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Jolanda Neff: Eine weitere Ehrung für die Nummer 1 der Mountainbike-Weltrangliste aus Thal.
Jolanda Neff: Eine weitere Ehrung für die Nummer 1 der Mountainbike-Weltrangliste aus Thal. (Archiv/ys)

St. Galler Profisportlerin des Jahres

Patricia Loher, Yves Solenthaler Kommentare

Die Thaler Mountainbikerin Jolanda Neff und Triathletin Sandrine Benz sind St. Galler Sportlerinnen des Jahres. Als bester Nachwuchssportler des Kantons wird Eishockeyaner Kevin Fiala ausgezeichnet. Team des Jahres ist Voltige Lütisburg.

MOUNTAINBIKE. Die Sportgala im Rahmen der Offa in St. Gallen war ein stimmungsvoller Anlass. Sie stand im Zeichen von Ehrungen und Ehrenamtlichkeit, aber auch im Zeichen der Trauer. August Stolz, der der Interessengemeinschaft (IG) St. Galler Sportverbände während fast neun Jahren als Präsident vorgestanden hatte, verstarb am 5. März nach kurzer, schwerer Krankheit. «Er war ein Präsident mit Leib und Seele», sagte Rolf-Peter Zehnder, der Ehrenpräsident. Stolz habe mitgeholfen, aus der IG ein Juwel zu machen.

Ein Juwel der IG

Ein Juwel der IG St. Galler Sportverbände ist, nebst Sport-verein-t, die Sportgala, an der jährlich sowohl die besten Sportlerinnen und Sportler als auch das beste Team ausgezeichnet werden. Dabei schnitten die Frauen besonders gut ab: Sportlerin des Jahres 2014 ist die Mountainbikerin Jolanda Neff, Amateur-Sportlerin des Jahres die Triathletin Sandrine Benz. Als Team das Jahres wurde Voltige Lütisburg ausgezeichnet. Nachwuchssportler des Jahres ist der Uzwiler Kevin Fiala, der bereits mit 18 Jahren den Sprung in die NHL, die beste Eishockey-Liga der Welt, geschafft hat.

Neff ist Nachfolgerin von Fussball-Nationalspieler Fabian Schär vom FC Basel, der im vergangenen Jahr ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung kann von jedem Sportler und jeder Sportlerin nur einmal gewonnen werden.

Die Thalerin ist die bis anhin jüngste Mountainbike-Gesamtweltcup-Siegerin. Dank einer Ausnahmeregelung – mit ihren 22 Jahren ist die Rheintalerin eigentlich noch zu jung – wird sie in diesem Jahr erstmals eine Elite-WM bestreiten können. Neff setzt seit ihrer Matura vor gut drei Jahren voll auf die Karte Sport. Sie ist von den Leserinnen und Lesern von «Der Rheintaler» und «Rheintalische Volkszeitung» auch schon dreimal zur Rheintaler Sportlerin des Jahres gewählt worden, zuletzt 2014. Ihr bereits umfangreiches Palmarès umfasst drei U23-WM-Titel in Serie und den Sieg im Gesamtweltcup der Elite im letzten Jahr – sie konnte dabei drei von sieben Weltcuprennen gewinnen.

Start an der Flèche Wallone

In diesem Jahr fängt der Weltcup erst in einem Monat an, weil die Rennen in Südafrika und Australien gestrichen worden sind. Deshalb ist Jolanda Neff zurzeit im italienischen Strassenteam Servetto Footon engagiert. Heute Mittwoch bestreitet sie in Belgien das berühmte Weltcup-Strassenrennen. Vor drei Woche hatte Neff an ihrem ersten Weltcuprennen auf der Strasse, der Trofeo Alfredo Binda in Italien, den beachtlichen sechsten Platz erreicht. Allerdings gilt ihr Fokus weiterhin dem Mountainbike. Ihr grosses Ziel sind die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, wo am 20. August – dem zweitletzten Tag der Spiele – das Mountainbike-Rennen der Frauen ausgetragen wird.

Olympia-Simulation in Baku

Nebst den Weltcuprennen wird die Thalerin in diesem Jahr auch an den vom 12. bis 28. Juni stattfindenden European Games in Baku (Aserbaidschan) starten. Dort geht es für sie vor allem darum, die Olympischen Spiele zu simulieren – allerdings auf bedeutend niedrigerem Level. «Es wird in Baku jedoch auch ein olympisches Dorf geben, und es finden dort natürlich auch Wettkämpfe in den anderen Disziplinen statt», sagt die Thalerin, die seit dieser Saison fürs Schweizer Rennteam Stöckli fährt. Das ist für Jolanda Neff wichtig, weil sie an den Olympischen Spielen 2012 in London nicht selektioniert worden ist, was nicht erst im Nachhinein als klarer Fehlentscheid von Swiss Cycling zu bewerten ist.