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Theater aus eigenen Geschichten

Sophia Zimmerer Kommentare

Heute findet anlässlich des Migrationstages die Uraufführung eines besonderen Theaters statt. Am Donnerstag gaben die Sechstklässler der Primarschule Wiesenau eine Kostprobe.

Den Anstoss für das Projekt «Migrationsspuren vor Ort» gab das Engagement contakt-spuren.ch des Migros-Kulturprozents. Die Sechstklässler von Samuel Kunz und die Siebtklässler von André Bärlocher haben sich lange mit dem Thema auseinandergesetzt. Das Ziel des Projektes und des Migrationstages sei, das Zusammenleben in der Gemeinde zu fördern und ein Verständnis für das «Fremdsein» zu wecken, sagt Michel Bawidamann, Schulleiter Primarschule Wiesenau.

Website und Theater zum Thema Migration

Die siebte Klasse hat sich im Sommer das Ziel gesetzt, eine Website zum Thema «Migration in St. Margrethen» zu erstellen. Die Homepage verfügt über eine Karte, auf der verschiedene Glaubenshäuser, Restaurants und Verbindungen zwischen verschiedenen Kulturen angezeigt werden. Die Homepage wird heute vorgestellt. Die Kinder der sechsten Klasse führten mit ihrem Klassenlehrer Samuel Kunz in der ersten Projektphase Recherchen zum Thema «Migrationsspuren vor Ort» durch. Die Grundlagen dafür gaben die Schülerinnen und Schüler selbst: Die meisten Kinder der Klasse haben einen spannenden Migrationshintergrund.

Die Buben und Mädchen erarbeiteten Fragebögen für ihre Eltern und sammelten Dokumente und Fotos ihrer Familie. Das war der erste Schritt zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Die Klasse fand heraus, dass sich ihre Wurzeln fast über die ganze Welt verteilen. Samuel Kunz stellte fest, dass die Kinder sowie die Eltern sehr motiviert waren, sich mit ihrem Herkunftsland auseinanderzusetzen. «Das Projekt war aber auch wichtig für die Wertschätzung, dass man hier in St. Margrethen wohnt. Trotz zweier Heimaten, die sie lieben, ist ihr Ort hier», sagt Kunz.

Kinder haben Spass

am Theater

Die Buben und Mädchen staunten nicht schlecht, welche Geschichten ihre Recherchen hervorbrachten. «Über Freude und Leid, Liebe und Krieg sowie wirtschaftliche Not – kleine Geschichten und grosse Abenteuer beschäftigten uns», sagt Kunz. So entstand die Idee in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Claudia Rohrhirs ein Theaterstück zu erarbeiten. Sie erstellten ein Drehbuch, in dem die Geschichten der Kinder ihren Platz finden und zum Ausdruck kommen. In der letzten Woche lag es daran, das Theater auf die Bühne zu bringen. Die Schüler probten die gesanglichen und tänzerischen Einlagen und studierten ihre Texte ein.

Leonie Mathis ist die Erzählerin des Stückes und spielt noch eine weitere Rolle. Ihr mache das Theater grossen Spass, weil es eine schöne Abwechslung zu den übrigen Fächern sei. Da sie zwei Rollen besetze, habe sie etwas Schwierigkeiten, sich immer schnell umzuziehen. Hakija Canoski spielt den fremden Kriegsflüchtling, der nicht redet. «Der Hip-Hop-Tanz ist am coolsten. Wäre ich nicht die Hauptrolle, hätte ich gerne das gemacht», sagt er. Die Probe am Donnerstag war sehr gelungen. Es fällt sofort auf, dass die Kinder Freude am Theaterspielen haben und sich für die Aufführung mächtig ins Zeug legen. Das Theater soll noch bis im März 2017 an verschiedenen Orten aufgeführt werden. Am 4. März spielt die Klasse im Diogenes-Theater in Altstätten, die Dernière findet am 18. März im Kinotheater Madlen in Heerbrugg statt.

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