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Ferdi Arslan (vorne) wird im Strafraum von Rheinecks Denis Benz getroffen. Mit seinem Penalty scheitert der Gefoulte an Rheinecks Goalie Petrov, mit zwei Torvorlagen ist Arslan dennoch der entscheidende Spieler in der Staader Offensive.
Ferdi Arslan (vorne) wird im Strafraum von Rheinecks Denis Benz getroffen. Mit seinem Penalty scheitert der Gefoulte an Rheinecks Goalie Petrov, mit zwei Torvorlagen ist Arslan dennoch der entscheidende Spieler in der Staader Offensive. (ys)

Staad hat Nachbar Rheineck klar überholt

Yves Solenthaler Kommentare

Im ersten Derby seit über vier Jahren siegen die zwischenzeitlich unterklassigen Seebuben gegen Rheineck 3:0 (1:0).

3. Liga Nach fünf Minuten ging dem Ball die Luft aus, wenig später waren schon die ersten Rheinecker Spieler platt. Der gesperrte Trainer Rupert Schuster bzw. Coach Bekim Izairi hatte nach noch nicht mal 40 Minuten schon drei Wechsel vorgenommen. «Die fehlende Kondition ist unser grösstes Manko», sagt Rheinecks neuer Trainer.

Der zweite Ball überstand die Partie ebenfalls nicht im Spiel – er landete im Feld hinter dem Bützel. Die Rheinecker blieben zwar auf dem Fussballplatz, aber bereits mit Staads Führungstor in der 41. Minute waren die Gäste aus dem Spiel. Denn sie erspielten danach, bis auf den von Rohollah Afkari verschossenen Penalty in der letzten Szene keine Torchance. «In der Offensive mangelt es uns an Qualität», sagt Captain Petar Petrov. Der Goalie hielt nach der Pause einen Penalty von Ferdi Arslan – und sein Team auch sonst länger im Match als es der Performance seiner Vorderleute entsprach.

Ferdi Arslan vergab Penalty und bereitete zwei Tore vor

Das Führungstor kam nicht aus heiterem Himmel, aber es drängte sich zu diesem Zeitpunkt auch nicht auf. Die Seebuben bestimmten gegen defensiv eingestellte Gäste zwar das Spiel. In der dicht besetzten Rheinecker Platzhälfte mangelte es aber lange an Bewegung und auch an Präzision in den Abspielen, was Staads Trainer Vojislav Pekic den Auftritt seines Teams als «schlecht» bezeichnen liess. In Rheinecks Offensive tat sich nur der 17-jährige Afkari hervor. Als er sich einmal gefährlich durchsetzte, fehlte es ihm aber an Übersicht, um den besser postierten Kollegen anzuspielen.

Staads ersten Treffer erzielte Gazmend Morina mit einem Kopfball. Arslan hatte einen Corner getreten, der Ball kam zu ihm zurück. Seine zentimetergenaue Flanke verwertete Morina ebenso gekonnt. Beim zweiten Staader Tor nach 64 Minuten brach  Arslan links durch und konnte den Ball gerade noch zurücklegen. Zwei Rheinecker schienen zum Klären bereit, standen sich aber gegenseitig im Weg. Slobodan Aksic erfasste die Situation und spedierte den Ball mühelos ins Netz. Das dritte Tor durch den Eingewechselten Dragan Vasic unterstreicht die Kaderbreite des mit zehn Punkten aus vier Spielen gestarteten Aufsteigers.

Absteiger Rheineck bleibt dagegen bei null Punkten. Nach dem Abstieg sind nur Petrov und der bisherige Ergänzugssspieler Vito Frano auf der Stapfenwis geblieben. Das Team wurde kurzfristig zusammengewürfelt. «Wir brauchen Zeit und im Winter auch mehr Qualität», sagt der Trainer. «So gesehen war es schon ein Erfolg, dass wir gegen die starken Gegner Rebstein und Altstätten mithalten konten», sagt Rheinecks Sportchef Salvatore Alberio. 

3. Liga, Gruppe 2
Staad – Rheineck 3:0 (1:0)
Bützel – 120 Zuschauer.
Tore: 41. Morina 1:0; 64. Aksic 2:0, 88. Vasic 3:0.
Staad: Buschauer; Muratovic, Dudli, Kostadinovic; Mattia Morgante, Marco Morgante, Zaric, Morina, Balagic; Arslan, Aksic. Eingewechselt: Ümit, Geisselhardt, Mihajlovic, Vasic, Nussbaum.
Rheineck: Petrov; Bingöl, Benz, Borkovic, Bosshart; Frano, Müller; Buzimkic, Gjinaj, Krämer; Afkari. Eingewechselt: Izairi, Barmettler, Karlidag, Reifler, Koch, Lapp.
Gelbe Karten: 69. Bingöl, 80. Geisselhardt, 86. Muratovic, 90 + 3. Dudli.

 

Zweittext

Pekic’ erstes Derby seit 17 Jahren

Am 9. April 2017 spielten Rheineck und Staad letztmals in der Meisterschaft gegeneinander. Die Seebuben gewannen auswärts mit 5:3, sie stiegen am Saisonende dennoch ab. Für Trainer Voja Pekic liegt das letzte Derby noch länger zurück; auch im Mai 2004 gab es einen 5:3-Sieg für Staad. Pekic war um die Jahrhundertwende schon einmal lange Trainer auf dem Bützel, seit Sommer 2018 bekleidet er dieses Amt wieder.

In der letzten Saison war Staad noch zwei Spielklassen von Rheineck entfernt, aktuell stellt es aber die deutlich bessere Mannschaft, man kann gar von einem Klassenunterschied sprechen. Am Samstag konnte Pekic einen ungefährdeten Derbysieg bilanzieren, obschon er mit der Leistung seiner Spieler nicht zufrieden war. Staads Ambitionen sind auf Gegner wie Buchs ausgerichtet, bei denen man in zwei Wochen gastiert. Das 3:0 gegen Rheineck fällt in die Kategorie Pflichtsieg, entsprechend blieb die Emotionalität begrenzt. «Früher waren die Derbys galliger», sagt Pekic.

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