rheintaler.ch

Thal

Matthias Gehring, Michael Fitzi und Simon Diezi (von links) am "Tagblatt"-Wahlpodium.
Matthias Gehring, Michael Fitzi und Simon Diezi (von links) am "Tagblatt"-Wahlpodium.

Thaler müssen nochmal an die Urne

Seraina Hess Kommentare

Wie erwartet kommt es in Thal zu einem zweiten Wahlgang. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich am Sonntag Matthias Gehring (SVP) und Simon Diezi (FDP), wobei Diezi überraschend die Führung übernimmt.

Nachdem Gemeindepräsident Felix Wüst (FDP) seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, kam es in Thal am Sonntag zur Ersatzwahl. Ins Rennen gestiegen sind drei Kandidaten: Matthias Gehring (SVP), der von der überparteilichen Findungskommission vorgeschlagen worden war, Michael Fitzi (parteilos) sowie der «wilde» Kandidat Simon Diezi (FDP). Letzter mischte den Wahlkampf auf, nachdem sich ein überparteiliches Komitee formiert hatte, das den amtierenden Ortsgemeindepräsidenten lange nach Kandidaturen-Einreichefrist zur Wahl empfahl. 

Diezi und Gehring trennen 82 Stimmen

Im Dorf bot der Wahlkampf seit Monaten Gesprächsstoff: Kritisiert wurde auf der einen Seite die Findungskommission, die der Wählerschaft keinen einheimischen Kandidaten vorgeschlagen hatte, auf der anderen Seite Diezi, der sich erst spät zur Kandidatur entschliessen konnte. Die Ortsparteien stellten sich im Vorfeld grossmehrheitlich hinter den Kandidaten der Findungskommission, allerdings erachteten sie auch Diezi als wählbar. 

Obschon Diezis Name wegen der späten Kandidatur nicht auf dem vorgedruckten Wahlzettel zu lesen war, erreichte er am Sonntag das beste Resultat: Rund 1022 Thalerinnen und Thaler haben seinen Namen von Hand auf ihre Unterlagen geschrieben. Damit verpasst er allerdings das absolute Mehr, das bei 2526 gültigen Wahlzetteln 1264 beträgt. Dicht hinter ihm folgt Matthias Gehring mit 940 Stimmen.  

 

 

Fitzi verzichtet auf den zweiten Wahlgang

Als Verlierer geht Michael Fitzi aus der Wahl hervor, der bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren kandidierte und gestern mit 464 Stimmen ähnlich viele Wähler von sich überzeugen konnte wie 2019. Der Staader spricht von einer speziellen Konstellation, die sich durch die späte Kandidatur von Simon Diezi ergeben habe – ursprünglich war er von einer Wahl mit zwei Kandidaten ausgegangen. Im zweiten Wahlgang wird er nicht mehr antreten, wie er gestern auf Anfrage bestätigte. 

Vom Heimvorteil profitiert

Der Wahlkampf der nächsten beiden Monate wird demnach zwischen Gehring und Diezi ausgefochten. «Meine Ausgangslage dürfte mit vorgedrucktem Namen auf dem Wahlzettel deutlich besser ausfallen», schätzt Diezi, der nicht mit über 1000 Stimmen im ersten Wahlgang gerechnet hätte. «Natürlich kennt man mich im Dorf durch mein Engagement in den Vereinen oder in der Ortsgemeinde, deshalb bin ich auch von einem guten Resultat ausgegangen. Dieses Ergebnis überrascht mich aber doch – das ist einfach sensationell.» Auch Matthias Gehring freut sich: Er habe mit weniger Stimmen gerechnet, zumal er um Diezis Heimvorteil wisse. Wettmachen könne er diesen nicht – im zweiten Wahlgang wolle er aber vermehrt das Gespräch mit den Thalerinnen und Thalern suchen und sie von seinen Qualitäten überzeugen, die er nach zehn Jahren als Gemeindepräsident im thurgauischen Hauptwil-Gottshaus mitbringe. «Es gibt viele, die das Gemeindepräsidium gerne mit einer unbefangenen auswärtigen Person besetzen würden», sagt Gehring. Wie viele es sein werden, zeigt sich am Sonntag, 28. November, wenn Thal beim zweiten Urnengang seinen Gemeindepräsidenten wählt.

Folge uns: