes Licht gegeben für das unterirdische Transportnetz «Cargo Sous Terrain». Die Ostschweizer Kantone nennen nun mögliche Standorte für Anschlusspunkte.

Ab 2031 sollen kleinteilige Güter in der Schweiz unterirdisch befördert werden - in Tunnels in 50 bis 80 Metern Tiefe. Im Herbst hat dasBundesparlament grünes Licht gegeben für dieses Vorhaben der Aktiengesellschaft Cargo Sous Terrain (CST). Weit fortgeschritten sind die Vorbereitungen für erste Verbindungen zwischen grossen Logistikzentren im Mittelland. Am Ende soll ein Netz von 500 Kilometern Länge entstehen, die Kosten liegen gemäss Schätzungen im Bereich von 30 bis 35 Milliarden Franken.

Die Ostschweiz will den Anschluss an dieses innovative Logistiksystem nicht verpassen. Die Kantone St.Gallen und Thurgau haben darum zusammen mit CST Abklärungen getroffen. Die Resultate liegen nun vor: «Dabei hat sich gezeigt, dass die Verlängerung des Netzes bis St.Gallen technisch und wirtschaftlich möglich ist», heisst es in einer Mitteilung des Kantons St.Gallen.

In der gemeinsamen Studie haben die Kantone die zu erwartenden Gütermengen erhoben und mögliche Gebiete für oberirdische Anschlusspunkte definiert: «Die Analysen zeigen, dass in Frauenfeld, Weinfelden, Wil, Uzwil, Gossau Ost, St.Gallen und St.Margrethen die Gütermengen den Bau eines Anschlusspunktes grundsätzlich rechtfertigen würden.»

Gute Voraussetzungen für Tunnelbau von Winterthur bis St.Gallen

Auch die Art des Gesteins und allfällige Konflikte mit Grundwasservorkommen wurden geprüft. «Beides ist entscheidend für einen erfolgreichen Vortrieb», schreibt der Kanton. Es zeige sich, dass Grundwassergebiete weitgehend unterfahren werden könnten. «Zwischen Winterthur und St.Gallen erwarten die Spezialisten geeignete geologische Verhältnisse für den Tunnelbau. Zwischen dem Osten der Stadt St.Gallen und dem Rheintal ist der Untergrund aber anspruchsvoller, da es sich bereits um ein Randgebiet der Alpen handelt.»

Darstellung des Transportsystems Cargo Sous Terrain. (Bild: pd)

Verlängerung ins Rheintal rentiert wohl nicht

Das Fazit der Studie: Die Netzerweiterung von Cargo Sous Terrain nach Frauenfeld, Wil, Uzwil, Gossau und St.Gallen habe «das Potenzial einer wirtschaftlichen Investition», sprich: Sie könnte unter Umständen rentieren. Eine Verlängerung des Tunnels bis ins Rheintal hingegen verursache hohe zusätzliche Baukosten, «die durch die zu erschliessenden Güterpotenziale im St.Galler und Vorarlberger Rheintal voraussichtlich nicht genügend gedeckt werden können». Ebenfalls unwirtschaftlich erscheine im Moment der Anschluss von Weinfelden.

Die Kantone planen nun gemeinsam mit CST die nächsten Schritte zur Festlegung der möglichen Anschlusspunkte. Dann gilt es, die entsprechenden Areale raumplanerisch zu sichern.

Die Vorteile des Systems liegen für die Kantone auf der Hand: Der Druck auf die oberirdischen Verkehrsnetze und deren Ausbau würde sinken, Wirtschaftsstandorte könnten logistisch besser erschlossen werden.

 

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