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Stadt blendet mit Gegenvorschlag

Martin Romer, Altstätten Kommentare

Betr. Abstimmung über autofreie Altstätter Marktgasse am 24. September

Eine zukunftsträchtige Lösung kann nur ein kluger Kompromiss zwischen der Forderung nach vollkommener Autofreiheit und dem heutigen Zustand sein. Der «Gegenvorschlag» der Stadt ist aber sicher kein kluger Kompromiss, sondern ein schlichtes und zudem teures Blendwerk.

Bei diesem Vorschlag fühle ich mich für dumm verkauft. Die wenigen Meter zwischen Rabengasse und «Frauenhof» sollen künftig im Sommer samstags autofrei bleiben? Was soll sich da denn ändern? Schon jetzt ist der genannte Teil wegen des Bauernmarkts am Samstag autofrei.

Und glaubt der Stadtrat wirklich, dass mit einem digitalen Auto-Parkplatz-Informationssystem, das eingangs der Marktgasse anzeigt, ob noch Parkplätze frei sind, der Verkehr abnimmt? Wie realitätsfremd ist das denn? Wobei die Anschaffung und der Einbau eines solchen Systems mindestens einen sechsstelligen Betrag erfordern, bei dem keine «1» an erster Stelle stehen wird. Aber wir in Altstätten haben es ja.

Dabei gäbe es eine einfache und billige Lösung: Die Marktgasse in der Mitte mit einigen Pollern sperren; die beidseitige Zufahrt ermöglichen; die bestehenden Parkplätze beibehalten. Und weg ist der ganze Durchgangsverkehr. Die Aktion mit Verkehrszählungen und Erhebungen bei Kaufleuten und Kunden begleiten und nach einem Jahr Bilanz ziehen. Wenn nötig, mit kleinen Schritten weitergehen. Das wäre ein sinnvolles, machbares und den städtischen Finanzen angepasstes Vorgehen.

Ebenfalls eine gute Lösung wäre es, am Samstag die Marktgasse autofrei zu machen. Im gleichen Zug könnte man ein Bähnchen wie an der Olma mieten und die Kunden vom Stossplatz gratis direkt in die Marktgasse führen. Ich bin überzeugt, dass viele Familien (den Kindern sei Dank) nach Altstätten einkaufen kämen. Auch diese Lösung ist mit einem geringen finanziellen Aufwand umsetzbar.

Wichtig bei allen Lösungsansätzen ist es, dass man die Veränderung messen kann. Das heisst, nach einem Jahr kann man schauen, sind die Umsätze und die Kundenzahlen an den Samstagen gestiegen oder gesunken. Bei dem vom Stadtrat erarbeiteten Gegenvorschlag ist genau dies (vielleicht sogar gewollt) nicht möglich.

Aus diesem Grund ist der Gegenvorschlag des Stadtrates abzulehnen.

Martin Romer, Altstätten