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Altstätten

  • Daria antwortet im Fernsehstudio der SRF-Arena auf die Fragen des Moderators Sandro Brotz.
    Daria antwortet im Fernsehstudio der SRF-Arena auf die Fragen des Moderators Sandro Brotz. (Screenshot)
  • (Bild: pd)
  • Daria antwortet im Fernsehstudio der SRF-Arena auf die Fragen des Moderators Sandro Brotz.

Starke Haltung einer Kantischülerin: 15-Jährige überzeugt in TV-Debatte

Cassandra Wüst Kommentare

Daria Maurer aus Altstätten politisierte im Fernsehen mit Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.

«Was für ein Auftritt!» Sandro Brotz, Moderator der SRF-«Arena», war schwer beeindruckt von Daria Maurer. Sie war am 2. September die jüngste Teilnehmerin der Politsendung im Schweizer Fernsehen und schaltete sich in die Debatte um die AHV-Reform ein. Sie sagte Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, wo sie bei der Gleichstellung Defizite ortet. Widmer-Schlumpf, Präsidentin des Pro-Senectute-Stiftungsrates, nahm Daria Maurer ernst und zeigte auf, was sich in diesen Bereichen bereits getan hat. Eine wertschätzende Debatte zwischen den Generationen, urteilte Sandro Brotz auf Instagram. «Es sind diese Momente, die aus der SRF-‹Arena› machen, was sie ist. Danke, Daria.» Auch in den Kommentaren richtete das Publikum, das die Sendung gesehen hatte, anerkennende Worte an die Schülerin: «Bravo!», «Es ist wichtig, dass junge Menschen eine Stimme erhalten.» Wir haben mit Daria gesprochen, die in Heerbrugg die Kantonsschule im zweiten Jahr besucht, mit Schwerpunkt Wirtschaft und Recht bilingual.

Wie war dein Eindruck des «Arena»-Abends? 
Daria Maurer: Ich war ziemlich überwältigt von der ganzen Situation und, wenn ich ehrlich bin, war ich auch sehr nervös im «Arena»-Studio. Die Debatte selber war meiner Meinung nach aber überhaupt nicht zielführend. Die Politikerinnen und Politiker sagten immer wieder etwa dasselbe und redeten aneinander vorbei. Ich hatte das Gefühl, die Diskussion sei immer aggressiver und angespannter geworden. Moderator Sandro Brotz ist eine beeindruckende Erscheinung, er ist sehr gross, aber auch sympathisch und freundlich. Der ganze Abend war eine sehr gute Erfahrung und ich werde noch lange daran denken.

War es geplant, dass du dich an der Debatte beteiligst?
Die Redaktion der «Arena» hatte meinem Lehrer im Vorfeld geschrieben, ob jemand aus der Klasse eine Meinung präsentieren möchte. Ich habe mich gemeldet und konnte mich entsprechend vorbereiten. Aber nur auf die erste Frage, danach musste ich improvisieren.

Weshalb sprichst du dich gegen eine Annahme der AHV-Reform aus?
Ich finde, dass diese Reform überstürzt ist und es im Moment wichtigere Themen gibt als das Rentenalter der Frauen zu erhöhen. Die AHV steht viel besser da, als die Befürworter der Reform es darstellen.
 
In der «Arena» hast du die Gleichstellung der Geschlechter betont. Was wünschst du dir für Änderungen?
Mir liegen Frauenrechte und Gleichstellung sehr am Herzen, denn ich denke, dass Männer und Frauen in allen Bereichen gleichwertig sind und sie sollten überall die gleichen Möglichkeiten und Chancen haben. Ich wünsche mir, dass Frauen mehr respektiert und besser angesehen werden. Dazu gehört zum Beispiel die Lohngleichheit für Frauen. Frauen, die das möchten, sollten mehr arbeiten gehen und selbstständig sein dürfen; dazu braucht es aber mehr Kitaplätze.

Mit wem diskutierst du über Politisches?  
Ich diskutiere oft mit meinen Kollegen und Kolleginnen. Da gibt es manchmal auch Meinungsverschiedenheiten. In meiner engsten Freundesgruppe sind wir uns aber meistens einig, denn wir sind alle starke Frauen.

Sind deine Eltern gleicher Meinung wie du? 
Nicht immer, aber meistens schon. Mit meinen Eltern diskutiere ich oft über Politik und wir teilen viele Meinungen. Aber es gibt auch Themen, wo wir uns nicht ganz einig sind, zum Beispiel beim Thema gendern. Gesamthaft sind wir eher links orientiert und darum sind wir uns oft einig.

Viele in deinem Alter sagen, Politik ist trocken und etwas für «alte Leute». Würdest du diesem Satz zustimmen? 
Nein, überhaupt nicht. Ich denke, es ist wichtig, dass sich junge Leute informieren und sich für die Gesellschaft interessieren. 

Wie bildest du dir deine Meinung?  
Politik ist bei uns zu Hause immer wieder Thema. Wenn mich ein Thema interessiert, gehe ich zuerst einmal ins Internet und informiere mich. Meistens besuche ich zuerst eine neutrale Seite, wie admin.ch, danach schaue ich mir Pro- und Kontraargumente an und entscheide so, wie meine Haltung zu diesem Thema ist. Über Social Media orientiere ich mich auch gern.

Was fasziniert dich an der Politik? 
Ich finde Politik spannend. Denn sie betrifft uns alle und es ist praktisch unmöglich, sie zu umgehen. Zum Beispiel dem Klimawandel entgeht niemand. Wenn wir schon die Möglichkeit haben mitzubestimmen, dann sollten wir diese auch nutzen.

Du bist 15 und darfst noch nicht selbst abstimmen. Wie engagierst du dich trotzdem?
Ich diskutiere gern in meinem Umfeld über Politik. Auch an einem Frauenstreik habe ich bereits teilgenommen. Als ich die Möglichkeit erhielt, in der «Arena» meine Meinung zu vertreten, ergriff  ich diese natürlich.

In drei Jahren darfst du selbst an die Urne. Wie wichtig ist dir dieses Privileg, das wir in der Schweiz geniessen?
Sehr wichtig. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Bevölkerung so vieles mitentscheiden kann. Ich freue mich bereits darauf, abstimmen und wählen zu dürfen.

Was rätst du anderen in deinem Alter, die sich am aktuellen, politischen Geschehen in der Schweiz beteiligen möchten? 
Informiert euch darüber, was im Moment geschieht und diskutiert dann im Freundeskreis oder mit den Eltern über die Themen, die euch besonders bewegen. 

Hier geht es zur SRF-Arena (Darias Statement ab 1:04:00)

 

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