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(Quelle: unsplash.com)

TWINT ist Spitze bei den Zahlungsplattformen in der Schweiz

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Nur Bares ist Wahres? Die Zeiten sind für die meisten der mehr als 8,6 Millionen Schweizer vorbei. Dank der zunehmenden Popularität von Online-Transaktionen wird auch zunehmend digital gezahlt.

Dabei gibt es deutliche Vorlieben, was die Schweizer bevorzugt im Internet einkaufen und wofür sie weiterhin lieber in reale Läden gehen. Vor allem wenn es um Lebensmittel geht, bleiben die Eidgenossen mit großer Mehrheit bei den traditionellen Handelswegen. In einer Umfrage gaben 96 Prozent der Teilnehmer an, ihre Esswaren im Einzelhandel zu kaufen. Nur 18 Prozent ergänzten das durch Online-Einkäufe oder verließen sich vollkommen darauf, Brot, Butter, Gemüse und mehr in den virtuellen Warenkorb zu legen.

Auch wenn es um Brillen, Möbel, Autos und Velos geht, verlassen sich die schweizer Kunden zu 90 Prozent und mehr auf die vertrauten Geschäfte in den Städten und Ortschaften. Motorräder, Kosmetik, Schuhe und Geschenke werden ebenfalls nur im Ausnahmefall online erstanden. Aber der virtuelle Handel holt in fast allen Kategorien auf. Gleichauf sind reale und virtuelle Läden bereits im Buchhandel und beim Software-Kauf dominiert das Internet.

Die Zahlungsarten haben sich dank neuer Möglichkeiten ebenfalls kräftig gewandelt. Wo einst Bargeld regiert hatte und ansonsten zu Schecks oder manchmal zur Konto- oder Kreditkarte gegriffen wurde, sind heute Handy oder Smartwatch im Laden aufgrund von Apps als virtuelles Portemonnaie beliebt. Wer online einkauft, enscheidet sich immer häufiger für Zahlungsplattformen aus dem In- und Ausland. Mit 28 Prozent lagt die Kreditkarte zwar bei den Schweizern 2020 weiterhin an erster Stelle bei den liebsten Zahlungsmethoden im Internet, aber mit 18 Prozent beziehungsweise 14 Prozent lagen PayPal und TWINT auf den Folgeplätzen, noch vor NET Banküberweisung und Rechnungskauf. Obwohl Apple-Pay international neben PayPal am bekanntesten ist, lag die App Umfragen zufolge mit einem Prozent auf dem letzten Platz unter den Bezahlverfahren, mit denen die Schweizer im Internet am liebsten ihre Rechnungen begleichen würden.

Dabei ist vor allem TWINT im Aufwind. Immer mehr Läden bieten die Plattform auch online als Zahlungsoption an, wobei die besten TWINT Casinos genau wie andere Geschäfte regelmäßig getestet werden, um Empfehlungen auf dem neuesten Stand zu halten.

Die TWINT AG existiert seit September 2016. Damals wurden die Schweizer Bezahl-Apps Paymit, die von UBS, Six und diversen Banken gemeinsam angeboten wurden, und das von der Postfinance angebotene TWINT offiziell fusioniert. Die direkte Kontoanbindung wurde ein knappes halbes Jahr später von UBS und ZKB angeboten. Etwas mehr als ein Jahr nach der Fusion hatte TWINT bereits eine halbe Million Kundinnen und Kunden.

Eine QR-Code-Lösung für kleinere Unternehmen wurde gemeinsam mit dem Schweizer Bauernverband im Juni 2018 eingeführt. Bald danach konnten bereits Parkgebühren mit der TWINT-App bezahlt werden, und Spendenzahlungen kamen ebenfalls schon Monate bevor TWINT im Januar 2020 eine Million registrierte Kunden feiern konnte, dazu.

Immer mehr Banken setzen verstärkt auf TWINT. Die GLKB bot als 20. Geldinstitut im Land ab November 2021 eine eigene TWINT-App an. Damit haben mittlerweile mehr als 90 Prozent der Eidgenossen die Möglichkeit, ihr Konto direkt an die App anzubinden.

Mehr als 200 Millionen Transaktionen werden pro Jahr bereits über TWINT abgewickelt, wobei der Großteil im Geschäftsverkehr stattfindet. Ein Drittel aller Zahlungen entfällt auf Geldtransfer im Freundes- und Familienkreis. Wie stark das Vertrauen in die App aus heimischen Landen ist, zeigt sich bei der weiter stark steigenden Zahl von aktiven Nutzern, die mittlerweile die 4-Millionen-Marke überschritten hat.

Mit 97 Prozent der jugendlichen oder erwachsenen Bevölkerung gibt es kaum noch einen Bewohner der Schweiz, der TWINT nicht zumindest vom Namen her kennt.

Der Urvater der Bezahlapps ist allerdings das in den USA gegründete Unternehmen PayPal. Schon lange bevor die ersten Smartphones auf den Markt kamen, wurde der Online-Bezahldienst 1998 in den Vereinigten Staaten gegründet. Das Prinzip wurde im Laufe der Jahre weiter entwickelt und ist zu einer der erfolgreichsten Apps weltweit geworden.

Das System ist genau wie bei TWINT einfach. Die PayPal-App wird mit einem Namen und einer Email-Adresse verknüpft. Die Verbindung mit einem Bankkonto ist dabei nicht zwingend notwendig, sondern Zahlungen und Gutschriften können auch über Guthaben auf dem PayPal-Konto stattfinden. Weil das System in sich geschlossen ist und das Unternehmen keinen direkten Zugang zum Online-Banking hat, gelten Transaktionen als vergleichsweise sicher. Hinzu kommt, dass sämtliche Daten auf der PayPal-Webseite verschlüsselt übertragen werden. Werden Verträge abgeschlossen, ohne dass der Händler anschließend seinen Teil der Vereinbarung einhält, gibt es zudem seitens der Plattform einen Kundenschutz.

Wird die Zahlung über die App auf dem Handy oder der Smartwatch erledigt, muss der Bildschirm im Laden an das Lesegerät gehalten werden, um die Nahfeldkommunikation zu aktivieren. Das erhöht ebenfalls die Sicherheit und verhindert, dass Betrüger die Daten ablesen können.

Es mit dem US-amerikanischen Riesen aufnehmen zu können, was das Vertrauen und die Popularität anbelangt, ist nicht einfach. Doch TWINT hat das inzwischen geschafft. Der geschätzte Marktanteil der einheimischen App soll in der Schweiz bei rund 75 Prozent liegen, während sich die im Ausland zumeist dominierenden Branchengiganten PayPal, Apple Pay und Google Pay den Rest des Kuchens teilen.

Mehr als 40 Prozent der Schweizer über 15 Jahren haben sich TWINT bereits auf ihr Smartphone geholt, und der Begriff „twinten“ nimmt ebenfalls an Beliebtheit zu.

Das Handy, das längst zur beliebtesten Spielplattform geworden ist, hat sich im Laufe der Zeit auch bei anderen Dingen zum Spitzenreiter gewandelt. Wenn es ums Einkaufen im Internet geht, werden vor allem Zugtickets übers Smartphone geordert. 55 Prozent der Käufer verlassen sich dabei auf ihr Handy. 36 Prozent kaufen ihre Fahrkarten online über den Desktop-PC, und 12 Prozent wickeln den Kauf im Internet über ihr Tablet ab.

Je jünger die Kunden sind, desto häufiger kaufen sie über ihr Handy ein. Bei Flügen sind es online rund 36 Prozent der 18- bis 25-Jährigen, die ihr Flugticket auf dem Smartphone ordern. Bei den 26- bis 49-Jährigen sind es immerhin noch 31 Prozent, während nur 11 Prozent der 50- bis 74-Jährigen Flugreisen über das Handy kaufen. Die älteren Jahrgänge verlassen sich dabei online bevorzugt auf den Desktop-PC, obwohl der zumindest im virtuellen Handel allmählich insgesamt an Bedeutung verliert.

Dass die Schweizer genau wie ihre Nachbarn in Österreich und Deutschland immer öfter beim Einkaufen zum virtuellen Warenkorb greifen, macht sich am Umsatz im Online-Handel bemerkbar. Im Jahr 2020 sezte der so genannte B2C-Onlinehandel in den drei Ländern insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro um. Pro Kopf machte der Onlinekonsum dabei mehr als 1000 Euro aus. Das war deutlich mehr als zum Beispiel in Frankreich, wo der Pro-Kopf-Konsum in dem Zeitraum auf rund 700 Euro beziffert wurde. Im Internet gekauft wird dabei überall mit zunehmender Begeisterung, ob es nun um Reisen, Bücher, Software oder Videospiele geht. Doch getwint wird nur in der Schweiz, und das täglich mehr.

 

 

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